Herbstkirmes: Franz Müntefering sieht Regierung in der Flüchtlingsfrage auf gutem Weg »Chance für die Gesellschaft«

Bad Wünnenberg-Fürstenberg (WB). Der SPD-Politiker Franz Müntefering sieht in der Zuwanderung nach Deutschland eine »große Chance für das Land«. Der ehemalige Vizekanzler verteidigte beim ersten politischen Dämmerschoppen bei der 257. Herbstkirmes in Fürstenberg auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Von Sebastian Schwake
Der ehemalige Vizekanzler Franz Müntefering hat auf der Herbstkirmes in Fürstenberg über Flüchtlingszuwanderung gesprochen.
Der ehemalige Vizekanzler Franz Müntefering hat auf der Herbstkirmes in Fürstenberg über Flüchtlingszuwanderung gesprochen. Foto: Jörn Hannemann

Der ehemalige Vorsitzende der SPD sieht die Große Koalition in der Flüchtlingsfrage »auf dem richtigen Weg«. Wichtig sei es, »nun nicht den einen Politiker gegen den anderen auszuspielen, sondern sich gemeinsam der großen und wichtigen Aufgabe« der Zuwanderung zu widmen, sagte er mit Blick auf die Diskussion, ob der Kurs der Kanzlerin der richtige sei. »Es war unverzichtbar, dass sie gesagt hat, dass die Flüchtlinge nach Deutschland kommen sollen«, sagte der gebürtige Sauerländer. Richtig sei auch gewesen, »die Flüchtlingsfrage nicht allein vom Innenministerium lösen zu lassen. Dazu gehören auch das Finanz-, Außen- und Sozialministerium«.

Zuwanderung als Chance, Deutschland Wohlstand zu sichern

Es müsse »wieder mehr um die Sache und nicht um die Politiker« gehen, forderte der ehemalige Bundeswirtschaftsminister eine Fokussierung darauf, wie die Flüchtlinge in Deutschland aufgenommen und integriert werden können. Sie seien »eine Chance und dann ein großer Gewinn für die Gesellschaft«, wenn diejenigen, die »asylberechtigt sind, eine gute Bildung bekommen«, sagte der 75-Jährige, der vor mehr als 250 Besuchern über den demografischen Wandel und die damit einhergehenden Probleme in Deutschland sprach. »Wir werden nach einem halben Jahr ein System in der Flüchtlingsfrage haben. Es wird viel Geld kosten, aber wenn wir einen Teil der zu uns ziehenden Kinder gut qualifizieren können, werden wir viel Freude daran haben«, sieht er in der Zuwanderung auch die Chance, Deutschlands Wohlstand langfristig zu sichern.

Fachkräftemangel und sinkende Geburtenzahlen

Deutschland stehe wegen des demografischen Wandels ohnehin vor großen Aufgaben. Die Bevölkerung wird immer älter, gleichzeitig gibt es immer weniger Kinder. Auf weniger Arbeitnehmer kommem immer mehr Rentner. Und schon heute klagten viele Firmen über Fachkräftemangel. Der nehme angesichts der sinkenden Geburtenzahlen in den nächsten Jahrzehnten zu, wenn sich nichts ändere. 1964 sind 1,4 Millionen Kinder geboren worden. 2040/50 sind es nach Prognosen nur noch 500 000. In Deutschland gibt es 2040 etwa 3,5 Millionen Pflegebedürftige. »Wer übernimmt deren Pflege?«, fragte Franz Müntefering.

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