GPS-Daten zeigen: Wolf aus Lübtheen wandert 700 Kilometer bis kurz vor Brüssel Naya lief auch durch Stemwede und Rahden

Stemwede/Rahden (WB). Dass immer wieder Wölfe durch das im Stemweder und Rahdener Grenzgebiet zu Niedersachsen streifen, ist sehr wahrscheinlich. Es gibt Rudel im Nachbarraum Diepholz und Vechta. Doch jetzt hat ein »prominenter« Wolf den Norden Preußisch Ströhens und das Oppenweher Moor aufgesucht.

Von Dieter Wehbrink
Naya ist nicht tot, sondern nur betäubt: Soeben ist ihr der GPS-Sender angelegt worden. Die Auswertung der Daten hat die Wissenschaftler verblüfft. Die Wölfin lief 700 Kilometer von Mecklenburg bis kurz vor Brüssel. Dort hält sie sich derzeit auf einen Truppenübungsplatz auf. Auf ihrer Wanderung hat Naya auch den Norden von Rahden und Stemwede passiert.
Naya ist nicht tot, sondern nur betäubt: Soeben ist ihr der GPS-Sender angelegt worden. Die Auswertung der Daten hat die Wissenschaftler verblüfft. Die Wölfin lief 700 Kilometer von Mecklenburg bis kurz vor Brüssel. Dort hält sie sich derzeit auf einen Truppenübungsplatz auf. Auf ihrer Wanderung hat Naya auch den Norden von Rahden und Stemwede passiert.

Wissenschaftler tauften dieses weibliche Tier Naya. Als die Wölfin im mecklenburgeischen Lübtheen narkotisiert und mit einem GPS-Sendehalsband versehen wurde, ahnten die Wildbiologen noch nicht, dass ihnen dieses Tier eine kleine Sensation bescheren würde: Naya wanderte jetzt nachweislich 700 Kilometer Lübtheener Heide bis nach Flandern, kurz vor Brüssel.

Naya ist der erste wilde Wolf in Belgien seit mehr als 100 Jahren

Die GPS-Daten beweisen ganz klar: Die Wölfin lief auch durch den Norden des Kreises

Die GPS-Daten von der Wanderung Nayas sind auf dieser Karte nachzuverfolgen.Die Wölfin lief auf ihrem 700 Kilometer langen Weg von der Lübtheener Heide bis kurz vor Brüssel und passierte dabei auch das nördliche Rahdener und Stemweder Gebiet. Gebiet (roter Bereich). Foto: WB

Minden-Lübbecke, bevor sie über das Osnabrücker Land weiter in den Süden wanderte. »Derzeit hält sich Naya auf einem Truppenübungsplatz 70 Kilometer vor Brüssel auf«, sagte Martina Plothe Pressesprecherin des Landwirtschaftsministeriums in Schwerin, dieser Zeitung. »Damit ist Naya der erste wilde Wolf, der seit mehr als hundert Jahren in Belgien gesichtet wurde.«

Wie Plothe berichtete, war Naya im Mai 2016 im Lübtheener Rudel geboren und im Herbst 2016 mit dem Sender ausgestattet worden. »Im Oktober 2017 trennte sich die Fähe erstmals von ihrem Rudel, um sich auf die Suche nach einem Partner und einem eigenen Revier zu begeben. Dank Peilsender an ihrem Halsband lässt sich ihr Weg sehr genau verfolgen«, sagt die Ministeriumsmitarbeiterin.

Autobahn ist gefährliches Hindernis

Die Wissenschaftler können exakt die Wege der Wölfin nachverfolgen. Demnach habe sich Naya am 10. Oktober zunächst in Richtung Lauenburg in Schleswig-Holstein bewegt, sei dann aber zu ihrem Rudel zurückgekehrt. »Am 23. Oktober überquerte sie die Elbe und wanderte durch Niedersachsen und Sachsen-Anhalt nach Süden«, teilt Martina Plothe mit. Ende Oktober hielt sich die Wölfin bei Wolfsburg auf, um dann nach Westen weiterzulaufen. Plothe: »Nach vergeblichen Versuchen, die Autobahn 27 zwischen zwischen Verden und Walsrode zu überqueren, gelang ihr der Übergang über die A1 zwischen Diepholz und Osnabrück am 17. Dezember.«

Wolfsmonitoring des Landes

Das Überqueren von stark befahrenen Straßen kostet Wölfe oft das Leben. So war im vergangenen Jahr ein großer Rüde auf der B 482 im Petershäger Bereich überfahren worden.

»In der Weihnachtszeit hat Naya die Grenze von Deutschland zu den Niederlanden überquert; am 2. Januar zog sie nach Belgien weiter. Insgesamt legte sie von Lübtheen aus eine Strecke von etwa 700 Kilometern zurück«, erläuterte Plothe.

Naya sei einer von derzeit vier Wölfen aus Mecklenburg-Vorpommern, die über Peilsender Daten zu Aktionsradius, Habitatnutzung, Schlafplätzen und Nahrungsspektrum von frei lebenden Wölfen liefern würden.

Das 2011 gestartete, an der Technischen Universität Dresden angesiedelte und aus Mitteln der Jagdabgabe Mecklenburg-Vorpommerns Besenderungsprojekt unterstützt das Wolfsmonitoring des Landes.

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