CP Tech stattet Teams mit neuem Sicherheitsbügel aus Formel-1-Technik aus Büren

Büren (WB/han). Formel-1-Rennwagen rasen künftig mit Technik aus Büren über die Pisten. Die FIA hat das Unternehmen CP Tech als ersten Anbieter des neuen Cockpitschutzsystems »Halo« anerkannt.

»Halo« sorgt in der Formel 1 für mehr Fahrersicherheit.
»Halo« sorgt in der Formel 1 für mehr Fahrersicherheit.

Das hat die am Flughafen in Ahden ansässige Firma am Freitag, 12. Januar, mitgeteilt. Das Halo-System, ein runder Bügel mit Längsbalken in Kopfhöhe, verbessert die Sicherheit des Fahrers und ist ab Beginn der Rennsaison 2018 für die Formel 1 und die Formel 2 vorgeschrieben.

Im Laufe des Entwicklungsverfahrens habe CP erfolgreich die hohen, durch die FIA (Fédération Internationale de l’Automobile) vorgegebenen Anforderungen erreicht, so das Unternehmen.

Die ersten Cockpitschutzsysteme würden jetzt an alle Teams der Rennserien Formel 1 und Formel 2 geliefert. Ende des Jahres folge dann die Belieferung aller Teams der Formel E; hier gehen Elektroautos an den Start.

»Wir haben CP als Forschungs- und Entwicklungspartner ausgewählt, weil sie uns komplett ausgereifte technische Lösungen anbieten konnten«, erklärte Andy Mellor, Global Institute Consultant bei der FIA.

»Nach mehr als 25 Jahren Erfahrung im Motorsportgeschäft ist dieser Auftrag ein weiteres Leuchtturmprojekt für uns, auf das wir stolz sein können«, freut sich Geschäftsführer Thomas Casey und ergänzt: »Das Projekt ist eine echte Anerkennung unseres einzigartigen Know-hows, speziell im Hinblick auf die komplexe Verarbeitung von Titan und zusätzlicher Materialien. Hier haben wir uns im Markt mittlerweile ein Alleinstellungsmerkmal aufgebaut, das auch die FIA überzeugen konnte.«

Casey erläutert: »Bei diesem Auftrag steht besonders die spezielle Wärmebehandlung des Materials in Verbindung mit komplexen Schweißverfahren im Vordergrund.« Das erfordere, wie bei vielen anderen Projekten auch, eine Menge Know-how im Bereich der mechanischen Bearbeitung.

Für die FIA steht die Fahrersicherheit im Vordergrund: Sie startete 2011 ein Forschungsprojekt zur Entwicklung eines verbesserten Frontschutzsystems für den Kopf des Fahrers. Das Ergebnis ist das System »Halo«, mit dem die Fahrer der Formel 1-, Formel 2- und Formel E-Boliden ab 2018 ins Rennen gehen werden.

Umfangreiche Tests hätten gezeigt, dass der »Halo« (englisch für Heiligenschein) die Sicherheit deutlich erhöhe. So konnte der Bügel zum Beispiel ein heranfliegendes Rad mit einer Geschwindigkeit von 225 Stundenkilometern abwehren.

Die Bürener CP Tech GmbH, die 2016 – damals noch als CP Autosport – einen Neubau im Gewerbepark am Flughafen bezogen hat, ist weiter auf Wachstumskurs und stellt neue Mitarbeiter ein, unter anderem im Bereich Fräs- und Zerspanungstechnik. Zurzeit hat das Unternehmen 200 Mitarbeiter und setzte im vergangenen Jahr mehr als 20 Millionen Euro um.

Das Bürener Vorzeige-Unternehmen ist seit Juni 2017 ein Teil der niederländischen Nedschroef-Gruppe. Sein Kerngeschäft sind innovative Eigenprodukte, Engineering-Dienstleistungen, Hochleistungskomponenten und Komplettlösungen für die Branchen Automobil, Motorsport und Luftfahrt. Im Vordergrund der Unternehmensstrategie stehen die Entwicklung neuer Fahrzeug- und Mobilitätskonzepte, geprägt durch globale Trends wie E-Mobilität, Leichtbau, Vernetzung, Nachhaltigkeit und autonomes Fahren.

Kommentar

Weltweit drei Firmen haben sich als Anbieter des »Halo« beworben. Das Rennen haben die Bürener gemacht. Wer in den kommenden Monaten vor dem Fernseher sitzt und den Formel-1-Rennen zuschaut, mag vielleicht kurz daran denken: Ein Teil der Boliden ist praktisch in der eigenen Nachbarschaft entwickelt worden.

CP Tech ist nur ein Beispiel für ein ziemlich weit verbreitetes Phänomen: Da spielt ein heimisches Unternehmen in der Weltspitze mit – und kaum jemand weiß davon. An Schreibtischen und in Werkshallen im Bürener Land entsteht Außergewöhnliches.

Hanne Hagelgans

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.