Antrag der SPD auf zehn zusätzliche Dialog-Displays zur Temporeduzierung findet keine Mehrheit Keine weiteren »Smileys« im Stadtgebiet

Delbrück (WB/spi). Seit gut drei Jahren werden Autofahrer im Stadtgebiet Delbrück mittels Geschwindigkeitsanzeigen (Dialog-Displays mit Smileys) auf die Einhaltung von zulässigen Höchstgeschwindigkeiten hingewiesen beziehungsweise daran erinnert. Wenn man sich an das zulässige Tempo hält, »bedankt« sich das Gerät mit einem freundlichen Gesicht. Wenn nicht, gehen die Mundwinkel nach unten.

Mundwinkel nach unten: zu schnell gefahren.
Mundwinkel nach unten: zu schnell gefahren. Foto: Spies

Fest steht, dass dort, wo die Dialog-Displays stehen, nachweislich langsamer gefahren wird. Längere Zeit war beispielsweise ein Dialog-Display an der Rietberger Straße/Ecke Eberhardstraße stationiert.

Die SPD-Fraktion hatte dies jetzt zum Anlass genommen, die Anschaffung weiterer zehn Geräte zu beantragen. Sachkundiger Bürger Michael Kersting wollte in der Sitzung des Bauausschusses ebenso wie Fraktionschef Frank Drake in der Ratssitzung von der Verwaltung unter anderem wissen: »Lassen die Erfahrungen beziehungsweise Auswertungen der vergangenen Jahre Rückschlüsse zu, an welchen Standorten eine dauerhafte In­stallation dieser Anzeigetafeln sinnvoll ist? Welche Kosten entstehen für Installation und Betrieb pro Gerät und Jahr?«

Dialog-Displays haben grundsätzlich positive Wirkung

Fachbereichsleiter Werner Mattiza sagte: »Dialog-Displays haben grundsätzlich eine positive Wirkung auf die Verkehrsteilnehmer und werden von diesen in der Regel auch akzeptiert, weil damit keine Bestrafung verbunden ist. Nach wissenschaftlichen Studien kommt es zu einer Harmonisierung des Geschwindigkeitsniveaus und damit zu einer Erhöhung der Verkehrssicherheit. Auch bei längeren Betriebsphasen konnten keine Gewöhnungseffekte festgestellt werden. Sobald die Dialog-Displays allerdings abgebaut werden, stellt sich das vorherige Geschwindigkeitsniveau wieder ein.«

Zur Kostenfrage sagte Mattiza, neben dem finanziellen Aufwand für die Installation (Elektriker, Bauhof; jeweils mehrere hundert Euro pro Gerät) und für die Verwaltung, sei auch ein großer Aufwand für den Betrieb erforderlich. »Standorte müssen mit Polizei und Straßenbaulastträgern abgestimmt werden, es müssen Ortstermine durchgeführt werden, die Software der Geräte ist anzupassen, es sind Feinjustierungen notwendig, regelmäßige Kontrollen, außerdem müssen die gesammelten Verkehrsdaten regelmäßig monatlich ausgelesen werden.«

In der Haushaltsdebatte fand der SPD-Antrag letztlich keine Mehrheit: 17 Ja-Stimmen, 17-Nein-Stimmen, eine Enthaltung. Damit galt der Antrag mit dem knappsten aller möglichen Abstimmungsergebnisse als abgelehnt.

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