Lob von Ina Scharrenbach: Gemeinde Stemwede will digitalen Bürgerservice einrichten Ministerin übergibt Förderbescheid

Stemwede (WB). »Wir müssen Verwaltung neu denken. Das ist die Leitlinie, mit der ich dies zusammenfassen möchte«, kommentierte gestern Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat. Die Gemeinde hat einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 175.000 Euro von NRW-Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU) erhalten. Das Geld ist für das Projekt »Bürgerservice Stemwede – funktional, digital und persönlich« bestimmt.

Von Michael Nichau
Ministerin Ina Scharrenbach (links) hat den Bewilligungsbescheid über 175.000 Euro an Kai Abruszat übergeben.
Ministerin Ina Scharrenbach (links) hat den Bewilligungsbescheid über 175.000 Euro an Kai Abruszat übergeben. Foto: Michael Nichau

Das Digitalzeitalter lässt grüßen

Das zugesagte Geld stammt aus einem Fördertopf der Landesregierung. Dieser soll Neuerungen und kreative Projekte in den Kommunen auf den Weg bringen. Stemwede hatte einen Antrag gestellt, um den Bürgerservice im Digitalzeitalter neu zu gestalten. Dabei wird die Gemeinde vom Kommunalen Rechenzentrum Lemgo (EDV) und von der Gemeindeprüfungsanstalt Herne (bei der Prüfung der Verwaltungsabläufe) unterstützt.

»Ein solches Konzept gibt es nicht zum Nulltarif«, sagte Stemwedes Bürgermeister. »Das Land hat gesagt, wir hätten eine gute Konzeption vorgelegt, die man fördern möchte«, erläuterte er.

Rat entscheidet 2019 über Einführung

Die Gemeinde Stemwede wolle das Konzept für einen neuen Bürgerservice nicht für sich allein aufstellen: »Der moderne Ansatz könnte eine Vorlage für andere Gemeinden und Städte sein«, hofft Abruszat. 2018 solle die Projektphase beginnen. 2019 habe dann der Rat über die Einführung zu entscheiden, die 2020 verwirklicht werden könnte, erläuterte Abruszat den Zeitplan.

»Heimat-Ministerin« Ina Scharrenbach freute sich, der Gemeinde persönlich die Bewilligung über 175.000 Euro übergeben zu dürfen. »Es muss gelingen, im ländlichen Raum Digitalisierung auch im Bürgerservice voranzubringen«, sagte sie. Außerdem freue man sich in Düsseldorf über mögliche Projektergebnisse, die andere Gemeinden unterstützen und anregen sollen, ebenfalls diesen Weg zu gehen.

Künftig viele Dinge antragslos zu erledigen

Fachbereichsleiter Jörg Bartel erläuterte, wie man konkret vorgehen wolle: »Wir wollen einen Multikanal-Zugang zu der Gemeinde Stemwede schaffen: digital, persönlich und postalisch. Und wir werden alle drei Bereiche abdecken, denn wir können nicht alles per Internet erledigen«, bemerkte er.

Dennoch sollten in Zukunft viele Dinge antragslos erledigt werden können, etwa die Ausstellung von Geburtsurkunden. »Wir werden aus der Sicht der Bürger alles anschauen und untersuchen, was möglich ist. Dabei geht es auch um eine Vereinfachung der Verwaltung und Automatisierung.

Nicht fehlen dürfe ein offenes Bürger-Servicebüro. Dazu sei auch erforderlich, das Personal breiter aufzustellen. »Auch die Anforderungen an die Mitarbeiter werden sich ändern«, sagte Bartel.

Eines machte Kai Abruszat deutlich: »Wir müssen bei allem Neuen auf die Bedürfnisse der Bürger eingehen.«

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