Musik und Comedy: Publikum feiert rasanten Auftritt in der Stadthalle Delbrück Spaß mit Brass

Delbrück (WB). Das Orchester soll 21 Stunden und 40 Minuten Wagner spielen. Walküre, Tannhäuser, Siegfried, Parzival, der fliegende Holländer und Lohengrin. Entsetzt wedeln die Musiker mit Schildern der Gewerkschaft Verdi. Dirigent Thomas Hoffmann kennt die Lösung: Er kürzt das Medley der Brass Band Berlin auf viereinhalb Minuten.

Von Meike Oblau
Alles andere als ein gewöhnliches Konzert: Die Musiker der Brass Band Berlin kombinieren Musik und Comedy zu einer einzigartigen Mischung.
Alles andere als ein gewöhnliches Konzert: Die Musiker der Brass Band Berlin kombinieren Musik und Comedy zu einer einzigartigen Mischung. Foto: Meike Oblau

Rasant - mit diesem Wort ist der Auftritt der zehnköpfigen Formation aus der Hauptstadt in der Delbrücker Stadthalle am besten beschrieben. Kurz vor Weihnachten haben sie die ausverkaufte Hamburger Elbphilharmonie zum Beben gebracht, nun kommt das Delbrücker Publikum in den außergewöhnlichen Genuss, dieses Ensemble in kleinerem Rahmen zu erleben.

Der Spagat zwischen ebenso hochklassiger wie hochprofessioneller Musik und genau der richtigen Prise Comedy und Augenzwinkern gelingt scheinbar mühelos. Irgendwas ist immer los auf der Bühne, ob sich nun die Posaunisten Daniel Busch und Friedrich Milz in einer Art Fechtduell mit ihren Instrumenten duellieren, die anderen Musiker wie beim Limbo unter den Posaunen hertanzen, Klarinettist Tobias Schiller statt der Noten plötzlich einen Pin-Up-Kalender enthüllt oder Flötist Andreas Spannagel permanent absichtlich seinen Einsatz verpasst, weil die Musiker eine Operette spielen sollen, die sie angeblich vorher nicht geprobt haben.

Wie man Dirigent wird

Bandleader Thomas Hoffmann wirbelt derweil wie ein Flummi über die Bühne, nutzt mal eine Schreibmaschine, mal eine Spielzeugpistole als Ins­trument und erweist sich darüber hinaus auch verbal als glänzender Entertainer. Themen aus dem »Dschungelbuch« und James Bonds »Goldfinger« wechseln sich mit Klassikern von Bach, Ravel, Franz von Suppé oder eben Wagner ab.

Nebenbei erfahren die Zuschauer dann auch noch, wie man eigentlich Dirigent wird: »Man startet zunächst hoch motiviert als Musiker im Orchester. Wenn man das nicht hinkriegt, wird einem das Instrument weggenommen, man bekommt zwei Stöcker und muss ans Schlagzeug. Und wenn man das auch nicht hinkriegt, bekommt man nur noch einen Stock und schon ist man Dirigent«, erklärt Thomas Hoffmann. Gute Idee, ihm diesen einen Stock zu überlassen...

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