Unerwartete Diskussion zum Thema Leverner Markt im Stemweder Ausschuss Sollen Bäume dem Marktzelt weichen?

Stemwede (WB). Der Gewerbeverein Stemwede bekommt wie gewünscht zusätzliche 4000 Euro im Jahr, um den Leverner Markt auszurichten. Es handelt sich um jene Summe, die wegen des Wegfalls der Oppenweher Veranstaltung (Bünselmarkt/Stemweder Frühlingserwachen) frei wird.

Von Dieter Wehbrink
Um die vier hinteren Bäume geht es auf dem Festhallengelände. Sie erschweren die Pläne des Gewerbevereins, der den Leverner Markt im Herbst mit einem zusätzlichen Ausstellungszelt, angedockt an die Halle, noch attraktiver machen möchte.
Um die vier hinteren Bäume geht es auf dem Festhallengelände. Sie erschweren die Pläne des Gewerbevereins, der den Leverner Markt im Herbst mit einem zusätzlichen Ausstellungszelt, angedockt an die Halle, noch attraktiver machen möchte. Foto: Dieter Wehbrink

Somit fördert die Gemeinde Stemwede das Leverner Volksfest mit insgesamt 8000 Euro. Dies hat jetzt der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde beschlossen. Jeweils weitere 8000 Euro sollen zudem in den Jahren 2019 und 2020 zur Verfügung gestellt werden – so lange, bis die kommunale Legislaturperiode endet.

Die örtliche Werbegemeinschaft hatte nach dem Erfolg des Leverner Vorjahresmarktes, der nach Ansicht von Bürgermeister Kai Abruszat 2017 »eine Renaissance« erlebt hat, für 2018 ein noch größeres Angebot angekündigt. Unter anderem möchten die Leverner die Ausstellungsfläche erheblich erweitern, indem sie ein 300 Quadratmeter großes Zelt an die Festhalle andocken.

Gewerbeverein Stemwede will 90 neue Bäume finanzieren

Diese Pläne fanden auch im Haupt- und Finanzausschuss Anerkennung und Lob. Allerdings ergab sich – völlig unerwartet – ein Problem mit dem Standort des Zeltes. Diesem Vorhaben stehen nämlich vier von insgesamt fünf Bäumen im Weg, die zwischen der Festhalle und dem dortigen Parkplatz stehen. Der Gewerbeverein hat beantragt, dass die Bäume weichen sollen. Er bietet der Gemeinde im Gegenzug an, die »Schulwald-Aktion« der Leverner Grundschule in den nächsten Jahren zu unterstützen. »Wir würden den Kauf von etwa 90 jungen Bäumen finanzieren, die die Kinder dann anpflanzen können«, sagte Gewerbevereinsvorsitzender Adolf Ey dieser Zeitung.

Gesenhues verlangt: »Bäume müssen bleiben«

Für den Ratsherren Hermann Gesenhues (Grüne/Bündnis 90) steht fest, dass die Bäume an der Festhalle nicht weichen dürfen. Der Twiehausener gab zu bedenken, dass bereits an der benachbarten Schützenhalle Bäume gefällt worden seien und dadurch das Gesamtbild auf dem Gelände negativ beeinträchtigt sei.

Es gelte, die Gebäude wie die Festhalle, die Schützenhalle und den Parkplatz optisch gut einzubinden. »Und dazu gehören Bäume«, betonte Gesenhues, der sich deshalb eine andere Lösung für den Zelt-Standort wünscht.

Ratsherr Jürgen Gläscher (SPD) ist zugleich Vorsitzender des Schützenvereins Levern und somit Hausherr in der Schützenhalle. Er antwortete auf Hermann Gesenhues’ Feststellungen direkt. »Es stimmt, wir hatten dort wunderschöne Eichen, und es hat uns leid getan, dass sie weichen mussten. Allerdings haben deren Wurzeln erhebliche Schäden an Klinker und Mauerwerk der Schützenhalle verursacht. Wir konnten praktisch kaum noch die Tür öffnen.«

Jetzt ist der Gärtnermeister gefragt

Bürgermeister Kai Abruszat räumte ein, dass Bäume eine Vorbildfunktion in der Dorfbegrünung einnehmen würden. Ganz aktuell werde die Gemeinde durch die Aktion »Stemwede blüht auf« ökologisch aufgewertet.

Hermann Gesenhues sagte gegenüber dieser Zeitung, man müsse mehr für einen besseren Zustand der fünf Bäume auf dem Festhallen-Parkplatz tun, etwa das Entfernen der Versiegelung rund um die Baumscheiben, damit mehr Wasser an die Wurzeln gelangen könne.

Angesichts des sensiblen Themas »Bäume fällen« schlug Abruszat vor, dass der bei der Gemeinde beschäftigte Gärtnermeister die fünf Bäume an der Festhalle begutachten solle. Falls es absolut keine andere Möglichkeit als die Motorsäge gebe, müsse man intensiv darüber nachdenken, wie man den Festhallenplatz mit Bepflanzung an anderer Stelle aufwerten und den ökologischen Verlust kompensieren könne.

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