Holztechnik-AG der Gesamtschule baut Raumteiler für Mensa selbst Lust aufs Handwerk

Delbrück (WB). MINT hat nichts mit Pfefferminz zu tun. Denn MINT bezeichnet einen Unterrichtsschwerpunkt, der die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik umfasst. Gleichwohl ist MINT erfrischend und macht Lust auf mehr.

Von Jürgen Spies
Im OBI holte die AG Holztechnik der Gesamtschule das Material für die selbstgebauten Mensa-Raumteiler ab, begleitet von Lehrer Hubert Sprick (4. von links hinter dem Transportrollwagen); neben ihm Schulleiterin Theresia Diekmann-Brusche.
Im OBI holte die AG Holztechnik der Gesamtschule das Material für die selbstgebauten Mensa-Raumteiler ab, begleitet von Lehrer Hubert Sprick (4. von links hinter dem Transportrollwagen); neben ihm Schulleiterin Theresia Diekmann-Brusche. Foto: Jürgen Spies

Das erfahren seit ein paar Monaten die 18 Jungen und Mädchen, die sich an der Gesamtschule Delbrück für die MINT-AG Holztechnik entschieden haben. Fehlender Nachwuchs in fast allen MINT-Studiengängen und Ausbildungsberufen gilt in vielen Branchen als größte Gefahr für Innovation, Wachstum und Zukunftsfähigkeit. Deswegen hat das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW die Gemeinschaftsinitiative Zukunft durch Innovation (zdi) zur Förderung des technisch-naturwissenschaftlichen Nachwuchses ins Leben gerufen. Eines der mehr als 40 zdi-Zentren gibt es in Paderborn.

Schülern Ausbildungsberufe nahe bringen

Seit dem Schuljahr 2013/2014 gibt es an einigen Schulen im Kreis Paderborn diese AGs, deren Ziel es ist, Schülern Ausbildungsberufe dieser Bereiche nahe zu bringen. »Gerade Mädchen sind sehr skeptisch, wenn es um MINT-Berufe geht – oftmals unbegründet«, weiß Petra Münstermann vom Bildungs- und Integrationszentrum (BIZ) des Kreises Paderborn.

Auch an der Gesamtschule Delbrück gibt es nun die AG in der achten Jahrgangsstufe neben Spanisch- und Sportangeboten. »Das Interesse an der AG Holztechnik war so groß, dass wir gleich zwei Gruppen einrichten mussten«, sagt Schulleiterin Theresia Diekmann-Brusche. Sie ist froh, in Person von Hubert Sprick einen Werklehrer gefunden zu haben, der das Metier beherrscht und die sechs Mädchen und zwölf Jungs in Theorie und Praxis gern unterrichtet. Dabei ist Hubert Sprick (70), der jahrzehntelang an der Hauptschule Delbrück als Lehrer gearbeitet hat, schon vor einigen Jahren mit Erreichen der Altersgrenze aus dem Berufsleben ausgeschieden. Überzeugt von der Notwendigkeit, Schülerinnen und Schülern durch praxisnahen Werkunterricht Freude an einem handwerklichen Beruf zu vermitteln, ließ er sich im Herbst 2017 als Lehrkraft reaktivieren.

Teilnehmer haben Spaß

Technisches Zeichnen, Fertigen von Holzelementen nach Zeichnung, ausführliche Sicherheitsbelehrungen im Umgang mit Maschinen im Werkraum, eine Betriebserkundung bei Rasche in Ostenland, praktisches Arbeiten mit Laubsägen, Gehrungssägen, Bohrern und anderen Maschinen – dies und mehr »macht richtig Spaß«, hat beispielsweise Jan (13) längst für sich entdeckt.

Was er und die anderen die Achtklässler besonders gut finden: Sie haben inzwischen so viel gelernt, dass sie aktuell Raumteiler für die Mensa der Gesamtschule herstellen. Die Elemente werden nicht nur gut aussehen, sondern auch für eine bessere Raumakustik sorgen. Das Material dazu holte die AG jetzt im Bauzentrum OBI Westerhorstmann (Kooperationspartner der Gesamtschule Delbrück) ab. Geschäftsführer Bernhard Westerhorstmann findet die MINT-Initiative ausgesprochen gut: »Den Handwerksbetrieben fehlt guter Nachwuchs. Dabei hat das Handwerk eine blendende Zukunft!«

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