Bad Wünnenberger Rat hebt Gebühren um 30 Prozent an Bestattungen werden teurer

Bad Wünnenberg (WB/han). Eine Anhebung der Bestattungsgebühren hat der Bad Wünnenberger Rat in seiner letzten Sitzung in diesem Jahr mehrheitlich beschlossen. Betroffen sind von 2017 an allerdings nicht alle Bestattungsarten gleichermaßen.

Die Preise für Bestattungen auf den städtischen Friedhöfen steigen.
Die Preise für Bestattungen auf den städtischen Friedhöfen steigen. Foto: Hagelgans

Die Kosten für die traditionellen Formen steigen um rund 30 Prozent. Eine Sargbestattung kostet künftig 505 Euro im Reihengrab, 535 Euro in einer Wahlgrabstätte, eine Urnenbestattung 425 Euro. Hinzu kommen, wenn gewünscht, die Nutzung der Friedhofskapelle und die dortige Aufbahrung mit 205 und 135 Euro.

Nur um geringe Beträge steigen dagegen die Kosten für die alternativen Bestattungsformen, die vom kommenden Jahr an neu auf allen sieben städtischen Friedhöfen in Bleiwäsche, Elisenhof, Haaren, Helmern, Leiberg, Eilern und der Kernstadt angeboten werden. So kostet eine Sargbestattung in einem pflegelosen Reihengrab 1155 Euro. Ein pflegeloses Urnen-Reihengrab kostet künftig 680 Euro. Die Preise für die neuen Angebote liegen höher als bei den traditionellen Bestattungsformen, weil hier die Grabpflege durch die Stadt, die sonst die Angehörigen selbst übernehmen oder an Unternehmen vergeben müssen, bereits eingerechnet ist.

Die Stadt setzt mit der Anhebung der Gebühren eine Empfehlung der Gemeindeprüfungsanstalt um, die vorgegeben hatte, von den tatsächlichen Verursachern kostendeckende Gebühren zu erheben anstatt die Finanzierungslücke durch allgemeine Steuermittel zu schließen.

Zwar seien die Gebühren nun kostendeckend, erläuterte Bürgermeister Christoph Rüther, Kritik von der Gemeindeprüfungsanstalt werde es aber trotzdem weiterhin geben. Denn die Stadt möchte bei ihren Friedhöfen die sogenannte 60-40-Regelung beibehalten. Im Durchschnitt sind lediglich 60 Prozent der Friedhöfe mit Gräbern belegt, 40 Prozent – und damit deutlich mehr als die Prüfungsanstalt tolerieren würde – sind Grünfläche. Man wolle auf den Friedhöfen einen Wald- und Erholungscharakter erhalten, so Rüther. Schließlich seien sie auch Orte der Begegnung und sollten eine angenehme Aufenthaltsqualität bieten.

Das hält auch die SPD-Fraktion für wichtig, wie Vorsitzender Peter Stachowiak im Rat betonte. Die Gebührenanhebung um rund 30 Prozent trugen die Sozialdemokraten indes nicht mit. Sie sprachen sich für eine moderatere Erhöhung um etwa zehn Prozent aus. Wenn sich die Stadt im Hinblick auf den Grünflächenanteil über die Empfehlung der Gemeindeprüfungsanstalt hinweg setzen könne, sei das auch bei der Vorgabe der kostendeckenden Gebühren möglich, argumentierte Stachowiak. Ähnlich mache es beispielsweise auch die Nachbarstadt Lichtenau. Auch die FDP trug die Entscheidung nicht mit. Fraktionsvorsitzender Udo Fölling erläuterte, man hätte eine schrittweise Anhebung der Gebühren über mehrere Jahre für besser gehalten.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.