Neben viel Lob: Bürger wünschen sich Einzelhandel und noch mehr Zusammenhalt So sehen die Oppendorfer ihren Ort

Stemwede (WB). Ist das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs ausreichend? Wie sieht es mit Radwegen, Sauberkeit oder Internetanbindung im Ort aus? Diese und weitere Fragen hat der Förderkreis Dorfentwicklung Oppendorf den Bürgern in einer groß angelegten Umfrageaktion gestellt und ausgewertet.

Von Heidrun Mühlke
Der Vorstand des Förderkreises Dorfgemeinschaft (v.re.): Bianca Priesmeier-Wäring, Friedbert Bohne, Marion Buck und Klaus Wäring hatten Inge Utrecht (li.) zum Vortrag eingeladen.
Der Vorstand des Förderkreises Dorfgemeinschaft (v.re.): Bianca Priesmeier-Wäring, Friedbert Bohne, Marion Buck und Klaus Wäring hatten Inge Utrecht (li.) zum Vortrag eingeladen.

Zum Thema Infrastruktur gibt es bei den Oppendorfern nicht nur den Wunsch nach einer schnelleren Internetverbindung, sondern auch nach einer Postannahmestelle im nahen Umkreis. »Zudem wäre es für Oppendorf schön, wenn es mehr Einzelhandel gäbe«, präsentierte Marion Buck, Vorsitzende des Förderkreises Dorfentwicklung, erste Ergebnisse der Bürgerbefragung.

Mehr Angebote für Jugendliche

Ebenso wurde der Wunsch nach mehr Beteiligung und Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft laut. Gerade die jüngeren Oppendorfer schlugen mehr Aktionen, wie Dorffeste oder Einrichtungen für Jugendliche, vor. »Wir haben uns aber auch über viele positive Aspekte gefreut«, sagte Marion Buck während der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Bosse.

Positiv sehen die Oppendorfer beispielsweise das Vereinsleben, das schöne Landschaftsbild, gleichermaßen wie die Natur in ruhiger Gegend, die Hilfsbereitschaft der Bürger, die schönen Rastplätze, die Geselligkeit und ein harmonisches Miteinander in der Dorfgemeinschaft sowieso. »Obwohl es viele Stimmen gab, die die Dorfgemeinschaft gelobt haben, gab es auch welche, die den Wunsch nach einer Förderung des Zusammenhalts angesprochen haben«, sagte Buck.

Aktion Saubere Landschaft am 10. März

Demnächst beraumt der Verein eine Versammlung ein, in der die einzelnen Punkte weiter ausgewertet werden sollen. An den verschiedenen Handlungsfeldern wollen die Akteure weiterarbeiten und Verbesserungen erreichen. Hierbei sind alle Oppendorfer aufgerufen, aktiv teilzuhaben.

Rasch abgehandelt waren die Vorstandswahlen des Förderkreises. Marion Buck bekleidet weiterhin den Posten der ersten Vorsitzenden. Neu gewählt wurde ihr Stellvertreter, den Posten übernimmt Friedhelm Köster (vorher zweiter Schriftführer), nachdem Friedbert Bohne, der den Verein vor 16 Jahren aus der Traufe gehoben hatte, nicht wieder zur Wahl stand. Schriftführerin bleibt Bianca Priesmeier-Wäring, ihr Stellvertreter ist Henning Bohne. Im Amt bleibt auch Kassierer Klaus Wäring.

Rot im Kalender anstreichen sollten sich die Oppendorfer schon den 10. März, dann beginnt um 13 Uhr die Aktion Saubere Landschaft am Sportplatz. In diesem Jahr soll auch der Bücherschrank in direkter Nähe zur Autowaschanlage aufgebaut werden.

Blühstreifen fördern den Erhalt der Insektenpopulation

Nach den Regularien der Jahreshauptversammlung hörten die Mitglieder einen Vortrag von Stemwedes Kräuterfrau Inge Uetrecht. Die Arrenkamper Ortsheimatpflegerin erläuterte den Anwesenden die Bedrohung der biologische Vielfalt durch das massive Insektensterben. Hier bestehe ein direkter Zusammenhang mit den hiesigen Blühstreifen, denn diese könnten den Insekten wertvollen Lebensraum bieten, sagte die Expertin.

In den kommenden Jahren sollten auf Grünflächen und Seitenstreifen heimische Pflanzen ausgesät werden, sagte Uetrecht.

Bezuschusst werde das Projekt vom Förderprogramm Vital.NRW.

Dazu ein Kommentar von Dieter Wehbrink:

Einmal mehr hat der Förderkreis Dorfentwicklung mit seiner Bürgerbefragung bewiesen, dass er ein engagierter Kümmerer ist, wenn es um die Belange Oppendorfs und seiner Bewohner geht. Garantiert wird der Verein jetzt versuchen, so manche Anregung in die Tat umzusetzen.

Die Antworten der Bürger auf die Fragen sind leider kein Allheilmittel, um alle – oder zumindest viele – Probleme im Ort zu lösen. Natürlich wäre es schön, wenn Oppendorf noch mehr Einzelhandel bekäme. Wer wünscht sich das nicht? Doch dies muss aus der freien Wirtschaft heraus entstehen. Nur dann, wenn die Zahlen stimmen, wird ein Geschäft überleben können. In Zeiten stagnierender Einwohnerzahlen in Oppendorf, auf dessen Straßen – wie überall – immer mehr Paketdienste die Internet-Bestellungen ausliefern, ist dies für Existenzgründer ein schwieriges Vorhaben.

Auffallend ist der Wunsch nach noch mehr Zusammenhalt. Wer das Oppendorfer Schützenfest besucht, staunt zwar immer wieder, weil fast das ganze Dorf im Festzelt versammelt ist. Wenn einige Einwohner dennoch Defizite verspüren, liegt der Verdacht nahe, dass daran leider auch der jahrzehntelange – und gerade wieder aktuelle – Streit um Windkraft nicht ganz unschuldig ist. Die einen lehnen Windkraft ab, weil sie unter dem Lärm der Anlagen leiden. Die anderen wollen üppige Grundstückspachten für Turbinenstandorte kassieren und am »Bürgerwindpark« verdienen. Da sind Konflikte unvermeidlich.

Oppendorf ist hier leider in unguter Gesellschaft mit so vielen Orten, in denen die Windkraft spaltet. Dieses Problem kann der rührige Förderkreis Dorfentwicklung natürlich nicht lösen. Da ist die große Politik gefragt.

Dieter Wehbrink

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