Hövelhofer Politiker diskutieren aber kontrovers mit Investor und Verwaltung Zustimmung fürs neue E-Center

Hövelhof (WB). Die Mitglieder des Bauausschusses haben am Donnerstag mit großer Mehrheit den Plänen der Firma Lüning zur Erweiterung des Lebensmittelmarktes an der Bielefelder Straße in Hövelhof zugestimmt. Vor der Abstimmung gab es allerdings lange Diskussionen, viele Fragen – und nicht immer Antworten.

Von Meike Oblau
Der Elli-Markt wird deutlich vergrößert. Die Anlieferung bleibt in der Schillerstraße (rechts), das Haus am Kreisel soll abgerissen werden. Auf dem Parkplatz sollen Lärmschutzwände gebaut werden, an der Gütersloher Straße entsteht eine zweite Ausfahrt.
Der Elli-Markt wird deutlich vergrößert. Die Anlieferung bleibt in der Schillerstraße (rechts), das Haus am Kreisel soll abgerissen werden. Auf dem Parkplatz sollen Lärmschutzwände gebaut werden, an der Gütersloher Straße entsteht eine zweite Ausfahrt. Foto: Besim Mazhiqi

Planungen der Firma Lüning

Aus dem 1500 Meter großen Elli-Markt der Rietberger Lüning-Gruppe an der Bielefelder Straße soll bis Mitte 2019 ein 3800 Qua­dratmeter großes E-Center werden. Am zweiten Standort (Ferdinandstraße) ziehen ein Elli-Lebensmittelmarkt und ein SB-Center ein. Der Getränkemarkt (Wassermannsweg) wird aufgegeben.

Parkplätze

Am E-Center soll ein Parkplatz für 175 Autos entstehen. Gekauft hat Lüning auch das Grundstück und das Haus am Kreisel (Boutique Edith M). Das Haus soll abgerissen werden, um den Parkplatz vergrößern zu können. Täglich werden auf dem neuen Parkplatz 2130 Autos erwartet, die künftig sowohl von der Gütersloher als auch von der Bielefelder Straße aus auf das Gelände fahren können. Keine Antwort gab es auf die Frage von Jörg Schlüter (Grüne), wie viele Parkplätze Lüning konkret nachweisen müsse.

Verkehr

Bauamtsleiter Andreas Markgraf berichtete, ein Gutachten habe ergeben, dass der Kreisverkehr, an dem es zu Stoßzeiten immer wieder zu Staus kommt, nicht überlastet sei. Bis 2025 sei der Gutachter von einer weiteren Zunahme des Verkehrs um fünf Prozent ausgegangen. »Das funktioniert«, sagte Markgraf, »das Pro­blem ist nicht der Kreisel. Wenn es stockt, dann liegt das meist an der Fußgängerampel am Rathaus.«

Anlieferung

Die Anlieferung soll nach wie vor über die Schillerstraße erfolgen. Lüning rechnet mit bis zu 21 Lieferfahrzeugen pro Tag, die rückwärts in eine neu gebaute Halle einfahren und zum Abladen dort »andocken« sollen. L ärm- und Abgasbelastungen sollen sich für die Anwohner dadurch reduzieren. Keine Antwort bekam Jörg Schlüter (Grüne) auf die Frage, was passiert, wenn die Ladehalle belegt ist, gleichzeitig aber andere Lieferanten ankommen und Wartezeiten entstehen.

Lärm

Da der Supermarkt von Wohnbebauung umgeben ist, wurde ein Lärmgutachten erstellt. Auf dem Parkplatz sollen teils drei Meter hohe Schallschutzwände errichtet werden, damit die Wohnhäuser abgeschirmt werden.

Nachbarstädte

Schloß Holte-Stukenbrock und Delbrück hatten Bedenken angemeldet, der neue Markt könne Kaufkraft abziehen. Ein Verträglichkeitsgutachten habe diese Befürchtungen ausgeräumt, die zu erwartenden Kaufkraftabflüsse aus Delbrück, Elsen, Sande oder Sennelager lägen bei einem bis drei Prozent, sagte Andreas Markgraf. Höher könnte der Kaufkraftabfluss in Ostenland ausfallen – aber auch diese Zahlen lägen im Rahmen: »Wir wollen den Markt dort nicht kaputt machen.«

Haus am Kreisel

Wie weit die Gespräche mit Boutiquenbesitzerin Edith Meier , die einen Mietvertrag bis 2022 hat, seien, wollte André Klocksin (FDP) wissen. Dazu könne er nichts sagen, antwortete Lüning-Geschäftsführer Jens Krukenmeyer, für Immobilien sei er nicht zuständig.

Optische Gestaltung

Kritik hatten Oppositionsparteien und Bürger daran geäußert, dass man künftig vom Rathaus aus kommend platt auf den großen Parkplatz schaut. Hier hat Lüning etwas nachgebessert, die »grüne Kante« zwischen Parkplatz und Straße wurde auf 1,5 Meter verbreitert, zudem soll der Parkplatz mehr begrünt werden als zunächst gedacht. »Das ein oder andere Gewächs kommt da hin, die ersten Ansichten haben manchen vielleicht aufgeschreckt«, beruhigte Udo Neisens (CDU).

Kommentar zum neuen E-Center

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