Samtgemeinde warnt Schlittschuhläufer: Es besteht Lebensgefahr »Das Dümmer-Eis nicht betreten«

Hüde/Lembruch (WB/weh). Nach Tagen klirrender Kälte und eisiger Temperaturen sind zwei Fragen in der Tourist-Info von Lembruch regelmäßig geworden: Hält der Dümmer eigentlich schon? Und: Kann man denn jetzt Schlittschuhlaufen?

Von Dieter Wehbrink
Eislaufen, wie hier auf einem anderen Gewässer, macht Spaß, ist aber derzeit auf dem Dümmer lebensgefährlich. Diese Warnung spricht die Samtgemeinde Lemförde aus.
Eislaufen, wie hier auf einem anderen Gewässer, macht Spaß, ist aber derzeit auf dem Dümmer lebensgefährlich. Diese Warnung spricht die Samtgemeinde Lemförde aus. Foto: dpa

»Ich kann nur ausdrücklich davor warnen, das Eis des Sees zu betreten«, sagt Anselm Höfelmeier, Tourismusmanager der Samtgemeinde Altes Amt Lemförde. Er befürchtet, dass an diesem Wochenende viele Touristen auf die Idee kommen könnten, Schlittschuh auf dem See zu laufen. Davon rät Höfelmeier dringend ab. »Der Dümmer ist nicht vom Land Niedersachsen zum Betreten freigegeben. Das Eis ist aktuell besonders ungleichmäßig gefroren. Es gibt zwar feste Stellen mit dickem Eis, aber man findet immer noch komplett offene Wasserlöcher.«

März-Sonne ist schon kräftig

Diese Löcher würden vom starken Wind, der bereits kräftigen März-Sonne und den Wasservögeln offen gehalten, sagt Höfelmeier. »Zum anderen ist das Eis großflächig mit Schnee bedeckt, so dass man gefährliche Stellen nicht ohne weiteres erkennen kann.«

Bleibt noch das Argument, dass es nicht so schlimm sei, einzubrechen, denn der Dümmer-See sei ja nicht so tief. »Die Hauptgefahr für eine einbrechende Person ist nicht das Ertrinken, sondern eine Unterkühlung«, warnt der Tourismusmanager. »Bereits zehn Minuten im eiskalten Wasser können lebensbedrohlich sein und selbst wenn man sich eigenständig aus dem Wasser retten könnte, wäre man dann immer noch den zurzeit kalten und böigen Winden ausgesetzt.«

Schlimmer Vorfall im Januar 2017

Erst im Januar 2017 entkamen zwei Männer aus Damme am Westufer des Dümmers nur knapp dem Erfrierungstod. Sie waren an einer einsamen Stelle zwischen dem Olga-Hafen im Nordwesten und dem Zufluss der Hunte im Südwesten ins Eis eingebrochen. Sie konnten dort zwar im Wasser stehen, sich aber nicht selbstständig aus dem Eis befreien. Erst in letzter Minute hörten Wanderer die Hilferufe. Die Feuerwehr barg die Verunglückten in einem ex­trem schwierigen Einsatz. Weil der Weg über den Deich nicht mit schweren Feuerwehrfahrzeugen befahrbar war, mussten sich die Retter zu Fuß auf den Weg zur abgelegenen Stelle gegeben. Einer der Eisläufer kam mit lebensgefährlichen Unterkühlungen ins Krankenhaus. Er überlebte.

»An diesem Sonntag wird das Wetter zwar voraussichtlich wärmer, doch dann ist in dieser Jahreszeit sehr schnell mit tauendem Eis zu rechnen«, warnt Höfelmeier. Das Fazit des Tourismusmanagers: »Das Betreten des Dümmer-Eises bleibt an vielen Ufern lebensgefährlich«.

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