Russisch-orthodoxe Gemeinde kauft Gebäude von St. Martin Bad Lippspringe Kirche wechselt den Besitzer

Bad Lippspringe (WB). Jetzt ist es offiziell: Die russisch-orthodoxe Gemeinde Paderborn wird neue Eigentümerin der katholischen St. Maximilianskirche in Bad Lippspringe. Am 4. Februar möchte sich die Pfarrgemeinde St. Martin mit einem Gottesdienst von ihrer Filialkirche verabschieden.

Von Klaus Karenfeld
Die St. Maximiliankirche an der Detmolder Straße wurde Ende der 90er Jahre geweiht.
Die St. Maximiliankirche an der Detmolder Straße wurde Ende der 90er Jahre geweiht. Foto: Jörn Hannemann

»Wir haben uns die Entscheidung zum Verkauf des Gotteshauses sehr gut überlegt«, betont Pfarrer Georg Kersting. In die Diskussion von Anfang einbezogen war demzufolge auch das Erzbischöfliche Generalvikariat in Paderborn. Von dort kam der Rat an die Pfarrgemeinde, sich künftig »räumlich kleiner zu setzen« (Kersting). Die Kirchengemeinde St. Martin und der pastorale Raum, so die Begründung, stünden vor einer Fülle von Aufgaben und Herausforderungen, denen man sich so besser und konzentrierter widmen könne. Dieser Auffassung schloss sich nach intensiven Beratungen auch der Pfarrgemeinderat und der Kirchenvorstand von St. Martin an.

Verkauf geriet 2016 wegen Urheberrechten ins Stocken

Der Verkauf von St. Maximilian fällt Kersting zufolge umso leichter, da mit der russisch-orthodoxen Gemeinde eine andere christliche Konfession die Kirche übernehmen wird. Erste Verhandlungen darüber reichen ins Jahr 2015 zurück. Die Gemeinde zu Ehren der wundertätigen Gottesmutter-Ikone »Feodorowskaja« – so der offizielle Name der russisch-orthodoxen Gemeinde – war bereits seit Längerem auf der Suche nach einer eigenen Kirche. Ihre bisherige Heimstatt ist die Alexius-Kapelle in Paderborn, für die das Michelskloster als Eigentümerin inzwischen allerdings Eigenbedarf angemeldet hat.

2016 kamen die Verkaufsverhandlungen kurzzeitig ins Stocken. Der Grund: Das seinerzeit federführende Architekturbüro Kresing (Münster) hatte sein künstlerisches Urheberrecht für die Gestaltung der Kirche geltend gemacht. In dieser Frage habe es mittlerweile aber eine Einigung gegeben, betont der Pfarrer von St. Martin.

Bau der Kirche war nicht unumstritten

Der Bau der Filialkirche am Ausgang von Bad Lippspringe war anfangs nicht unumstritten. Gegner des Projekts verwiesen auf die seit Jahren stark rückläufige Zahl von Gottesdienstbesuchern. Mit dem Geld sollten besser sinnvolle karitative Aufgaben innerhalb der Kirchengemeinde unterstützt werden. Letztlich setzte sich aber die Position des damaligen Pfarrers von St. Martin, Johannes Tanger, durch. Er und seine Unterstützer erinnerten daran, dass in direkter Nachbarschaft zur geplanten Kirche ein neues Wohnbaugebiet (Dedinger Heide) entstehe und mit einem starken Zuzug von Neubürgern zu rechnen sei. Die Filialkirche sei darüber hinaus als sichtbares Zeichen des Glaubens zu verstehen.

Mit dem Bau der Kirche, die über 150 Sitzplätze verfügt, wurde schließlich Ende 1995 das Münsteraner Architekturbüro Kresing betraut. Für die Innenausstattung zeichnete der Künstler Johannes Niemeier aus Rietberg verantwortlich. Zwei Jahre später starteten dann die Bauarbeiten. Die Einweihung durch Weihbischof Heinz-Josef Algermissen erfolgte am 12. Dezember 1999.

Letzter katholischer Gottesdienst am 4. Februar

Laut Pfarrer Georg Kersting hat die Filialkirche in den folgenden 20 Jahren viele neue Freunde gewonnen. Die Gottesdienste am Mittwoch- und Sonntagabend seien bis heute regelmäßig gut besucht. Doch nun heißt es Abschied nehmen. Der letzte Gottesdienst in der Filialkirche St. Maximilian soll am Sonntag, 4. Februar, von 18.30 Uhr an gefeiert werden. Der Chor der russisch-orthodoxen Gemeinde wird an dieser Messfeier teilnehmen. Anschließend ist ein kleiner Empfang in der Turnhalle des benachbarten St.-Martins-Kindergartens geplant. Dabei besteht auch die Gelegenheit, Vertreter der russisch-orthodoxen Gemeinde kennen zu lernen.

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