Leiterin des Kreismuseums Wewelsburg will Suche notfalls verbieten Pokémon im KZ

Büren/Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Ein Pokémon auf dem ehemaligen Appellplatz des KZs in Wewelsburg? Oder auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof in Stukenbrock? Bei diesem Gedanken läuft es den Verantwortlichen der Gedenkstätten kalt den Rücken herunter.

Von Dietmar Kemper
Ein Pokémon taucht auf dem Handy auf.
Ein Pokémon taucht auf dem Handy auf. Foto: Mike-Dennis Müller

Bei dem Smartphone-Spiel »Pokémon Go« suchen Kinder, Jugendliche und Erwachsene Pokémons, die in die reale Umgebung der Spieler virtuell eingeblendet werden. An »Pokéstops« liegen Bälle, die zum Einfangen der Monsterfiguren dienen. Mit seinen Pokémons kann der Spieler dann in Trainingsarenen gegen andere Spieler virtuell kämpfen. Die Orte, an denen sich Pokémon aufhalten, können nicht nur Marktplätze oder Sehenswürdigkeiten, sondern auch Friedhöfe oder ehemalige KZs sein. Einem Spieler wurde in Auschwitz ein »Rattfratz«-Pokémon angezeigt.

Platzierung pietätlos

Eine solche Platzierung von Monstern hält der Arbeitskreis der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte in NRW für pietätlos. Mit Blick auf die Wewelsburg in Büren im Kreis Paderborn kündigte die Leiterin Kirsten John-Stucke gestern an: »Wir prüfen, ob das ehemalige Lager mit Mahnmal, Appellplatz und Schießstand mit Pokémon versehen ist.« Wenn ja, werde sie das den Verantwortlichen des Spiels melden und um Korrektur bitten. »An diesen Punkten, auch im Nordturm mit den ehemaligen Räumen der SS, würde ich die Pokémon-Jagd verbieten«, sagte John-Stucke dem WESTFALEN-BLATT.

Den ausführlichen Bericht lesen am Dienstag, 19. Mai, im WESTFALEN-BLATT.

Kommentare

KZ

Es überrascht mich sowas zu lessen

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