Spendenaktion der Kolpingsfamilie bringt schon mehr als 7000 Euro Hövelhofer helfen in Albanien

Hövelhof (WB). Wer an Armut denkt, dem fallen möglicherweise Länder in Afrika oder Kriegsgebiete ein. »Aber auch in Europa sind Menschen in Not«, sagt Lorenz Moos von der Hövelhofer Kolpingsfamilie. Sein Verein unterstützt Familien in Albanien. Moos ist schon mehrfach dort vor Ort gewesen.

Von Meike Oblau
Bei der aktuellen Spendenaktion sind mehr als 7000 Euro zusammengekommen. Das gaben (von links) Wolfgang Sievers sowie Petra und Lorenz Moos jetzt bekannt.
Bei der aktuellen Spendenaktion sind mehr als 7000 Euro zusammengekommen. Das gaben (von links) Wolfgang Sievers sowie Petra und Lorenz Moos jetzt bekannt. Foto: Meike Oblau

Die zur Adventszeit gestartete Spendenaktion »11 plus«, mit deren Hilfe monatlich Lebensmittelpakete für derzeit 64 Familien in der albanischen Stadt Shkodra finanziert werden, hat aktuell bereits die 7000-Euro-Grenze überschritten. Dennoch hoffen die Kolpinger aus Hövelhof auf weitere Spender, denn die Summe liegt derzeit unter der des Vorjahres. »Derzeit könnten wir statt 64 nur 53 Familien unterstützen und wir würden uns sehr freuen, wenn weitere Spender helfen würden«, sagt Lorenz Moos.

Zweitärmstes Land Europas

Im vergangenen Oktober ist der Hövelhofer bereits zum dritten Mal seit April 2016 in Albanien gewesen und kennt die teilweise prekären Verhältnisse vor Ort. »Albanien ist das zweitärmste Land Europas. Das durchschnittliche Einkommen liegt gerade einmal bei knapp 350 Euro, die Preise in den Supermärkten liegen aber auf dem Niveau der Preise in Deutschland«, sagt er. Das Land sei derzeit Anwärter auf eine EU-Mitgliedschaft und setze auf den Tourismus. Noch aber seien viele Albaner auf Hilfe angewiesen.

Die Hövelhofer Kolpinger haben neben Geld für Lebensmittelpakete auch bereits ein Auto gespendet, mit dem albanische Kolping-Helfer auch Menschen in entlegeneren Bergregionen erreichen können. Nach und nach soll auf »Hilfe zur Selbsthilfe« gesetzt werden, damit möglichst viele Menschen sich in Zukunft selbst versorgen können. »Es gibt die Idee, in Shkodra einen Laden zu eröffnen, in dem Menschen selbst hergestellte Produkte, zum Beispiel Lebensmittel oder Kunsthandwerk, anbieten können, um durch den Verkauf ihren Lebensunterhalt nach und nach selbst bestreiten zu können«, sagt Lorenz Moos. So gebe es in der Region zum Beispiel tolle gewebte Gegenstände, ebenso wie Marmelade, Tee oder Likör. »Da die Zahl der Touristen in der Gegend stetig zunimmt, sehen wir einen zusätzlichen Markt für diese Produkte«, schildert Moos. Die Landschaft sei einzigartig, schwärmt er von den albanischen Alpen, den Adria-Stränden und den vielen Seen, die ihn teilweise optisch sogar an norwegische Fjorde erinnert hätten.

Suche nach weiteren Unterstützern

Die Hövelhofer Kolpinger wollen ihre Hilfsaktion in Zukunft gerne auf breitere Füße stellen und hoffen, dass sich noch mehr Unterstützer finden, die auch Interesse und Zeit haben, sich einmal direkt vor Ort in Albanien zu informieren.

Erstes Ziel ist es jetzt aber, die Spendenaktion »11 plus« zu einem guten Ende zu bringen, um weiterhin Lebensmittelpakete bezahlen zu können. Wer das Projekt in Albanien unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende auf das Konto der Kolpingsfamilie Hövelhof und mit dem Verwendungszweck »Aktion 11 plus« tun, die IBAN lautet DE15472627037800857100. Wer eine Spendenquittung benötigt, sollte seine komplette Anschrift angeben.

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