Sturm Friederike hat im Altkreis Büren erhebliche Schäden verursacht Wälder schwer getroffen

Büren (WB/han/sen). Sturm Friederike hat in den Waldgebieten des Altkreises erhebliche Schäden hinterlassen. Die Auswirkungen sind vielerorts kaum weniger dramatisch als vor elf Jahren, nachdem Kyrill gewütet hatte.

Überall abgeknickte Bäume: Im Stadtgebiet Salzkotten hat es besonders den Bereich in der Nähe der SGV-Hütte in Niederntudorf getroffen.
Überall abgeknickte Bäume: Im Stadtgebiet Salzkotten hat es besonders den Bereich in der Nähe der SGV-Hütte in Niederntudorf getroffen. Foto: Marion Neesen

6000 bis 8000 Festmeter Holz hat der Sturm nach ersten Schätzungen im 1000 Hektar großen Lichtenauer Stadtwald gefällt. Das entspreche etwa einem Jahreseinschlag, sagte Franz-Josef Manegold, zuständiger Abteilungsleiter bei der Stadt.

Betroffen gewesen seien vor allem Fichten. Von Schnee bedeckt, hätten sie sich mit ihren flachen Wurzeln im aufgeweichten Erdreich nicht halten können. »Was Kyrill vor elf Jahren verschont hat, hat jetzt Friederike erwischt«, ärgert sich Manegold. Den finanziellen Verlust für die Stadtkasse kann er zurzeit noch gar nicht beziffern. Da aber andere öffentliche und private Waldbesitzer auch betroffen seien, rechnet er mit einem Überangebot an Holz und in der Folge mit fallenden Preisen.

Probleme, das Sturmholz aufzuarbeiten und für den Abtransport bereit zu machen, befürchtet Manegold für den Bereich Lichtenau immerhin nicht. Dort gebe es vor Ort entsprechende Lohnunternehmen. Nach dem Sturm Kyrill vor elf Jahren mussten sich Waldbesitzer teilweise lange gedulden, bis die stark gefragten Unternehmen Kapazitäten frei hatten. Langes Liegen im Wald schadet aber dem Holz, weil es so leicht von Schädlingen befallen werden kann.

Ähnlich hoch wie in Lichtenau sind die Schäden im Bürener Stadtwald. Beim Nadelholz, so Förster Ulrich Menzel, seien insgesamt 7500 Festmeter Schaden entstanden, davon etwa 15 Hektar als große Fläche. Der Rest seien einzelne Teilschäden. Beim Laubholz, das insgesamt ein wenig stabiler steht, seien 700 einzelne Bäume durch den Sturm gefällt worden. Flächenschäden habe es hier nicht gegeben.

Zum Verlust des Holzes kämen in Büren noch diverse Schäden an landwirtschaftlichen Flächen und Baugrundstücken. Gebäudeschäden im Wald seien bisher nicht bekannt.

Im Stadtwald Salzkotten hat der Orkan etwa 6000 Festmeter geworfen, hat sich Stadtförster Waldemar Makowka einen ersten Überblick verschafft. Gefallen seien etwa 5000 Festmeter Nadelholz und 1000 Festmeter Laubbäume. Zu wirtschaftlichen Schäden und Holzpreisen ließe sich erst im Sommer etwas sagen wenn sich der Markt eingestellt und entwickelt habe. »Zurzeit scheint es weniger Holz zu sein, als 2007 von Kyrill geworfen«, so Makowka.

In den Wäldern der Stadt Bad Wünnenberg (insgesamt etwa 250 Hektar) seien nach Einschätzung Makowkas rund 4200 Festmeter dem Sturm zum Opfer gefallen. Größtenteils waren es Fichten (4000 Festmeter), die Friederike nicht standhalten konnten. Zum Vergleich: Der Jahreseinschlag liegt regulär im Jahr bei 1600 Festmetern. Die Schäden seien groß, die Ausmaße von »Kyrill« mit 6000 Festmeter seien zum Glück jedoch nicht erreicht worden. Besonders betroffen im Stadtgebiet seien der Katzenberg in Leiberg sowie das Waldstück in Bad Wünnenberg oberhalb der Serpentinen (B 480). Der städtische Baumkontrolleur ist in der Kur­stadt unterwegs und sichtet Sturmschäden. Im Kurpark in Bad Wünnenberg hat es keine Verluste gegeben.

Die Aufräumarbeiten sind in vollem Gange, mancherorts werden sie allerdings mehrere Monate dauern. Das Betreten der Wälder ist aus Sicherheitsgründen auch weiterhin bis zunächst zum 31. Januar per behördlicher Verordnung untersagt.

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