Nach Schließung der Unterkunft Staumühle: Bürgeramt fühlt sich Aufgaben gewachsen Flüchtlingszuweisung in Hövelhof – »Mehr Personal ist nicht nötig«

Hövelhof (WB). Nach der Schließung der Flüchtlingsunterkunft Staumühle bekommt Hövelhof inzwischen vermehrt Flüchtlinge zugewiesen, die in kommunalen Gebäuden untergebracht werden müssen. Auf 119 Menschen beziffert Bürgeramtsleiterin Petra Schäfers-Schlichting die aktuelle Zahl.

Von Meike Oblau
In diesem Jahr soll auch das ehemalige Landhaus Ahmet, das umfangreich umgebaut wurde, als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden.
In diesem Jahr soll auch das ehemalige Landhaus Ahmet, das umfangreich umgebaut wurde, als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden. Foto: Besim Mazhiqi

Eine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, ob es nicht angezeigt sei, das Bürgeramt personell zu verstärken, um sich besser um die Integration der zugewiesenen Flüchtlinge kümmern zu können, kommentierte Petra Schäfers-Schlichting: »Derzeit können wir das mit dem vorhandenen Personal gut leisten und wir sind sehr gut in der Lage, auf die Situation zu reagieren.« Diese Aussage stieß bei der Opposition auf eine gewisse Skepsis. »Ich finde das sehr erstaunlich, was Sie alles leisten können«, sagte Juliane Brauckmann (Bündnis 90/Die Grünen), »es kommen Jahr für Jahr neue Aufgaben dazu und Sie sitzen Jahr für Jahr hier und erklären, dass Sie das schon schaffen. Es ist ja toll, dass die Gemeindemitarbeiter sich engagieren, aber ich frage mich allmählich, ob da nicht langsam Grenzen erreicht sind.«

»Der Antrag ist goldrichtig«

Auch die FDP befürwortete den Antrag der Grünen, eine halbe Stelle in der Verwaltung zur Flüchtlingsintegration zu schaffen. »Der Antrag ist goldrichtig«, kommentierte André Klocksin, »denn das könnte sonst ein Kessel werden, der irgendwann überläuft. Eventuell könnte man die Stelle ja auch erstmal befristen.« Für die SPD sagte Mario Schäfer, bei der Größe der Flüchtlingsunterkunft an der Bielefelder Straße, die in absehbarer Zeit auf bis zu 160 Plätze erweitert werden solle, sei aus seiner Sicht alleine dort fast schon eine Vollzeitstelle von Nöten. Bürgermeister Michael Berens verwies darauf, dass die Aufgaben gut bewältigt werden könnten: »Wir arbeiten nicht konzeptlos.« Die CDU-Fraktion sah ebenfalls keinen Bedarf für eine zusätzliche halbe Stelle und lehnte den Antrag der Grünen, der von FDP und SPD unterstützt wurde, ab.

Im Gespräch mit dem WV führte Bürgeramtsleiterin Petra Schäfers-Schlichting aus, es gebe in Hövelhof ein »gut koordiniertes Netzwerk aus Ehrenamt und professionellen Anbietern«, zum Beispiel in den Familienzentren, bei der AWO, der Caritas, dem Jugendzentrum HoT und dem SJC Hövelriege. Unterstützung komme auch von der kirchennahen örtlichen Aktion »Hilf-Los«, unter dem Dach der Kirche habe sich zudem ein Sprachcafé gegründet. Vertreter aller Organisationen kämen regelmäßig an einem runden Tisch zusammen. »Erste Anlaufstelle für die Flüchtlinge ist natürlich unser Sozialamt, wir kriegen das gut hin«, betonte sie nochmals.

Ausgaben belasten den kommunalen Haushalt

Im vergangenen Herbst sei eine Zielvereinbarung mit der Bezirksregierung getroffen worden, wöchentlich seien daraufhin etwa zehn neue Flüchtlinge nach Hövelhof gekommen. Untergebracht sind die aktuell 119 Menschen (76 im Asylverfahren, 43 geduldete) derzeit an der Bielefelder Straße, am Mühlenweg, über der Bücherei und in einer Wohnung am Hallenbad. In den kommenden Wochen ist zudem das ehemalige Landhaus Ahmet bezugsfertig und im Haushalt 2018 stehen 1,4 Millionen Euro für Erweiterungsbauten an der Bielefelder Straße (60 weitere Plätze) bereit.

Bürgermeister Michael Berens weist auf die Problematik hin, dass der Kommune entgegen anderslautender Zusagen auch bereits abgelehnte Asylbewerber zugewiesen würden, im Falle Hövelhofs sind das derzeit 43: »Für diese Menschen bekommen wir keine Kostenerstattung vom Land, diese Ausgaben belasten den kommunalen Haushalt.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.