Streit um die Stromleitung geht in die nächste Runde 380 Kilovolt über Dielingen

Stemwede (WB/ni). Der Streit um den Neubau der viermal 380.000 Volt Hochspannungsleitung in Reiningen-Dielingen geht in die nächste Runde. Die Klage der betroffenen Reininger vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ist angenommen. Das hat jetzt Peter Hüsener, Sprecher der Dielinger Stromtrassengegner bestätigt.

Schon jetzt läuft die vorhandene Stromtrasse bedrohlich nahe an der vorhandenen Wohnbebauung entlang.
Schon jetzt läuft die vorhandene Stromtrasse bedrohlich nahe an der vorhandenen Wohnbebauung entlang. Foto: Michael Nichau

Darüber hinaus hätten in Niedersachsen weitere Betroffene gegen das 380 kV Neubauvorhaben der Firma Amprion von St. Hülfe nach Wehrendorf geklagt, schreibt Hüsener.

Die Betroffenen klagen

»Die Firma Amprion darf zwar schon Gespräche mit betroffenen Grundstückseigentümern führen um damit den Bau vorzubereiten, aber wegen der Klagen ist natürlich noch unklar, ob entsprechend des aktuell festgestellten Planes gebaut werden kann. Wer jetzt eine Vereinbarung mit der Firma Amprion trifft, kann nicht sicher sein, ob die so später umgesetzt werden kann«, schreibt Hüsener.

Die Klagen der Betroffenen vor dem Bundesverwaltungsgericht richten sich dabei gegen die Behörden in Detmold für NRW und Hannover für Niedersachsen, die den Plan der Firma Amprion genehmigt haben. In Reiningen geht es dabei um die Überspannung von zwei landwirtschaftlichen Betrieben und Wohnhäuser, die bereits seit Anfang der 70er Jahre durch die bestehende Leitung belastet sind.

»Amprion wird vorgeworfen nicht ausreichend die Alternativen abgewogen zu haben. So insbesondere eine von den Reiningern getragene und vorgeschlagene Umleitung. Diese Umleitung benötigt einen Masten im FFH-Gebiet Dümmer. Hier knickt die Firma Amprion ein und unterlässt sogar eine sorgfältige Prüfung. Hier muss aus Sicht der Kläger ergebnisoffen untersucht werden, ob durch den einen Masten am Rande des FFH-Gebietes ein erheblicher Eingriff vorliegt«, schreibt Hüsener.

Erdkabel-Variante nicht geprüft

Ebenfalls als Alternative sei die Erdverkabelung nicht geprüft worden. »An anderer Stelle in NRW vertritt die Firma den Einsatz von Erdkabeln, aber in Reiningen hat keine ehrliche Abwägung dieser Variante stattgefunden«, meint der Reininger.

Aus Sicht der Kläger besteht also auch in anderen Bereichen der geplanten Leitung Nachbesserungsbedarf, um Mensch und Tier ausreichend zu schützen. »Offen ist noch, wann es in Leipzig zu einem Verhandlungstermin kommen wird«, meint Hüsener.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.