Nach Exklusiv-Bericht zu Einsatzreaktionszeiten: Espelkamp übernimmt Stemwede Landrat entlastet Polizeiwache

Lübbecke/Espelkamp (WB). Die Polizei in Lübbecke wird in naher Zukunft nicht mehr für die Gemeinde Stemwede zuständig sein. Mit dieser Entscheidung reagiert Landrat Ralf Niermann auf die schlechten Einsatzreaktionszeiten der Lübbecker Wache .

Von Kai Wessel
Ist bald auch für die Gemeinde Stemwede zuständig: Die Polizeiwache Espelkamp soll Lübbecke entlasten.
Ist bald auch für die Gemeinde Stemwede zuständig: Die Polizeiwache Espelkamp soll Lübbecke entlasten. Foto: Andreas Kokemoor

Ob Notruf, Unfälle mit Verletzten oder in Einsatzlagen, bei denen die Täter noch auf frischer Tat ertappt werden können: In allen Rubriken hatte die Statistik des Innenministeriums die Streifenwagen der Lübbecker Wache als diejenigen im Mühlenkreis ausgemacht, die am meisten Zeit benötigen, um zum Einsatzort zu gelangen. Die Durchschnittswerte – 19 Minuten Wartezeit für den Bürger nach einem Notruf – lagen weit über den landesweiten Vergleichszahlen.

Landrat Ralf Niermann kündigte am Mittwoch Konsequenzen an. Im Gespräch mit dieser Zeitung erklärte der Landrat, dass der Verantwortungsbereich der Lübbecker Wache verändert wird: »Stemwede wird künftig von der geografisch günstiger gelegenen Polizeiwache Espelkamp übernommen. Mit dieser Maßnahme wollen wir die Einsatzreaktionszeiten der Lübbecker Wache verbessern. Davon profitieren nicht nur die Bürger in Lübbecke, sondern auch die in Hüllhorst und Preußisch Oldendorf.«

Die Entscheidung des Landrats entlastet die Beamten in Lübbecke erheblich. Einsatzfahrten in den Stemweder Bereich sind lang und zeitaufwendig. Für die Espelkamper Polizei sei dieses Gebiet hingegen besser erreichbar, so dass auch die Stemweder Bürger profitieren würden, erklärte Landrat Niermann. Er räumte gleichzeitig ein, dass sich die Einsatzreaktionszeiten der Espelkamper Wache verschlechtern könnten. »Das wird man beobachten müssen.«

Ob die neuen Zuschnitte der Polizeiwachen Auswirkungen auf die jeweilige Personalstärke haben, ist noch unklar. Falls nötig, werde man auf die neue Aufgabenverteilung reagieren, sagte der Landrat. Er betonte, dass die jetzt getroffene Entscheidung schon seit längerer Zeit Thema in der Polizeiführung gewesen und diskutiert worden sei. Sie sei ein Baustein des Perspektiv-Projektes der Kreispolizei, zu dessen Zielen ein effektiver Personaleinsatz und strukturelle Optimierungen gehören.

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