Landgericht verurteilt 47-jährigen Altenbekener Lange Haft für Kindesmissbrauch

Altenbeken/Paderborn (WB/upf). Es war Missbrauch am laufenden Band: Ein 47-Jähriger, der sich zigmal an Kindern sexuell vergangen hatte, muss für sieben Jahre und drei Monate hinter Gitter.

Das Landgericht Paderborn.
Das Landgericht Paderborn. Foto: Jörn Hannemann

Am Ende waren es 55 Taten, wegen derer das Landgericht den Mann aus Altenbeken verurteilte ­– mehr als 570 Fälle, in denen der Angeklagte den eigenen Sohn missbraucht haben sollte, wurden eingestellt . Wie berichtet, wurde dem 47-Jährigen vorgeworfen, zwischen 2002 und 2016 etwa 670 Mal den eigenen Sohn, die Stieftochter sowie Tochter und Sohn einer zeitweise in seinem Haus lebenden Bekannten sexuell missbraucht zu haben. Die jungen Opfer waren zum Tatzeitpunkt alle noch Kinder, zwischen acht und zwölf Jahre alt.

Am dritten Prozesstag musste der jetzt 21-Jährige Sohn erneut in den Zeugenstand ­– allerdings zeigte sich die 5. große Jugendkammer letztlich nicht überzeugt, den 47-Jährigen wegen der Übergriffe auf seinen leiblichen Sohn verurteilen zu können: Es wären dazu noch eingehende weitere Nachforschungen nötig. Die Kammer stellte das Verfahren in diesen 570 Anklagepunkten ein. »Das ist kein Freispruch«, betonte Richterin Margret Manthey.

15 Fälle sah die Kammer als erwiesen an

Tatsächlich reichte der Rest der Anklagepunkte, immerhin noch 55 Fälle von ­– zum Teil schweren – sexuellem Missbrauch von Kindern aus, ein hartes Urteil zu sprechen. Denn der 47-Jährige hatte dem Grunde nach die Vorwürfe hinsichtlich der Übergriffe auf die Mädchen bereits am ersten Prozesstag eingeräumt, allerdings die nach dem Strafrecht als schweren Missbrauch zu wertenden Taten nicht direkt zugegeben. 15 Fälle sah die Kammer als erwiesen an, in denen der Sohn der bekannten vom Angeklagten missbraucht worden war, der hierfür jedoch den Vorwand einer »medizinischen Überprüfung« ins Feld führte. Ein psychiatrischer Gutachter bescheinigte dem Altenbekener eindeutig eine Pädophilie, er sei auch voll schuldfähig.

Während Oberstaatsanwalt Christoph Zielke auf eine Gesamtstrafe von acht Jahren Haft plädierte, bat Verteidiger Jann Henrik Popkes das Gericht um ein mildes Strafmaß. Letztlich erkannte die Jugendkammer auf sieben Jahre und drei Monate Haft. Der ehemalige Lebensgefährte der Mitbewohnerin des Angeklagten wird am 24. Januar ebenfalls vor der Jugendkammer stehen. Er wird angeklagt, seinerseits die jetzt 13-jährige Tochter seiner Freundin in dem Haus in Altenbeken missbraucht zu haben. Als Zeuge in diesem Prozess hatte er die Aussage verweigert

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