In der Hövelhofer Bruderschaft dürfen jetzt auch Nicht-Christen Mitglied werden Schützen stimmen Satzungsänderung zu

Hövelhof (WB/al). Künftig können auch Nicht-Christen und Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Hövelhof beitreten. Eine in der neuen Satzung festgeschriebene Einzelfallprüfung wird das künftig ermöglichen.

Unter stehenden Ovationen ehrten Oberst Hubert Bonke (links) und Oberstleutnant Ingo Buschmeier (rechts) Tischlermeister Heinrich Fortmeier (Mitte), der seit vielen Jahrzehnten immer zur Stelle war, wenn sein Fachwissen gebraucht wurde.
Unter stehenden Ovationen ehrten Oberst Hubert Bonke (links) und Oberstleutnant Ingo Buschmeier (rechts) Tischlermeister Heinrich Fortmeier (Mitte), der seit vielen Jahrzehnten immer zur Stelle war, wenn sein Fachwissen gebraucht wurde. Foto: Axel Langer

Diese Öffnung beschloss die Generalversammlung der mit 2026 größten Bruderschaft des Paderborner Landes mit überwältigender Mehrheit.

»Mir liegen aktuell zwei Mitgliedsanträge vor, die ich ohne die Satzungsänderung ablehnen müsste«, führte Oberst Hubert Bonke im Schützen- und Bürgerhaus ganz praktische Argumente ins Feld. Bei nur sechs Gegenstimmen stimmten die Schützen zu, dass künftig Nicht-Christen, Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften oder aus der Kirche ausgetretene Personen nach einer Einzelfallprüfung in die Bruderschaft aufgenommen werden können. Voraussetzung bleibt in jedem Fall das Bekenntnis des Bewerbers zu den christlichen Zielen des Bundes und der Bruderschaft. Der Bataillonsvorstand entscheidet nach einem persönlichen Gespräch über die Mitgliedschaft, die dann alle Rechte und Pflichten beinhaltet. Das schließt auch das Erringen der Königswürde auf allen Ebenen ein.

Diskussionsbedarf bei Formalien

Dagegen gab es bei zwei weiteren Formalien Gesprächsbedarf. Oberst Hubert Bonke wie auch Rechtsanwalt und Notar Hans-Georg Hunstig standen Rede und Antwort rund um die neu ausgearbeitete Satzung. Während die Öffnung der Bruderschaft für viele Schützen offensichtlich eine selbstverständliche Modernisierung war, gab es an anderer Stelle intensive Diskussionen. So hatten die Mitglieder in der Generalversammlung 2017 beschlossen, dass die Gruppe der Fahnenoffiziere mit einer stimmberechtigen Person im 20-köpfigen Bataillonsvorstand vertreten sein soll. Ein vergleichbarer Antrag aus den Reihen der Fahnenschwenker wurde bei der aktuellen Versammlung jedoch abgelehnt, da der Vorstand befürchtet, bei zu vielen Mitgliedern handlungsunfähig zu werden.

Fingerspitzengefühl bewies Notar Hans-Georg Hunstig bei der Diskussion über einen zweiten strittigen Punkt. Nach der alten Satzung kann jeder Schütze Änderungsanträge zur Satzung stellen. Dies wollte der Bataillonsvorstand mit dem Hinweis auf schnelleres Handeln im Vorstand einschränken.

Dessen Vorschlag sah nun vor, dass ein Zwanzigstel der Mitgliedschaft einen Änderungsantrag per Unterschrift unterstützen müsse. Dieser Vorschlag wurde von der Mehrheit in der Generalversammlung allerdings abgelehnt. »Dies bedeutet, dass mehr als 100 Personen unterschreiben müssten. Diese Hürde ist zu hoch«, plädierten mehrere Schützen für die Marke von einem Hundertstel, was aktuell etwa 20 Unterschriften bedeutet. Diesem sicher sinnvollen Kompromiss stimmte schließen eine – wenn auch knappe – Mehrheit zu.

»Gelebte Demokratie«

»Das ist ein Stück gelebte Demokratie. Man spürt, wie hier das Schützenblut fließt«, lobte Bürgermeister Michael Berens in seinem Grußwort die sachliche und faire Debatte. »Wir wollen gemeinsam etwas für Hövelhof bewegen, auch vor dem Hintergrund des im kommenden Jahr anstehenden einhundertjährigen Jubiläums der Bruderschaft«, so Berens.

Mit der Gedenkmedaille des Heiligen Hubertus dankten Oberst Hubert Bonke und Oberstleutnant Ingo Buschmeier Tischlermeister und Hövelsenner Heinrich Fortmeier. Der Unteroffizier hat seine handwerklichen Talente schon an vielen Stellen einbringen können. Beispielhaft führte Hubert Bonke den Bau der Hövelsenner Kapelle, die Renovierung der Pfarrkirche wie auch der evangelischen Kirche an. »Heinrich Fortmeier ist ein stets bescheidener, aber immer zuverlässiger Helfer. Dafür gilt es Dank zu sagen«, so Bonke.

Dankende Worte fand Hubert Bonke auch für Lothar Auster, der als Chef der Klausheider Kompanie verabschiedet wurde. Zu neuen Hauptmännern wurden die beiden Schießmeister Achim Hofferberth und Heribert Rodehutscord befördert. Zum Feldwebel wurde der Kommandant der Böllerschützen, Jörg Rhode, befördert. Als Glücksbote erwies sich König Hermann-Josef Bonke für Dietmar Pöhler (Dorfkompanie) und Michael Wiethoff (Hövelsenner Kompanie), die sich über den Gewinn einer Romfahrt freuten.

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