Einsätze gehen auch aufgrund der Schließung von Flüchtlingsunterkünften zurück Hövelhofer Notärzte etwas seltener gefordert als im Vorjahr

Hövelhof (WB). Exakt 1901 Notarzteinsätze und damit etwas weniger als 2016 hat die Hövelhofer Wache im vergangenen Jahr durchgeführt. Den Rückgang begründen die Verantwortlichen vor allem mit der Schließung der Flüchtlingsunterkünfte in Staumühle und Stukenbrock.

1901 Mal rückten die Notärzte aus Hövelhof im vergangenen Jahr aus.
1901 Mal rückten die Notärzte aus Hövelhof im vergangenen Jahr aus. Foto: Besim Mazhiqi

Wachleiter und leitender Notfallsanitäter Sascha Bach, Vorstandsmitglied Marcel Arp und der Ärztliche Leiter Dr. Martin Schneider der Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin (AGN), stellten die Einsatzzahlen und weitere Statistikdaten des Jahres 2017 vor und diskutierten sie.

Neben fünf hauptberuflichen Notfallsanitätern und Rettungsassistenten kommen weiterhin vier nebenamtliche Mitarbeiter in der Notarztwache zum Einsatz, die durchgehend an allen Tagen des Jahres im 24-Stunden-Dienst besetzt ist. Der Pool der eingesetzten Notärzte hat sich aktuell im Vergleich zu den Vorjahren auf etwa 50 ausgebildete Notfallmediziner erweitert.

Wie Wachleiter Bach mitteilte, wurden 2017 exakt 1901 Notarzteinsätze durchgeführt (Vorjahr: 2058). Das entspricht einem Monatsaufkommen von knapp 160 Einsätzen mit somit durchschnittlich 5,2 Einsatzfahrten pro 24 Stunden. Die geringfügige Abnahme der Einsatzzahlen ist laut Bach auf die Schließung der Notunterkünfte, insbesondere in Hövelhof-Staumühle und Stukenbrock-Senne, zurückzuführen.

Auf das Einsatzgebiet der Sennegemeinde Hövelhof entfielen dabei 466 Einätze (24,5 Prozent; Vorjahr 549). Im zum Teil mitversorgten Nachbarkreis Gütersloh erfolgten 476 Fahrten (etwa 25 Prozent in der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock und 215 in der Stadt Verl (2016: 218). Zu 330 Einsätzen (rund 17,5 Prozent; 2016: 345) musste das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) Hövelhof in die Stadt Paderborn ausrücken. 310 Einsatzfahrten erfolgten im Versorgungsgebiet der Stadt Delbrück (etwa 16,5 Prozent; 2016: 318 Einsätze), wo ein Tages-NEF (nur werktags tagsüber) vom Kreis Paderborn stationiert ist.

Die Autobahn A 33 (11 Einsätze), der angrenzende Kreis Lippe (21 Einsätze, Vorjahr 10), der sonstige Kreis Gütersloh (14 Einsätze, Vorjahr 21) sowie die Stadt Bad Lippspringe (54 Einsätze, Vorjahr 34) waren auch im Jahr 2017 erneut nur von untergeordneter statistischer Bedeutung. Vier Einsätze erfolgten auf Bielefelder Gebiet.

Zu knapp 20 Notarzteinsätzen wurde aufgrund der Schwere der Patientenverletzungen bzw. der zu erwartenden längeren Transportzeiten in spezielle Zentren ein Rettungshubschrauber nachgefordert.

Das Notarztsystem wurde auch im vergangenen Jahr wieder erfolgreich durchgehend durch die First-Responder-Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Hövelhof immer dann ergänzend bei lebensbedrohlichen Notfallsituationen unterstützt, wenn sich die primären Rettungsmittel aus Hövelhof schon im Einsatz befanden. Die getrennte Ausrückstrategie mit Standorten am Feuerwehrgerätehaus im Ortskern und der Notarztwache an der Paderborner Straße 35b hat sich dabei auch 2017 bewährt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.