»Wutzelhausen« renoviert: Wasserschaden in Niedermehnen war ein herber Rückschlag Kindergarten feiert bald 25. Geburtstag

Stemwede-Niedermehnen (WB). Trotz eines Wasserschadens und des damit verbundenen Rückschlags im vergangenen Jahr feiert der Kindergarten »Wutzelhausen« in Niedermehnen am 1. März seinen 25. Geburtstag. Vorgesehen ist eine kleine Feier mit geladenen Gästen.

Von Michael Nichau
Die Mädchen und Jungen der Gruppen aus »Wutzelhausen« freuen sich über renovierte Räume und den 25. Geburtstag.
Die Mädchen und Jungen der Gruppen aus »Wutzelhausen« freuen sich über renovierte Räume und den 25. Geburtstag. Foto: Michael Nichau

Das richtige Fest soll am 27. Mai mit einem gemeinsamen Sommerfest mit der Behindertenwerkstatt Mehnenfeld gefeiert werden. Dazu ist auch die Bevölkerung willkommen, um sich ein Bild von der Einrichtung mit den liebevoll gestalteten Außenanlagen zu verschaffen.

Inzwischen ist die Einrichtung gemeinsam mit der AWO-Tagesstätte Levern als Familienzentrum zertifiziert. Feste rund ums Jahr, Projekte mit den Kindern, Erkundungen der landwirtschaftlichen Umgebung und pädagogischer Bildungsauftrag gehören heute zur modernen Tageseinrichtung dazu.

Gegründet wurde die von Monika Hartmann geleitete Einrichtung unter Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt 1993 mit knapp 40 Kindern und zwei Gruppen. Heute ist sie immer noch zwei­gruppig. Wichtel- und Trollgruppe bevölkern auch heute – wie vor 25 Jahren – die Räume des Kindergartens. Hinzugekommen ist die U3-Betreuung, für die mit einem Anbau Sorge getragen wurde.

»Unsere Schwerpunkte liegen aus Naturerlebnis, Bewegung und gesunder Ernährung«, beschreibt Monika Hartmann die Vorzüge der kleinen Einrichtung auf dem Land. So verfüge man über ein eigenes Waldstück, in dem die Kleinen in Bauwagen und Waldhütte Zeit verbringen und mit Naturmaterialien spielen können. »Soweit es das Wetter zulässt, gehen wir da mit einigen Kindern hin«, sagte Hartmann.

Geprägt hätten die Einrichtung in 25 Jahren auch die Projekte mit den Landfrauen. Erste Tiere, Hühner, Kaninchen und Fische kamen ab dem Jahr 2000 in die Einrichtung. Immer wieder besuchen die Mädchen und Jungen auch öffentliche Veranstaltungen und Seniorennachmittage, um dort mit kleinen Aufführungen zu erfreuen. Auch die plattdeutsche Sprache wird in »Wutzelhausen« gepflegt.

Treffen mit behinderten Menschen aus der über die Straße gelegenen Werkstatt der Lebenshilfe gehören seit eineinhalb Jahren dazu. »Spiele, Lego und Puzzles lassen die Barrieren zu den Behinderten schnell fallen«, sagt Hartmann. Die Treffen werden alle sechs bis acht Wochen veranstaltet. Das Projekt soll über eine längere Zeit fortgeführt werden.

Und in dieser Tradition steht auch das Sommerfest, das zuletzt vor fünf Jahren gefeiert wurde. Schon jetzt seien die Kinder gemeinsam mit Luise Lahrmann in der Turnhalle dabei, einen gemeinsamen Tanz einzustudieren.

»Inhaltlich haben wir uns weiterentwickelt. Der Blick liegt immer auf den Kindern«, sagte Hartmann, und bemerkt, dass die AWO in Ostwestfalen 114 Kitas betreibt und damit 7400 Plätze bereitstellt. Hinzugekommen seien immer wieder neue Anforderungen: Sprachentwicklung, Naturerlebnis, Elternarbeit und als Familienzentrum auch die Bildungsarbeit.

Ein großer Einschnitt in der Arbeit sei das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) gewesen, das 2007 in Kraft getreten sei. »Das hat Einiges verändert. Das Personal ist eng berechnet und es gibt nicht mehr so viele Möglichkeiten, in Kleingruppen zu arbeiten«, bringt es Hartmann auf den Punkt. Andererseits sei die Erweiterung mit der Gruppe für die unter drei Jahre alten Kinder dazu gekommen. Seit 2010 verfügt der Kindergarten über einen zusätzlichen Schlaf- und Wickelraum.

Einen großen Rückschlag habe der Wasserschaden am 24. April des vergangenen Jahres bewirkt. »Danach stand das Erdgeschoss fast ganz unter Wasser. Wir mussten den kompletten Kindergarten räumen und mit den Gruppen während der Sanierung umziehen«, beschreibt Monika Hartmann das schwere halbe Jahr.

In das ehemalige Asylheim neben dem DRK in Wehdem mussten die zwei Gruppen ausweichen. Die Erzieherinnen hatten die Räume mit einfachen Mitteln hergerichtet und etwas dekoriert. »Dennoch war das ein Einschnitt und ein Behelf. Es gab außen keine Spielmöglichkeiten, so dass wir einen Bulli eingesetzt haben, um die Mädchen und Jungen zum Spielen zu den Außenanlagen in Niedermehnen zu fahren.« Und auch die Eltern hätten mitgemacht, standen doch Fahrten in eine ganz andere Richtung für sie an.

Der Vorteil für »Wutzelhausen«: Inzwischen ist der Kindergarten grundrenoviert, hat neue Fußbodenbeläge erhalten. »Wir haben uns von einigen Möbeln trennen müssen. Das war aber auch positiv, denn wir haben die Aufteilung neu gestaltet, verfügen jetzt über einen kleinen Raum, der nur für die Mahlzeiten benutzt wird, und einen Kreativraum, der ›Struktur‹ besitzt. Fachkräfte der AWO aus Bielefeld hätten mit durchsichtigen Kästen und Beschriftungen für eine neue Ordnung bei den Materialien gesorgt. »Wir sind für diese Fachkenntnis sehr dankbar. Diese haben wir bereits bei der Gestaltung der Außenanlagen erlebt«, sagt Monika Hartmann.

Dennoch: Die sechs Monate mit dem Spagat zwischen »Hausmeisterin« und »Kinder hüten« möchte sie nicht nochmals erleben. »Wir sind jetzt froh, mit den Gruppen seit Oktober wieder hier eingezogen zu sein. Wir haben das Beste aus der Situation gemacht und sind jetzt gut aufgestellt«, sagt Hartmann.

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