Preußisch Ströhen verliert seine Traditionsveranstaltung (mit Kommentar). Kreistierschau 2018 wird in Westrup veranstaltet

Stemwede (WB). Der Hof der Familie von Julian und Wilfried Aping im Nachtigallenweg in Westrup ist am 24. Juni Ort der Kreistierschau 2018. Dies wurde während der Jahreshauptversammlung der Wes­truper Landwirte bekannt.

Von Dieter Wehbrink
Julilan (links) und Wilfried Aping stellen ihren Hof und den modernen Kälberaufzuchtstall während der Kreistierschau vor.
Julilan (links) und Wilfried Aping stellen ihren Hof und den modernen Kälberaufzuchtstall während der Kreistierschau vor. Foto: Michael Nichau

Der bisherige Veranstaltungsort, das Sportgelände in Preußisch Ströhen, scheidet für die im vierjährigen Rhythmus durchgeführte Großveranstaltung aus.

Wie Wilfried Aping, zugleich Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Westrup, dieser Zeitung auf Anfrage bestätigte, soll die Veranstaltung künftig auf einen statt wie bisher auf zwei Tage beschränkt werden. Offenbar, so hieß es gestern von Insidern der Kreistierzüchtervereinigung, war die Resonanz der Besucher in Preußisch Ströhen im Jahr 2014 für die Veranstalter – neben organisatorischen Problemen – etwas enttäuschend gewesen – deshalb ein neues Konzept an einem neuen Ort. Konrad Kanning, in der Züchtervereinigung Ansprechpartner in Sachen Kreistierschau, war gestern nicht erreichbar. Im Landkreis Osnabrück wird die Kreistierschau schon seit Jahren an wechselnden Orten veranstaltet – durchaus mit Erfolg.

Milchvieh, Pferde, Geflügel und Kaninchen zu sehen

Die Apings, die einen hochmodernen neuen Kälberaufzuchtstall betreiben, werden den Besuchern ihren Westruper Betrieb während der Kreistierschau mit einem Tag des offenen Hofes vorstellen.

Das Programm solle um 10 Uhr mit einem Gottesdienst beginnen, sagte Aping. Geplant seien dann die Ausstellung von Landmaschinen, ein Bauernmarkt sowie eine Geflügel- und Kaninchenschau im Zelt. Wie schon in Preußisch Ströhen sollen Milchvieh, Fleischrinderrassen sowie Pferde zu sehen ein. Die Tierschauen sind mit Schauwettbewerben verbunden. Die Bewirtung der erwarteten 2000 bis 3000 Besucher werde – auch mit Beteiligung der Landfrauen – in der Maschinenhalle der Familie erfolgen, sagte Wilfried Aping.

Genügend Parkplätze vorhanden

Spezielle Aktionen für die Kinder würden das Programm abrunden. »Unser eigenes Gelände ist groß genug, um einer solchen Veranstaltung Platz zu bieten«, erklärte der Westruper Landwirt. »Parkplätze können wir bei uns oder in unmittelbarer Nachbarschaft bereitstellen.«

Bianca Winkelmann, Ortsvorsteherin in Preußisch Ströhen, zeigte sich enttäuscht, dass Preußisch Ströhen nach so vielen Jahren als Veranstaltungsort der Kreistierschau ausscheidet. Man müsse jetzt abwarten, ob sich das neue Konzept bewähre, sagte die Politikerin, die der Bereitschaft der Familie Aping aber Anerkennung zollte.

Dazu ein Kommentar von Dieter Wehbrink:

Es ist selbst für Kenner der landwirtschaftlichen Szene eine Überraschung, dass die Kreistierschau mit einem neuen Konzept und – vor allem – mit einem neuen Ort aufwartet. Die Bereitschaft der Familie Aping, ihren Hof für diese Großveranstaltung anzubieten, verdient Anerkennung. Apings ganz persönlicher Nutzen dürfte eher verhältnismäßig gering sein. Die Familie stellt sich aber in den Dienst der Landwirtschaft und ihrer Berufskollegen. Am Veranstaltungstag geht es schließlich auch darum, Aufklärung über Landwirtschaft zu betreiben und ungerechtfertigten Vorurteilen gegenüber diesem Berufsstand sachlich zu begegnen. Die Besucher dürfen sich garantiert auf einen schönen, informativen Tag in Westrup freuen.

Es ist verständlich, dass die Rahdener nicht begeistert sind, diese Großveranstaltung nach so vielen Jahrzehnten zu verlieren. Dieses Manko ist zwar keine Tragödie, wird aber am Image der Stadt, in der es ja ebenfalls viel Landwirtschaft gibt, durchaus ein wenig nagen.

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