Aftetalbrücke wird »Herzstück« der Ortsumgehung Bad Wünnenberg Nässe stoppt 41-Millionen-Euro-Bau

Bad Wünnenberg (WV). Es ist das derzeit größte Straßenbauprojekt im Kreis Paderborn: der Bau der Ortsumgehung Bad Wünnenberg. Die Arbeiten an der 6,8 Kilometer langen B 480n sind nach Angaben von Straßen NRW im Zeitplan, auch wenn die Baustelle derzeit ruht.

Von Sebastian Schwake
Derzeit ruht die B 480n-Baustelle. Die Arbeiten sind nach Angaben von Harald Hegers von Straßen NRW dennoch im Zeit- und Kostenplan.
Derzeit ruht die B 480n-Baustelle. Die Arbeiten sind nach Angaben von Harald Hegers von Straßen NRW dennoch im Zeit- und Kostenplan. Foto: Jörn Hannemann

Das Wetter sorgt für eine Verlängerung der Weihnachtspause auf der Baustelle. »Wir sind extrem witterungsabhängig«, sagte Harald Hegers von Straßen NRW bei einem Ortstermin. Auf der Baustelle ist es zu nass. Die tonnenschweren Baufahrzeuge können auf dem Untergrund, der aus Kalkschichten, Lehmklüften und Felsen besteht, nicht fahren. »Wir brauchen über einen längeren Zeitraum trockenes Wetter«, machte Harald Hegers, der die Baustelle überwacht, deutlich.

Drei Brücken sind bereits gebaut, zwei weitere kleinere Brückenbauwerke kommen noch dazu. Ende dieses Jahres soll zudem der Auftrag für das »Herzstück« der Ortsumgehung erteilt werden: die Aftetalbrücke, die eine Länge von 785 Metern und eine Breite von 16,75 Metern haben wird. »Die Aftetalbrücke wird von der Masse an Stahl einzigartig. So etwas gibt es in dieser Region nicht«, verdeutlicht Straßen-NRW-Sprecher Gerhard Hüllweg. Im nächsten Jahr soll mit ihrem Bau begonnen werden.

Asphaltarbeiten stehen noch an

Bisher sind 60 000 Kubikmeter Erde bewegt worden. Das entspricht 3750 Lastwagen-Ladungen, dazu kommen 51000 Kubikmeter Oberbodenarbeiten, die mit 3200 Lastwagenfahrten transportiert worden sind. Weitere Boden- und Asphaltarbeiten stehen in den nächsten Monaten und Jahren an.

Geschätzte 86 000 Kubikmeter Erde müssen noch bewegt werden. Eingebaut werden müssen etwa 33 000 Kubikmeter Frostschutzschicht. Es entstehen 37000 Kubikmeter Asphaltdecke für die Ortsumgehung Bad Wünnenberg und ihre Zubringerstraßen sowie weitere 21 000 Kubikmeter an Tragschicht für die umliegenden Wirtschaftswege. Als Kompensationsfläche sind 34 Hektar vorgesehen: Aufgeforstet werden soll unter anderem mit 15 800 Quadratmetern Buchenwald und 6500 Quadratmetern Erlenwald.

Kurstadt soll entlastet werden

»Wir liegen sehr gut im Zeitplan und werden auch pünktlich fertig sein«, sagte Projektleiter Holger Niethus. Wann das genau sein werde, hänge maßgeblich auch von den kommenden Wintern ab. Angepeilt worden war einst, dass von 2020 an dort der Verkehr rollt.

Die Ortsumgehung wird etwa 41,1 Millionen Euro kosten – und den Verkehr durch die Kurstadt Bad Wünnenberg erheblich verringern. Verkehrsexperten haben prognostiziert, dass in fünf Jahren etwa 9200 Fahrzeuge die B 480 täglich befahren. 20 Prozent davon seien Lastwagen, heißt es. Auf der Ortsdurchfahrt reduziere sich der Schwerlastverkehr um bis zu 87 Prozent, schätzen die Verkehrs-experten.

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