KÖB Delbrück ist die größte ihrer Art im Bistum – Jahresbilanz 2017 gezogen Bücher wird es immer geben

Delbrück (WB). Lesen ist out? Von wegen! Die Büchereien im Pastoralen Raum Delbrück sind nach wie vor bei ihrer Kundschaft stark gefragt. Das geht aus der jetzt veröffentlichten Jahresstatistik 2017 der sieben KÖB (Katholische Öffentliche Bücherei) im Delbrücker Land hervor.

Von Jürgen Spies
KÖB-Mitarbeiterin Jouline Morton und KÖB-Leiterin Johanna Hagenhoff haben Kindergartenkinder an einem Tisch versammelt. Spielerisch und somit altersgerecht führen sie die Jungen und Mädchen an das Medium Buch heran.
KÖB-Mitarbeiterin Jouline Morton und KÖB-Leiterin Johanna Hagenhoff haben Kindergartenkinder an einem Tisch versammelt. Spielerisch und somit altersgerecht führen sie die Jungen und Mädchen an das Medium Buch heran. Foto: Jürgen Spies

Angeschafft wurden in den vergangenen zwölf Monaten 4685 neue Medien. Die Anzahl der Besucher stieg im Vergleich zu 2016 um etwa 3000 auf 37.280.

Die Anzahl der Ausleihen ging dagegen zurück um etwa 5000 auf 88.008. Angesichts der Tatsache, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dies ehrenamtlich stemmen, sind »mehr als 88.000 Ausleihen schon enorm«, unterstreicht Johanna Hagenhoff, die die KÖB in Delbrück leitet, in einem Gespräch mit dem WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT.

Aktuell verfügen die KÖB im Delbrücker Land über einen Bestand von insgesamt mehr als 47.000 Medien. Allein in der Bücherei im Johanneshaus am Kirchplatz in Delbrück gibt es fast 20.400 Medien. Nach wie vor ist das Buch das Hauptmedium, aber auch Medien wie Hörbücher, Zeitschriften, Wii- und Nintendo-Spiele und E-Books zählen zu den Ausleihrennern bei Erwachsenen und Kindern.

Wo es im Delbrücker Land Lesefutter gibt:

KÖB gibt es in den Ortsteilen Delbrück-Mitte (dazu noch die Bücherei in der Grundschule St. Marien), in Schöning, Steinhorst, Sudhagen, Westenholz, Ostenland (dazu hier noch in der Grundschule) und in Lippling (gemeinsam mit der Grundschule Westerloh). Zusammen kommen die sieben KÖB im vergangenen Jahr auf 1866 Öffnungsstunden.

In den drei Lippedörfern Boke, Bentfeld und Anreppen gibt es keine öffentlichen Büchereien. Lesefreunde können natürlich die KÖB in anderen Ortsteilen nutzen – oder die Angebote, die die Kreisfahrbücherei bereithält. Der Bücherbus fährt die Stadtteile Boke, Bentfeld und Anreppen regelmäßig an.

Die KÖB Delbrück ist nach Angaben der Büchereifachstelle im Erzbistum Paderborn die größte im Bistum. Als erste ihrer Art hatte die KÖB Delbrück die EDV eingeführt und nimmt auch sonst eine Vorreiterrolle in diversen Bereichen ein. 113 Ehrenamtliche engagieren sich und leisteten im abgelaufenen Jahr 7695 Stunden.

»Unsere Teams suchen weitere Verstärkung«, macht Johanna Hagenhoff allen Mut, die Zeit und Lust haben, sich ebenfalls in den Dienst der guten Sache zu stellen, denn mit dem reinen Vorgang der Ausleihe ist es natürlich nicht getan. Das Aufgabenspektrum ist so breit, dass es in den Familienbüchereien Bedarf für verschiedene Tätigkeiten und Talente gibt – von der Buchhaltung über das Einbinden von Büchern bis hin zum Dekorieren und Organisieren, etwa bei den Veranstaltungen, die die Büchereien im Delbrücker Land überdies auf die Beine stellen. Im vergangenen Jahr waren es immerhin 119 Veranstaltungen. »Die Büchereien sind ein Umschlagplatz an Informationen und bieten den Teams eine schöne Möglichkeit des ehrenamtlichen Einsatzes», findet Johanna Hagenhoff.

Wer sich angesprochen fühlt, kann sich jederzeit in eine der sieben KÖB im Pastoralen Raum Delbrück weiter informieren. Angeboten werden auch Fortbildungsmaßnahmen, die kostenfrei sind. Im vergangenen Jahr kamen in der heimischen KÖB-Arbeitsgemeinschaft auf dieser Weise 261 Stunden zusammen. Weitere Informationen, auch zu den Veranstaltungen, gibt es im Internet unter www.koeb-delbrück.de

Seit vier Jahren verleihen die KÖB online E-Books, also Bücher in digitaler Form, die auf E-Book-Readern oder mit spezieller Software auf Personal-Computern, Tablet-Computern oder Smartphones gelesen werden können. »Wir haben festgestellt, dass das Interesse an Onleihe nicht so stark gestiegen ist, wie dies mal prognostiziert wurde«, berichtet Johanna Hagenhoff, die davon überzeugt ist, dass Bücher in digitaler Form das klassische Buch, das man in den Händen hält, nie ganz ersetzen werden.

Gleichwohl gingen im vergangenen Jahr knapp 4300 der derzeit 8549 dafür verfügbaren Medien in die Onleihe. »Diese Form der Medienausleihe nutzt übrigens gern die Generation 50-plus«, weiß die KÖB-Leiterin.

Um Lesenachwuchs kümmern sich die KÖB-Teams seit jeher ganz besonders. Spielerisch führen sie Kindergartenkinder beim Bilderbuchkino oder mit dem Bibfit (Bibliotheksführerschein für Kinder) an das Medium Buch heran. Es wird vorgelesen, gebastelt und gespielt. Die Delbrücker Büchereien sind ferner Partner der »Aktion Lesestart« – ein bundesweites Programm zur frühkindlichen Sprach- und Leseförderung, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und von der Stiftung Lesen bundesweit durchgeführt wird.

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