Mitglieder kümmern sich um den Erhalt der Gartenschau Bad Lippspringe Förderverein hat noch viel vor

Bad Lippspringe (WB/per). Die alte Sepp-Herberger-Weisheit, dass nach dem Spiel vor dem Spiel ist, lässt sich auch wunderbar auf den Förderverein der Landesgartenschau übertragen. Für den ist nach dem Ende der Großveranstaltung nämlich noch lange nicht Schluss – ganz im Gegenteil.

Auch die neue, nun schnellere Rutsche an der Adlerwiese hat der Förderverein finanziert. Gerhard Freund, Bernd Nübel und Franz Jöring (von links) machen den Rutschtest.
Auch die neue, nun schnellere Rutsche an der Adlerwiese hat der Förderverein finanziert. Gerhard Freund, Bernd Nübel und Franz Jöring (von links) machen den Rutschtest. Foto: Jörn Hannemann

Der Vorstand um Bernd Nübel und seinen Stellvertreter Franz Jöring ist jetzt mehr denn je gefragt, Verantwortung für den Kaiser-Karls- und den Waldpark zu übernehmen. »Mein Ziel ist es, dass sich mindestens zehn Gruppen aus den Reihen der Mitglieder zusammentun, die regelmäßig Pflegearbeiten auf dem Gelände übernehmen«, sagt Nübel. Denn jetzt gelte es vor allem, den Park nachhaltig zu nutzen. Ihm schwebt dabei vor, dass sich die Arbeitskreise selbst organisieren und um verschiedene Abschnitte und Aufgaben kümmern.

Infoveranstaltung

Bürgermeister Andreas Bee lädt zu einem Informationsabend am 19. Februar im Lippe-Institut ein. Die neue Gartenschau und die wieder florierenden städtischen Kliniken bieten nach Ansicht des Bürgermeisters »eine sehr gute Grundlage für die Zukunft«. Allerdings könne sich Bad Lippspringe nur dann weiter positiv entwickeln, wenn die Bürger das hohe Engagement im Jahr der Landesgartenschau auch in Zukunft zeigten. Über sein Büro im Rathaus möchte Bee das ehrenamtliche Engagement koordinieren. Welche Möglichkeiten zur Mitwirkung es gibt, wird der Bürgermeister im Rahmen eines Informationsabends am Montag, 19. Februar, um 19 Uhr im Lippe-Institut vorstellen.

Der Förderverein geht dabei mit gutem Beispiel voran und hat unter anderem 15.000 Euro ausgegeben, um 70.000 Blumenzwiebeln in die Erde setzen zu lassen, unter anderem Tulpen und Hyazinthen. »Das haben wir getan, damit die Besucher im Frühjahr von der selben Blumenpracht empfangen werden wie zur Eröffnung der Landesgartenschau«, sagt Nübel.

Dass die Kassen des LGS-Fördervereins gut gefüllt sind, dafür sorgen inzwischen mehr als 920 Mitglieder. Sie zahlen jährlich 24 Euro Beitrag. »Zudem haben wir einige Sponsoren, die uns unterstützen«, sagt der 68-jährige Vorsitzende. So stehen dem Verein Jahr für Jahr etwa 30.000 Euro zur Verfügung, die laut Nübel ohne Abzüge in das Gartenschaugelände fließen werden. »Damit können wir zwar keine Konzerte in der Kategorie Anastacia finanzieren, aber schon das eine oder andere Projekt umsetzen«, sagt der Bad Lippspringer.

So wurden mit Geldern des Fördervereins jüngst die blaue Schafherde entlang der Hauptpromenade zwischen Haustenbecker Weg und Niewels-Fontäne sowie die dekorativen Kunstblumenstelen an den Mersmannteichen gekauft, damit diese dauerhaft im Park bleiben können. Zudem hatte der Förderverein bereits 150.000 Euro für die Errichtung der Spiellandschaften »Elfenheim« und »Trollenburg« beigetragen.

Unbezahlbar war und ist hingegen das ehrenamtliche Engagement des Fördervereins. Mehr als 100 Mitglieder waren während der 186 Tage dauernden Landesgartenschau im Wechsel tagtäglich von morgens bis abends auf dem Gelände, informierten Besucher, gaben Infomaterial aus und hatten auf (fast) jede Frage eine Antwort. »Wenn ich nur mal den Mindestlohn von 8,50 Euro je Stunde berechne, käme ich locker auf einen sechsstelligen Betrag«, sagt Bernd Nübel. Man mag ihm das glauben, kennt sich der 68-Jährige als ehemaliger Leiter der Volksbank Bad Lippspringe-Schlangen bestens mit Zahlen aus.

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