Franz Fretter investiert Zeit und Geld für Naturschutz im Kreis Paderborn Ein Paradies für Flora und Fauna

Borchen (WB). Franz Fretter ist passionierter Jäger und Naturschützer – für den 74-jährigen aus Borchen-Alfen ist das kein Widerspruch. Im Gegenteil: »Wer, wenn nicht wir Jäger, soll sich um Natur kümmern?« Der Malermeister im Ruhestand hat sich im Laufe seines Lebens jedenfalls intensiv Flora und Fauna verschrieben und dafür eine Menge Geld aufgebracht.

Von Per Lütje
Selbstredend hängt auch im Garten von Franz Fretter ein Vogelhäuschen.
Selbstredend hängt auch im Garten von Franz Fretter ein Vogelhäuschen. Foto: Per Lütje

Vor 35 Jahren haben sich Jäger und Naturfreunde aus Borchen-Alfen und Salzkotten-Tudorf zusammengetan, um der Tier- und Pflanzenwelt auf unbebaubaren Gebieten ein dauerhaftes Zuhause zu geben. Motor der Aktion war und ist Franz Fretter.

»Ich habe die Liebe zur Natur von meinem Vater, der ein eigenes Jagdrevier bei Winkhausen hatte, von kleinauf kennen gelernt«, erinnert sich der Alfener. Er war noch keine 30 Jahre alt, als er sich ein 2000 Quadratmeter großes benachbartes Grundstück sicherte, »damit es nicht bebaut werden kann« und stattdessen der Natur zugute kommt.

Private Finanzierung

Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte legte sich Fretter immer mehr Grund und Boden zu. »Inzwischen sind es sechs bis sieben Morgen Land im Almetal (ein Morgen entspricht 2500 Quadratmetern, Anm. d. Red.) «, sagt der 74-Jährige und fügt hinzu: »Das ist alles privat finanziert. Ich glaube nicht, dass es so etwas irgendwo anders gibt.«

Gemeinsam mit Mitstreitern wie Bernhard Witte, Heinrich Bielemeyer, Heinz-Josef Bielemeyer, Hermann Voss und Meinolf Halsband leistete der ehemalige Malermeister und Bodenverleger Erstaunliches, wie folgende Zahlen belegen: Sämtliche Flächen wurden eingezäunt und auf diesen 12.300 Bäume verschiedener Sorten gepflanzt. Zusätzlich wurden 2600 Heckenpflanzen gesetzt und 180 Obstbäume angesiedelt. »Zudem wurden etwa 280 Kubikmeter Mutterboden herangefahren und für Niederwild, wie zum Beispiel Kaninchen, bepflanzt«, erläutert Franz Fretter.

220 Vogelkästen aufgestellt

Auch um die heimische Vogelwelt kümmern sich die Naturfreunde aus Alfen und Tudorf seit mehr als drei Jahrzehnten. Etwa 220 Vogelkästen wurden entlang der Alme aufgehängt, die jährlich gewartet und bei Bedarf erneuert werden.

Ein Großteil stammt aus den Händen des Alfeners Meinolf Halsband (78), der die Kästen selbst anfertigt. Zudem wurden Behausungen für Insekten und Fledermäuse aufgestellt, und auch zwölf Bienenvölker haben in dem privaten Naturparadies eine Heimat gefunden.

20 aktive Helfer

Die Natur dankt es den ehrenamtlichen Helfern um Franz Fretter, von denen auch heute noch mehr als 20 aktiv sind, mit einem Stelldichein verschiedenster Tierarten, unter anderem Siebenschläfern, Eulen, Käuzchen und diverse Spechtarten.

Mittlerweile 74 Jahre alt, ist sich Franz Fretter bewusst, dass er sich nicht mehr ewig um seine grüne Oase kümmern kann. »Mein Enkel ist jetzt 17 Monate alt. Vielleicht wird er ja auch ein Jäger«, sagt er und lacht, um dann doch ein wenig ernster zu werden: »Die Grundstücke sollen in jedem Fall zusammenbleiben. Meine Familie musste mir eines versprechen: Schneidet nicht den Kuchen kaputt.«

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