Folge der Verkehrssicherungspflicht an der B 64 Buker wollen Lärmschutzwand

Altenbeken (WB/bel). Verkehrssicherheit contra Lärmschutz. Nachdem der Landesbetrieb Straßen NRW in Buke die Hänge an der B 64 im Bereich der Brücke radikal auf Stock gesetzt hat, klagen jetzt Anwohner über den verstärkten Lärm. Sie fordern eine Lärmschutzwand.

Etwa 13.500 Fahrzeuge pro Tag rollen an den Gärten der Bewohner der Buker Hachmannstraße (hinten) vorbei. Nach den Fällmaßnahmen habe sich der Lärm verstärkt, klagen die Anwohner und fordern deshalb die Errichtung einer Lärmschutzwand.
Etwa 13.500 Fahrzeuge pro Tag rollen an den Gärten der Bewohner der Buker Hachmannstraße (hinten) vorbei. Nach den Fällmaßnahmen habe sich der Lärm verstärkt, klagen die Anwohner und fordern deshalb die Errichtung einer Lärmschutzwand. Foto: Liedmann

Eine Woche nachdem der Landesbetrieb Straßen NRW auf einer Länge von mehr als 100 Metern die B 64 beidseitig freigemacht hatte, erfolgte die Anwohnerbeschwerde an die Gemeinde Altenbeken. Sie wird neben einer weiteren Anwohnerbeschwerde in der Sitzung des Hauptausschusses am Donnerstag, 1. Februar, beraten.

Anwohner der Hachmannstraße beklagen sich darüber, dass der Lärm durch den Wegfall des Baumschutzes erheblich zugenommen habe. Deshalb wünsche man sich bereits seit geraumer Zeit, dass hier eine Schallschutzmauer gebaut wird, zumal ohnehin das Verkehrsaufkommen auf der B 64 massiv gestiegen sei und damit auch die Belastung der Anwohner. Der Landesbetrieb Straßen NRW hatte die umfangreiche Maßnahme mit der Verkehrssicherheit begründet. Diese sei längst überfällig gewesen, eigentlich hätten solche großen Bäume im Böschungsbereich aufgrund der fehlenden Standsicherheit im aufgeschütteten Boden am Hang der B 64 gar nicht entstehen dürfen, bevor sie für Autofahrer zum Risiko werden, begründete Gerhard Hüllweg vom Landesbetrieb die Maßnahme.

In den vergangenen Jahren sei der Landesbetrieb zu solchen Erhaltungsmaßnahmen nicht gekommen. In solchen Hanglagen dürften größere Bäume mit einem Alter von 20 Jahren gar keinen Bestand haben. Bei der Verkehrssicherungspflicht gelte, dass etwa alle zehn Jahre die großen Bäume durchforstet und etwa alle fünf Jahre die großen Böschungen gestutzt würden. Bereits nach einem Jahr werde die Fläche nicht mehr den tristen Eindruck durch den Nachwuchs machen, versprach Hüllweg zur Optik.

Beim Thema Lärm gibt auch das aktuelle Lärmkataster des Landes den Anwohnern der Hachmannstraße Recht: Auf der Lärmkatasterseite des Umweltministeriums liegen zahlreiche Häuser der Hachmannstraße im roten Bereich mit einer Belastung von mehr als 60 Dezibel über 24 Stunden. Dies entspricht etwa dem Lärmpegel, der bei Anwohnern im Autobahnbereich Borchens gemessen wird. Im Borchener Bereich rüstet der Landesbetrieb Straße NRW im Zuge der Sanierungsmaßnahmen an der A 33 massiv den aktiven und passiven Lärmschutz nach. Die Lärmbelastungskarte des Landes ist im Internet einsehbar unter » www.umgebungslaerm-kartierung.nrw.de

Abgesehen vom Lärm ist auch das Verkehrsaufkommen der B 64 im Bereich Buke hoch: Nach den jüngsten Messdaten aus 2015 wurden hier 13.500 Fahrzeuge pro Tag gemessen. Immerhin ist dies etwa ein Drittel der Belastung der A 33 bei Borchen. Und im Vergleich: Auf der B 1 bei Bad Lippspringe wurden 15.900 Fahrzeuge gezählt. Die letzten Verkehrszählungen zu den überregionalen Straßen sind auf der Homepage des Landesbetriebs Straßen NRW einzusehen.

Obwohl die Gemeinde selbst nicht zuständig in dieser Frage sei, so die Verwaltung im Vorfeld der Sitzung des Hauptausschusses, habe man den Anwohnern zugesagt, dieses Problem in der Sitzung des Ausschusses zu erörtern. Nicht nur der Lärm der Straße bringt einige Altenbekener auf die Palme. In einer Unterschriftenliste beschweren sich die Anwohner der Eichendorffstraße, dass die zunehmenden Zugreisenden sämtliche Parkmöglichkeiten belegen. Auch darüber will der Hauptausschuss beraten.

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