Dieter Sauerbier bereitet besondere Ausstellung in Büren vor Karikaturen im Bestattungshaus

Büren (WB/han). Karikaturen zu den Themen Sterben, Tod und Trauer in einem Bestattungshaus ausstellen – darf man das? Dieter Sauerbier will es wagen, auch wenn der Bestatter aus Büren ahnt, dass er damit polarisieren wird.

Bestatter Dieter Sauerbier freut sich auf viele Besucher der Karikaturen-Ausstellung.
Bestatter Dieter Sauerbier freut sich auf viele Besucher der Karikaturen-Ausstellung. Foto: Hanne Hagelgans

Unter dem Titel »Sie hat mir der Himmel geschickt«, sind vom 6. bis 23. Februar 83 Karikaturen zu sehen, die sich dem Themenkomplex von unterschiedlichen Seiten nähern. »Seit einigen Jahren erleben wir einen kontinuierlichen Wandel im Umgang mit den Themen Sterben, Tod und Trauer«, erläutert Sauerbier.

Die Karikaturen spiegelten die Vielfalt menschlichen Verhaltens und Sichtweisen in menschlichen Grenzsituationen wider. »Makaber, verstörend, verniedlichend, tröstend, erheiternd – die Wirkungen auf jeden von uns werden unterschiedlich sein«, erwartet er. In jedem Fall gebe die Ausstellung Anlass zum Nachdenken, Schmunzeln, zur Ablehnung oder auch zur Zustimmung.

Gezeigt werden 83 Blätter und Karikaturen, die sich auf humoristische Weise, aber dennoch sensibel mit dem zentralen Thema der Ausstellung, dem Tod, sowie Demenz, Todesängsten und Begräbniskultur auseinandersetzen. Die Ausstellung umfasst Arbeiten von 45 Künstlern aus Deutschland, West- und Osteuropa sowie dem Iran.

Leihgeber der Wanderausstellung ist die Hospiz-Akademie Bamberg, die sie anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens im Jahr 2012 gemeinsam mit dem Hospizverein Bamberg gestaltet hat. In den vergangenen Jahren war die Ausstellung mit großem Erfolg in verschiedenen deutschen Städten zu sehen.

Der dazugehörige Katalog ist mit einer Gesamtauflage von inzwischen mehr als 18.000 Exemplaren europaweit gefragt. »Dass die Ausstellung in einem Bestattungshaus gezeigt wird, ist in Büren das erste Mal überhaupt«, erzählt Sauerbier.

Er hofft, dass die Bilder auch Menschen ansprechen, die sonst keine Berührungspunkte mit dem Thema haben. »Die Bilder bieten die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, und das reizt mich«, sagt der Bestatter.

Einzelbesucher haben bis zum 23. Februar die Möglichkeit, die Ausstellung täglich zwischen 9 und 12 Uhr sowie zwischen 16 und 20 Uhr anzuschauen. Der Eintritt ist frei. Gruppen sollten sich anmelden unter Telefon 02951/98240.

Dann ist es auf Wunsch auch möglich, Lydia Willemsen von der psychosozialen Beratungsstelle, Lebens- und Trauerbegleitung, der Caritas Paderborn als kompetente Ausstellungsbegleiterin zu verpflichten. Sie leitet seit vielen Jahren bei der Caritas Einzelgespräche mit Trauernden sowie Trauergruppen für Erwachsene und Kinder. Lydia Willemsen begleitet die Besucher durch die Ausstellung und gibt Anstöße zu Gesprächen und Gedanken.

Angesprochen hat Dieter Sauerbier auch die weiterführenden Schulen, die die Ausstellung im Rahmen des Religions- oder Ethikunterrichts besuchen könnten. »Die Resonanz war sehr gut«, freut er sich.

Eröffnet wird die Schau am Montag, 5. Februar, 19 Uhr in der Trauerhalle des Bestattungshauses Sauerbier. Mit dabei ist dann auch der Paderborner Autor und Künstler Erwin Grosche, der mit Text- und Gesangsbeiträgen auf den Ausstellungsbesuch einstimmt.

Vorwort des Bamberger Erzbischofs

Dr. Ludwig Schick, Erzbischof von Bamberg, hat 2012 ein Vorwort zum Ausstellungskatalog verfasst. »Trotz der vielen Toten in den allabendlichen Fernsehkrimis und anderen Filmen sind Sterben und Tod zum Tabu in unserer Gesellschaft geworden«, heißt es darin.

»In den Karikaturen dieser ungewöhnlichen Ausstellung wird zugespitzt, überzeichnet und humoristisch der Finger in manche Wunde unseres heutigen Umgangs mit Sterben, Tod und Trauer gelebt«, schreibt der Geistliche. »Die Zeichnungen sollen zum Nachdenken anregen und helfen, dass die Betrachter selbst und unsere Gesellschaft eine realistische und zugleich hoffnungsvolle Sicht von Sterben und Tod wiederfinden.«

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