Orkan zeigt: Untergrund in Schwaneyer Siedlung verhindert feste Verwurzelung Risiko durch Bäume an sieben Straßenzügen

Schwaney (WB/bel). Was manche Bewohner der Siedlung Klusgrund in Schwaney schon befürchteten, hat der Orkan Friederike im Sinne des Wortes offengelegt: Allein im Bereich der Ringstraße wurden fünf große Bäume entwurzelt. Ein weiterer sofort gefällt. Untersuchungen des Wurzelwerkes durch Baumsachverständige ergaben, dass viele der inzwischen bis zu 40 Jahre alten Bäume aufgrund des Untergrunds nicht standsicher sind.

An der Ringstraße in Schwaney zeigte sich unter anderem bei diesem Baum die geringe Verwurzelung in der Tiefe.
An der Ringstraße in Schwaney zeigte sich unter anderem bei diesem Baum die geringe Verwurzelung in der Tiefe.

Vorsorglich will jetzt die Gemeinde im Bereich von sieben Straßenzügen die Bäume fällen, von denen eine Gefahr ausgehen könnte. Davon betroffen sein könnten nach einer ersten Schätzung etwa 21 Bäume. Genau unter die Lupe genommen werden die Straßen Eckernkamp, Steindrüft, Zur Wulwerkuhle, Volkwortstraße, Ringstraße, Bischof-Balduin-Straße und auch der Triftweg.

Beim Sturm selbst wurde glücklicherweise niemand verletzt. Die Untersuchungen der scheinbar kerngesunden Bäume ergab jedoch, dass sie aufgrund des Untergrunds nicht tief genug verwurzelt waren. Das lag nach Angaben der Gemeindeverwaltung daran, dass beim Straßenbau in den 1980er Jahren in der kompletten Fahrbahnbreite eine Schotterschicht als Unterbau eingebracht wurde. Auch dort, wo später dann Bäume gepflanzt wurden. So konnten die Bäume oftmals ein nur 40 Zentimeter tiefes Wurzelwerk bilden, obwohl sie bereits Höhen von bis zu 15 Meter hatten. Wenn die Bäume dann noch von drei Ecken mit einbetonierten Kantensteinen umschlossen wurden, standen sie trotz ihrer Höhe wie in einem Blumenkübel.

Einbetonierte Kantensteine und Unterschotterung gaben den hoch wachsenden Bäumen keinen Halt im Erdreich.

Aufgrund der Anzahl der entwurzelten Bäume geht die Verwaltung davon aus, dass bei weiteren Stürmen solche Bäume ebenfalls umkippen und im schlimmsten Fall lebensbedrohlich werden könnten. Wenn Friederike ein Herbststurm gewesen wäre, so Altenbekens Marketing-Sprecherin Marion Wessels, hätten die dann belaubten Bäume eine noch viel größere Angriffsfläche geboten.

Deshalb werde die Gemeinde alle im Fahrbahnbereich dieser Straßen in Pflanzeninseln stehenden Bäume fällen, wenn sie in den Bauabschnitten 1984 und 1989 gepflanzt wurden und entweder höher als zehn Meter seien oder einen Stammumfang von mehr als einem Meter hätten. Ausgenommen seien nur Bäume, die in kreisrunden Mittelinseln stünden und ausreichend Platz für Wurzeln hätten.

Immer wieder gibt es in Altenbeken Diskussionen über die Sicherheit von großen Bäumen in Wohngebieten und ob sie überhaupt standortgerecht gepflanzt wurden. So befürwortete jüngst die Politik einen Fällantrag, weil das Wurzelwerk eines Baums an der Ringstraße massiv in die Breite ging und Mauern beschädigte. Über die aktuellen Maßnahmen soll der Rat am kommenden Donnerstag informiert werden. Dann will man mit den Fällungen beginnen.

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