Bauvoranfrage eingereicht: Appartement-Vermieter will Wohnhaus in Hövelhofgewerblich nutzen An der Jägerstraße droht neuer Zoff

Hövelhof (WB). Das Wort Jägerstraße birgt in Hövelhof seit mehr als einem Jahr Zündstoff – seit geklärt werden soll, ob das dort gelegene ehemalige Spielplatzgrundstück bebaut werden darf. Nun bekommen die Diskussionen weitere Nahrung: Der dort ansässige Appartementbetrieb möchte ein Wohnhaus an der Jägerstraße für die Vermietung nutzen.

Von Meike Oblau
Breit genug oder nicht? Die Diskussion um die Zufahrt zum Spielplatzgrundstück an der Jägerstraße geht weiter.
Breit genug oder nicht? Die Diskussion um die Zufahrt zum Spielplatzgrundstück an der Jägerstraße geht weiter.

Damit könnte nun eine ähnliche Situation eintreten, wie sie die Nachbarn an der Gartenstraße bereits vor einem Jahr, als Baumfällarbeiten auf dem Spielplatz starteten, befürchteten. Die direkten Anlieger hatten Anfang 2017 sofort den Vorwurf erhoben, hier solle »durch die Hintertür« die Appartement-Anlage erweitert werden.

Damals betonten die Kaufinteressenten, Verwandte der Appartementvermieter, dass auf dem Spielplatzgrundstück ein Einfamilienhaus geplant sei und keine Appartements zur Vermietung. Im Bebauungsplan wurde dann auch festgelegt, dass das ehemalige Spielplatzgrundstück als »reines Wohngebiet« gilt. Eine wie auch immer geartete gewerbliche Nutzung dieses Grundstückes wäre damit ausgeschlossen.

Geplant sind fünf Appartements

Erweitern oder sich zumindest umorganisieren möchte der Appartement-Vermietungsbetrieb aber offenbar trotzdem – allerdings an anderer Stelle der Jägerstraße, an der Ecke Droste-Hülshoff-Straße. »Es liegt eine Bauvoranfrage beim Kreis Paderborn vor, in der es um eine geplante Nutzungsänderung des Wohnhauses Jägerstraße 23 in eine Appartementvermietung geht«, bestätigte die Pressesprecherin des Kreises, Michaela Pitz.

»Geplant sind fünf Appartements. Das Kreisbauamt hat der Gemeinde Hövelhof mitgeteilt, dass diese Nutzungsänderung genehmigt werden kann, wenn der Vermieter die erforderliche Anzahl an Parkplätzen nachweist.« Der Betreiber der Appartement-Vermietung wollte sich auf Anfrage des WV nicht zu seinen Plänen äußern. Auch aus dem Rathaus gab es keine Antworten.

An der Breite der Stichstraße scheiden sich die Geister

Noch keine endgültige Entscheidung habe der Kreis Paderborn hingegen bezüglich der von der Gemeinde Hövelhof eingereichten Bauvoranfrage für das Spielplatzgrundstück getroffen, sagte Kreis-Pressesprecherin Michaela Pitz.  »Hier befinden wir uns im Gespräch mit der Gemeinde und mit der örtlichen Feuerwehr, um zu überprüfen, unter welchen Voraussetzungen auf dem ehemaligen Spielplatzgrundstück eine Baugenehmigung erteilt werden könnte.« Knackpunkt in dieser Diskussion ist die Zufahrt zu dem Grundstück, die nur über einen derzeit als reinen Fußweg ausgewiesenen Stichweg erfolgen könnte.

An der Frage, ob dieser Weg breit genug ist, um ihn zum Beispiel im Notfall mit großen Rettungswagen befahren zu können, scheiden sich seit Monaten die Geister. Das hinzugezogene Fachbüro Drees und Huesmann hatte in der eigens für dieses Thema einberufenen Sondersitzung des Rates im vergangenen Juli ausgeführt, drei Meter Wegbreite seien »äußerst schmal« und es sei »nicht garantiert, dass bei drei Metern Wegbreite eine Baugenehmigung erteilt werde«.

Bauausschuss behandelt Thema am Donnerstag

Größere Rettungsfahrzeuge sind in der Regel nämlich 2,5 Meter breit. Feuerwehrleute, die das WV befragte, sagten aus, sie würden einen drei Meter schmalen Weg mit Einsatzfahrzeugen nicht befahren. Ein Rettungseinsatz an einem Einfamilienhaus sei aber auch möglich, wenn die Fahrzeuge an der Einmündung zum Fußweg stehen blieben und die Einsatzkräfte dann gegebenenfalls mit Tragen, Steckleitern oder Schläuchen zu Fuß zu einem möglichen Brand liefen. Rettern seien Wegstrecken von bis zu 50 Metern zu Fuß zumutbar.

Um zu klären, ob das ehemalige Spielplatzgrundstück nun bebaubar ist oder nicht, hatte sich die Gemeinde Hövelhof mit einer entsprechenden Bauvoranfrage an den Kreis Paderborn als Genehmigungsbehörde gewendet. Eine endgültige Entscheidung steht dort aber noch aus.

Möglicherweise werden beide Bauvoranfragen Donnerstagabend im Bauausschuss thematisiert.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.