Pastoralverbund will im Pfarrheim Wewelsburg neue Wege gehen Hilfsangebote für die Seele

Büren (WB/eB). Die Wewelsburg, die Erinnerungs- und Gedenkstätte im ehemaligen Wachgebäude, die katholische Pfarrkirche und das Pfarrheim St. Jodokus bilden in Wewelsburg ein bauliches Ensemble. Jetzt sollen die geschichtsträchtigen Gebäude auch durch geistliche Angebote eng verbunden werden.

Pfarrer Peter Gede, Monsignore Ullrich Auffenberg und Pastor Ralf Scheele (von links) haben das Projekt vorgestellt.
Pfarrer Peter Gede, Monsignore Ullrich Auffenberg und Pastor Ralf Scheele (von links) haben das Projekt vorgestellt. Foto: Büttner

Pfarrer Peter Gede, Monsignore Ullrich Auffenberg und Pastor Ralf Scheele haben gemeinsam Ideen entwickelt, die sie jetzt den Mitgliedern des Pfarr- und Kirchenvorstands und der Steuerungsgruppe im Pastoralverbund vorstellten.

Geistliche Impulse für Einheimische und Besucher

»Jedes Jahr besuchen mehr als 100.000 Menschen die Orte an der Kirche und Burg. Ihnen einen geistlichen Impuls zu unterbreiten, ist nach unserer Auffassung unbedingt Aufgabe der Kirche heute«, ist Gede überzeugt. Aber nicht nur Besucher, sondern auch die Einheimischen sollen mit angesprochen werden: »Vom Kindergarten bis zu den Senioren sind alle eingeladen, und das auch in der Ökumene«.

Für die Umsetzung sind bauliche Maßnahmen notwendig. Betroffen sind in erster Line das Pfarrheim und – in geringerem Maße – auch die Pfarrkirche. Nach dem Auszug der Katharinenschwestern sind im Pfarrheim Räume frei geworden. »Die kleine Kapelle und der Bibelgesprächsraum laden, bei Beibehaltung des spirituellen Charakters der Räume, dazu ein, um hier zu meditieren, sich alleine oder in kleinen Gesprächsrunden im Glauben zu vertiefen«, erläutert Monsignore Auffenberg.

Ein weiterer Raum in der ersten Etage, den Auffenberg als »Alte Tenne« bezeichnet, könnte als religiöse Erlebniswerkstatt genutzt werden, etwa für Gruppen vom Kindergartenalter an. »In Rollenspielen, zum Beispiel in der Darstellung der Passions- oder Ostergeschichte, könnte hier den Menschen zu verstehen gegeben werden, was das Leben bedeutet und wie es sich im Glauben verstehen lässt. Inszenierungen helfen dabei, denn Menschen brauchen Bilder«, betont Auffenberg.

Das Pfarrheim bedarf Renovierungsmaßnahmen

Das Problem sind wohl die Kosten. Das gesamte Pfarrheim, gebaut 1912 als Wohn- und Geschäftshaus, müsste renoviert werden. Die Räume in den oberen Etagen zu erreichen, ist für Menschen mit Behinderung kaum möglich. Genutzt wird das Pfarrheim, dessen Besitzer die katholische Pfarrgemeinde ist, im Erdgeschoss von den Wewelsburger Vereinen und als Treffpunkt für Senioren. Im Obergeschoss ist die katholische Bildungsstätte St. Meinolfus zu Hause. »Wir sind uns den Herausforderungen bewusst«, sagt Pastor Peter Gede und hofft auf Hilfe aus Paderborn.

Nicht so teuer würden die Maßnahmen in der Pfarrkirche. Hier, so die Überlegung, könnte durch Lichteffekte, Musik oder Filmsequenzen, die der Besucher individuell betätigen kann, den Menschen geholfen werden, Erlebtes zu verarbeiten und ein versöhnliches Leben zu führen.

»Viele Besucher der Dokumentation kommen anschließend in die Kirche, um hier Ruhe zu finden und das dort Erfahrene zu verarbeiten, doch dann stoßen sie auf eine verschlossene Kirche. Wollen wir ihnen Hilfe geben, müssen wir die Gitter entfernen und die Kirche wieder öffnen«, sagt Pastor Scheele.

Ehrenamtliche im Pastoralverbund Büren sollen Vorhaben unterstützen

Das Vorhaben sei kein »Priesterprojekt«, stellen die drei Geistlichen klar, sondern soll von vielen interessierten Ehrenamtlichen im Pastoralverbund Büren mitgetragen und mitgestaltet werden. Neben Vertretern der Jugendherberge und des Kreismuseums, mit denen bereits Gespräche geführt worden sind, sind daher alle Interessierten eingeladen zu weiteren Treffen.

Das nächste findet schon am Donnerstag, 18. Januar, statt. Treffen ist um 19.30 Uhr im Pfarrheim Wewelsburg. Am Samstag, 20. Januar, gibt es nach der Vorabendmesse in der Kirche eine Informationsveranstaltung zum Thema.

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