Penny-Überfall in Bad Wünnenberg juristisch aufgearbeitet Räuber muss lange in Haft

Bad Wünnenberg/Paderborn (WB). Der Haupttäter des Überfalls auf den Bad Wünnenberger Penny-Markt im Dezember 2016 muss lange in Haft: Für sechseinhalb Jahre muss der Asylbewerber hinter Gitter. Das hat das Landgericht Paderborn am Montag entschieden.

Von Ulrich Pfaff
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Zwei maskierte Männer hatten in den Abendstunden des 17. Dezembers den Einkaufsmarkt in der Kurstadt aufgesucht, die drei Kassiererinnen mit echt aussehenden Schreckschusswaffen bedroht und die Herausgabe von 4000 Euro Bargeld erzwungen. Vor ihrem Verschwinden malträtierten sie die Frauen, indem sie ihnen Pfefferspray ins Gesicht sprühten.

Mit dem 29-Jährigen, der als Asylbewerber nach Paderborn gekommen war, saß nach Überzeugung der 1. Großen Strafkammer der Haupttäter auf der Anklagebank. Er sei es gewesen, führte Richter Bernd Emminghaus aus, der einer der Frauen eine Gaspistole an den Kopf hielt, um diese dazu zu nötigen, die Kasse und den Tresor zu öffnen. Und dieser Angeklagte sei auch derjenige gewesen, der zum Schluss die drei gefesselten Frauen mit dem Pfefferspray attackiert habe.

Stützen konnte sich die Kammer dabei auf die Aussage eines 25-jährigen Mittäters, der noch am Tatabend in einem Linienbus geschnappt wurde. Jener wurde bereits im vergangenen Mai zu fünf Jahren Haft verurteilt und sollte nun als Zeuge aussagen: Er schwieg zwar in diesem Prozess, hatte jedoch in seinem eigenen den 29-Jährigen als »aggressiven Haupttäter« beschrieben.

Ohnehin war es der 25-Jährige, der in seiner polizeilichen Vernehmung das Augenmerk auf den 29-Jährigen gelenkt hatte, so dass dieser später in Belgien – wohin er sich noch in der Tatnacht abgesetzt hatte – festgenommen werden konnte. Was den Angeklagten ebenfalls schwer belastete, waren seine DNA-Spuren an Kleidungsstücken, die in einem Waldstück in der Nähe des Tatorts sichergestellt worden waren.

Sechseinhalb Jahre Haft war der Strafkammer der schwere Raub wert. Strafmilderndes Verhalten wie etwa ein Geständnis könne man dem 29-Jährigen nicht positiv anrechnen, betonte Emminghaus in seiner Urteilsbegründung. Auch dass die drei Frauen durch das Erlebte erheblich belastet seien, müsse die Kammer strafschärfend werten.

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