Umwelthilfe und Grüne führen Messungen an der Schloßstraße durch »Abgasalarm« in Hövelhof

Hövelhof (WB). Wie stark belastet ist die Schloßstraße in Hövelhof? Die Grünen wollen das genauer wissen und beteiligen sich an der Aktion »Abgasalarm« der Deutschen Umwelthilfe. Den ganzen Februar über wird an der Ortsdurchfahrt die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid (NO2) gemessen.

Von Meike Oblau
Jörg Schlüter und Alexander Löhr (von links) von den Grünen an der Schloßstraße in Hövelhof – hier wird gemessen.
Jörg Schlüter und Alexander Löhr (von links) von den Grünen an der Schloßstraße in Hövelhof – hier wird gemessen. Foto: Meike Oblau

Alexander Löhr, Mitglied des Ortsverbandes von Bündnis 90/Die Grünen, hat die Messung initiiert und sich bei der Deutschen Umwelthilfe für die Teilnahme an der »Aktion Abgasalarm« beworben. »Hövelhof ist eine von vielen deutschen Städten, in denen es keine amtliche Messstation gibt. Wir möchten sehen, ob es erste Anhaltspunkte dafür gibt, dass es in der vom Durchgangsverkehr stark belasteten Schloßstraße Probleme mit der Stickstoffkonzentration gibt«, sagt Löhr.

Besonders im Berufsverkehr oder bei einer Sperrung der A 33 ist der Verkehr rund ums Rathaus enorm. Bürgermeister Michael Berens hatte zuletzt im Bauausschuss sogar angedeutet, möglicherweise alte Pläne für eine Ortsumgehung wieder aus der Schublade holen und mit der neuen Landesregierung darüber sprechen zu wollen.

»Auch wir sind in den vergangenen Monaten vermehrt angesprochen worden, ob die hohe Verkehrsdichte im Ortskern möglicherweise negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat«, sagt Grünen-Ratsherr Jörg Schlüter. Unter anderem liegt auch der Spielplatz eines Kindergartens unmittelbar an der Schloßstraße.

Warum die Grünen jetzt selbst die Initiative ergriffen, erklärt Schlüter so: »Wir können die Anfragen der Bürger derzeit nicht seriös beantworten. Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass ein Antrag im Gemeinderat, die Schafstoffbelastung offiziell zu messen, keine Aussicht auf Erfolg hätte, da solche Anträge von der CDU-Mehrheit grundsätzlich abgelehnt werden.«

Daher schließen sich die örtlichen Grünen jetzt der »Aktion Abgasalarm« der Deutschen Umwelthilfe an. Die DUH bezeichnet Stickstoffdioxid als »Dieselabgasgift«.

Seit zwei Wochen hängen die Messröhrchen der DUH an der Schloßstraße. Die Umweltorganisation setzt nach eigenen Angaben im Rahmen ihrer Aktion so genannte Passivsammler ein, in denen sich eine chemische Substanz befindet, die eine Messkomponente (in diesem Fall Stickstoffdioxid) bindet. Sobald die Röhrchen geöffnet werden, wird dieser Prozess in Gang gesetzt und NO2 »gesammelt«. In Hövelhof dauert die Messung vier Wochen, danach erfolgt nach Angaben der DUH eine Auswertung in einem akkreditierten Analyselabor in der Schweiz.

»Wir hoffen, dass uns die Ergebnisse im März oder spätestens April vorliegen. Wir werden sie natürlich veröffentlichen«, sagen Jörg Schlüter und Alexander Löhr. »Wenn wir feststellen, dass in Hövelhof Grenzwerte erreicht oder sogar überschritten werden, werden wir sicherlich über Anträge versuchen, das Thema in den politischen Gremien zur Sprache zu bringen«, kündigt Alexander Löhr an.

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