Hermann Seeker spricht vor Sunderner Landwirten – Bedenken sind groß »Wir brauchen den Wolf nicht bei uns«

Stemwede (WB). Auch die Sunderner Landwirte sind in Sorge wegen der Gefahr der Afrikanischen Schweinepest, die unter anderem von Wildschweinen übertragen werden kann. Erst kürzlich waren in Sundern sechs »Schwarzkittel« bei einer Jagd erlegt worden.

Von Gertrud Premke
Der Vorstand des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Sundern mit Gratulanten (von links). Hermann Seeker, Reinhold Hegerfeld, Werner Gieske, Hartmut Heuer, Bernd Kreienbrock, Helmut Greger, Anke Hegerfeld-Rohlfs sowie Vorsitzender Achim Mark.
Der Vorstand des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Sundern mit Gratulanten (von links). Hermann Seeker, Reinhold Hegerfeld, Werner Gieske, Hartmut Heuer, Bernd Kreienbrock, Helmut Greger, Anke Hegerfeld-Rohlfs sowie Vorsitzender Achim Mark. Foto: Gertrud Premke

Während der Jahreshauptversammlung des Ortsverbands bei Reddehase spielte die Furcht vor der gefürchteten Tierseuche eine wichtige Rolle. Weil zeitgleich auch die Jagdgenossenschaft tagte, hießen Jagdvorsteher Jürgen Westerkamp und Ortsverbandsvorsitzender Achim Mark unter den 40 Teilnehmern gemeinsam Hermann Seeker, den Vorsitzenden des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Minden-Lübbecke willkommen. Der Preußisch Ströher fungierte als Wahlleiter. Zuvor wurden der Kassenbericht von Hartmut Heuer sowie der Bericht des Kassenprüfers von Reinhard Spreen verlesen.

Achim Mark bleibt an der Spitze

Einstimmung wählten die Landwirte Achim Mark (Vorsitzender), Helmut Greger (stellvertretender Vorsitzender), Hartmut Heuer (Kassierer) sowie Anke Hegerfeld-Rohlfs (Schriftführerin). Vertrauensleute sind Werner Gieske, Reinhold Hegerfeld und Bernd Kreienbrock.

Hermann Seeker informierte über aktuelle Themen. Große Sorge bereite die Afrikanische Schweinepest, da es keine Impfmöglichkeit gebe und bei Infektionen der gesamte Schweinemarkt – insbesondere der Export – stark betroffen sei, falls die Pest von Osteuropa aus nach Deutschland hinüber schwappe.

»Da wären dramatische Folgen für die Schweinehalter zu befürchten, wenn sie lange Zeit keine Tiere vermarkten dürfen«, sagte Seeker. Die Jäger sollten deshalb motiviert werden, aus Präventionsgründen so viele Wildschweine wie möglich zu schießen.

Ein weiteres Thema war der Wolf. »In unserer Region hat es bereits Wolfskontakte gegeben«, sagte der Kreisverbandsvorsitzende und erwähnte in dem Zusammenhang auch die Mahnfeuer in Dielingen und Drohne – gegen die unkontrollierte Ausbreitung dieser Raubtiere.

Seit mehr als 100 Jahren habe es in der heimischen Region keinen Wolf mehr gegeben, und darüber sei man froh gewesen. Aber es gebe heute Menschen, die darüber anders denken würden. Die Bevölkerung sei zwiegespalten, urteilte Seeker.

Sanktionen, Prämienkürzungen und Umweltauflagen

Der Preußisch Ströher erinnerte daran, »dass einige Wölfe im Blutrausch mehr Rinder und Schafe gerissen hätten, als sie zur eigenen Nahrungsbeschaffung benötigten. »Wir hatten den Wolf nicht bei uns und wir brauchen ihn nicht wieder«, sagte Seeker. Er hoffe, dass die Öffentlichkeit das Thema sachlich statt emotional behandele.

Seeker wies auch auf die Mehrarbeit hin, die den Landwirten seit der neuen Düngeverordnung ins Haus steht. Es müssten hauptsächlich am Computer Bedarfsänderungen und Dokumentationen erstellt werden. Infolge der neuen Verordnungen sei zudem mit geringeren Erträgen zu rechnen, die vielleicht zu höheren – von den Landwirten durchaus gewünschten – Verbraucherpreisen führen könnten.

Bei Nichteinhalten der Verordnungen und Vorgaben sei mit Sanktionen, Prämienkürzungen und Umweltauflagen zu rechnen, sagte Seeker.

Achim Mark wies zum Schluss der Versammlung unter Verschiedenes noch auf anstehende Veranstaltungen hin. Bereits am 19. Februar, 19 Uhr, steht der Kreisverbandtag im Bürgerhaus Espelkamp an. Weitere Veranstaltungen sind das Dorfpokalschießen, die Aktion Saubere Landschaft. Doppelkopf-Turnier und eine gemeinsame Fahrradtour.

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