Indonesischer Professor hat den Delbrücker Arzt Dr. Anil Singhal vorgeschlagen Nominiert für den Friedensnobelpreis

Delbrück (WB). Völlig überraschend ist der Delbrücker Arzt Dr. Anil Singhal als Anwärter für den Friedensnobelpreis 2015 nominiert worden. Ein indonesischer Professor für Humanrechte und Rechtswissenschaften hat den Mediziner vorgeschlagen. Das Schreiben des Professors an das Friedensnobelpreiskomitee in Oslo liegt dieser Zeitung vor.

Von Jürgen Spies
Dr. med. Anil Singhal ist stolz auf die Nominierung für den Friedensnobelpreis 2015. Der 71-Jährige Arzt sieht die Nominierung  vornehmlich mit dem olympischen Gedanken, wonach die Teilnahme genauso wichtig ist wie das Gewinnen.
Dr. med. Anil Singhal ist stolz auf die Nominierung für den Friedensnobelpreis 2015. Der 71-Jährige Arzt sieht die Nominierung vornehmlich mit dem olympischen Gedanken, wonach die Teilnahme genauso wichtig ist wie das Gewinnen. Foto: Jörn Hannemann

Dr. Singhal, seit 1979 niedergelassener Arzt in Delbrück, in einer ersten Stellungnahme: »Natürlich freue ich mich riesig. Das ist für mich die Krönung meiner humanitären Tätigkeiten. Ich sehe diese Nominierung vornehmlich mit dem olympischen Gedanken, wonach die Teilnahme genauso wichtig ist wie das Gewinnen.«

In dem Schreiben an das Friedensnobelpreiskomitee verweist der Professor in seiner Begründung zur Nominierung unter anderem darauf, dass Dr. Singhal im Oktober 1989 zusammen mit einigen Freunden und Bekannten das humanitäre Hilfswerk »Hilfe für die Kinder« gegründet hat und seither dessen Präsident ist.

Hilfswerk unterstützt Schulbildung von Kindern

Das Hilfswerk setzt sich kontinuierlich für Not leidende Kinder in Indien und anderen Regionen ein, sichert eine effektive Verwendung von Spenden, unterstützt Aufbau und Ausbau von Schulen, Kindergärten und Hospitälern. Die Finanzierung und Übergabe von zwei Ambulanzfahrzeugen, darunter eines für die Blindenschule im indischen Agra, stehen beispielhaft für die Mittelverwendung. 1997 war Anil Singhal vom damaligen indischen Staatspräsidenten Shankar Dayal Sharma zu einer Privataudienz empfangen worden.

Ganz besonders kommt es Dr. Anil Singhal darauf an, mitzuhelfen, dass Kinder eine qualifizierte Schulbildung bekommen. »In Indien ist  insbesondere die Förderung der schulischen Bildung für Mädchen eminent wichtig«, betont Dr. Singhal als gebürtiger Inder ausdrücklich.

Der Sohn eines Rechtsanwaltsehepaares aus Neu Delhi war schon als Jugendlicher nach Deutschland gekommen, um Medizin in Heidelberg zu studieren. Seinen deutschen Pflegeeltern ist der 71-Jährige immer noch dankbar für die Hilfe, die er als Heranwachsener und Student von ihnen bekam. Nachdem er sein Medizinstudium im Jahr 1970 beendet hatte, arbeitete er als junger Arzt an verschiedenen Krankenhäusern. 1973 promovierte er, 1975 folgte die Anerkennung zum Facharzt für Frauenheilkunde, nach Weiterbildungen und klinischen Erfahrungen war er bis zum Wechsel in die Selbstständigkeit  als Chefarztvertreter der Abteilung Gynäkologie/Geburtshilfe im St.-Josefs-Krankenhaus Salzkotten tätig.

Auszeichnungen in Deutschland

Der Facharzt für Frauenheilkunde und Facharzt für Allgemeinmedizin mit fliegerärztlicher Untersuchungsstelle hat sich über Jahre hinweg für Kollegen berufspolitisch engagiert. Unter anderen war Dr. Singhal von 1989 bis 1997 Mitglied im Ärzteparlament Westfalen-Lippe, außerdem Prüfer im Weiterbildungswesen der Ärztekammer Westfalen-Lippe.

»Dank der Hilfe meiner treuen Freunde habe ich in Deutschland viele Ehrungen bekommen«, denkt Singhal unter anderem an die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande (1998) zurück. »Und jetzt die Nominierung für den Friedensnobelpreis...«, staunt der Arzt und ist stolz auf diese Ehre.

Das Bundesverdienstkreuz am Bande hatte er auch dank seines Werbens für den Europagedanken bekommen; in den frühen 80er-Jahren  war er Paderborner Kreisvorsitzender des Europaclubs, später dann Vorsitzender der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen. Dr. Singhal versteht sich als Kosmopolit. Zigfach hat er Vorträge über Friedensgedanken gehalten, gegen den Einsatz von Kindersoldaten gewettert.

Dr. Singhal ist Christ. Zu seinen Lieblingssätzen zählt ein Zitat von Mutter Teresa: »Wir können keine großen Dinge vollbringen – nur kleine, aber die mit großer Liebe.«

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