Hauptleitung platzt: Innenstadt, Tegetfeld, Westenholz und Sudhagen betroffen Haushalte haben Neujahr kein Wasser

Delbrück (WB). Hunderte Menschen saßen zu Beginn des neuen Jahres in der Delbrücker Innenstadt, im Tegetfeld sowie in Westenholz und Sudhagen auf dem Trockenen. Der Grund dafür lag in knapp zwei Metern Tiefe in der Südstraße: Die Haupttrinkwasserleitung nach Sudhagen und Westenholz war in der Neujahrsnacht gegen 0.30 Uhr geplatzt.

Von Axel Langer
Kurz nach dem Jahreswechsel brach in der Südstraße in Delbrück eine Haupttrinkwasserleitung, die Westenholz und Sudhagen mit Wasser versorgt.
Kurz nach dem Jahreswechsel brach in der Südstraße in Delbrück eine Haupttrinkwasserleitung, die Westenholz und Sudhagen mit Wasser versorgt.

Die aufwendigen Reparaturarbeiten zogen sich über den gesamten Neujahrstag hin. Erst am späten Nachmittag sollten die letzten Haushalte wieder mit Trinkwasser versorgt sein. »Unser internes Warnsystem hat heute Nacht den Bereitschaftsdienst alarmiert, dass es einen Druckabfall im System gibt«, erläuterte am Montag der Betriebsleiter des Wasserwerkes, Robert Siemensmeyer.

Fontäne schießt aus der Straße

David Strodick fuhr als zuständiger Mitarbeiter sofort ins Wasserwerk. Etliche Anrufer hätten bereits auf einen Druckabfall im Trinkwassernetz in der Innenstadt sowie den Ausfall der Wasserversorgung in Westenholz und Sudhagen aufmerksam gemacht. David Strodick machte sich unverzüglich auf die Suche nach der Ursache. Diese fand er in der Südstraße, wo im Bereich der Einmündung der Brentanostraße Wasser auf der Straße stand. Augenzeugen berichten von Fontänen, die aus der Straße geschossen seien und Straßendecke angehoben hätten.

Im Untergrund war die 200 Millimeter mächtige Hauptwasserleitung nach Sudhagen und Westenholz auf einer Länge von sechs Metern geplatzt. »Dies ist ein neuralgischer Punkt, da die Wasserleitung einmal quer unter der Straße die Seite wechselt. In den Knicken sitzen Widerlager aus Beton. Wir hoffen, dass wir da nicht dran müssen. Der Rohrbruch hat schon eine nicht alltägliche Größenordnung. Glücklicherweise konnten wir kurzfristig eine Kolonne eines örtlichen Tiefbauunternehmens finden, die die Reparatur übernommen hat«, sagte Robert Siemensmeyer. Für die Dauer der Bauarbeiten blieb die Südstraße voll gesperrt.

Unverzüglich wurde der Bereich, in dem die Leitung geplatzt war, abgesperrt. In Höhe des Marktkaufs und kurz vor dem Feuerwehrgerätehaus wurde die Wasserleitung zugesperrt, so dass sich innerhalb von rund 30 Minuten die Wasserdruckverhältnisse in der Innenstadt wieder normalisierten und wieder Trinkwasser vorhanden war. Auch im Feuerwehrgerätehaus sowie in der Rettungswache und der Polizeistation kam in der Nacht kurzzeitig kein Wasser aus dem Hahn. Hier konnte die Wasserversorgung schnell wieder hergestellt werden. Allerdings erhielten etwa zwölf Haushalte erst in den Nachmittagsstunden ihre Trinkwasserversorgung wieder.

Als Ursache für das Platzen vermutet Robert Siemensmeyer Materialermüdung. Die 50 Jahre alte, defekte Trinkwasserleitung wurde durch eine neue Kunststoffleitung ersetzt. Dazu musste die Südstraße auf rund zehn Metern und über die gesamte Straßenseite aufgerissen werden. Nachdem die Luft aus der Leitung gepresst wurde und das Rohrleitungssystem gründlich durchgespült war, konnte die Trinkwasserversorgung vollständig wiederhergestellt werden. Die Fahrbahndecke soll erst in den nächsten Tagen erneuert werden. So lange liege in diesem Bereich Schotter.

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