Delbrücker Tross feiert im Gastlichen Dorf in Sudhagen Mittelaltermarkt: Miraculix serviert Zaubernüsse

Delbrück (WB). Nein. Miraculix Junior hat keinen Zaubertrank dabei. Dafür aber Zaubernüsse! Die bereitet Reginald Wollschläger auf dem Mittelaltermarkt des Delbrücker Trosses frisch zu. Er liebt die Atmosphäre im Gastlichen Dorf.

Von Meike Oblau
Die Mäuse am Stand von Alex Metzig, der aus Sachsen zum Wintermarkt nach Sudhagen gekommen ist, zieht die Blicke der Besucher an. »Mäuse-Roulette« können sie hier spielen. Dabei müssen sie raten, in welchem der Häuschen die Maus verschwindet.
Die Mäuse am Stand von Alex Metzig, der aus Sachsen zum Wintermarkt nach Sudhagen gekommen ist, zieht die Blicke der Besucher an. »Mäuse-Roulette« können sie hier spielen. Dabei müssen sie raten, in welchem der Häuschen die Maus verschwindet. Foto: Besim Mazhiqi

»Die beiden Delbrücker Märkte im Sommer an der Laakestraße und im Winter hier stehen jedes Jahr fest in meinem Kalender«, sagt Wollschläger. Beide Veranstaltungen sind optisch grundverschieden – während sich Gaukler, Händler und Besucher im Sommer auf abgeernteten Feldern am Delbrücker Stadtrand tummeln, kommen die Mittelalterfreunde im Winter nach Sudhagen und schlagen ihre Lager zwischen den alten Fachwerkhäusern und am kleinen Ententeich auf. Es riecht nach leckerem Essen und nach Feuer, die Schläge aus der Schmiede vermischen sich mit den Flötentönen von Gaukler Sebastian Fuckel alias Curiositas aus Berlin zu einem interessanten Klangteppich.

Jedes Jahr versucht der Delbrücker Tross, seinen Besuchern Altbewährtes, aber auch Neues zu bieten. In diesem Jahr ist das Neue klein, wuselig und hat Knopfaugen: Die Mäuse am Stand von Alex Metzig, der aus dem tiefsten Sachsen zum Wintermarkt nach Sudhagen gekommen ist, zieht die Blicke der kleinen und großen Besucher an. »Mäuse-Roulette« können sie hier spielen. Dabei müssen sie raten, in welchem der Häuschen die Maus verschwindet.

Die siebenjährige Lissy aus Steinhagen (Kreis Gütersloh) steht derweil ein paar Schritte weiter und blickt sehnsüchtig auf das hölzerne Kinderkarussell. Klar, sie darf eine Runde fahren und kann sich entscheiden, ob sie sich dabei in ein Holzboot oder auf ein Holzpferd setzen möchte. Ihre Wahl fällt auf das Pferd. Nun geht es auf dem Mittelaltermarkt aber nicht zu wie auf einer herkömmlichen Kirmes – das Karussell dreht sich nicht per Knopfdruck und mit elektrischem Antrieb, nein: Es muss mit Muskelkraft angekurbelt werden. Es blinken auch keine bunten Lämpchen, nichts tutet und klingelt – und gerade deshalb ist es eine ganz besondere Karussellfahrt, die viel zu schnell zu Ende geht.

Entspannt geht es zu auf dem Gelände des Gastlichen Dorfes, die Händler, Handwerker und Gaukler kennen sich untereinander und freuen sich über das Wiedersehen, und das gute Wetter am Samstag trägt mit viel Sonne und blauem Himmel dazu bei, dass alle das Fest genießen. Am Abend gibt es einen Fackelumzug, und am Sonntag geht das bunte Treiben von vorne los. An diesem Sonntag, 28. Januar, hat der Markt noch bis 19 Uhr geöffnet.

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