Erstmals seit 1973 wieder ein Storchenpaar in Stemwede-Dielingen Freude über Helene und Flori

Stemwede (WB). Die Bewohner der Dielinger Koppel-Siedlung sind total begeistert: Seit einigen Tagen hat ein Storchenpaar das von Anwohnern errichtete Nest im Bereich Ecke Koppelbusch/Eichenkamp bezogen.

Von Dieter Wehbrink
Die Störche Flori und Helene auf ihrem Nest in Dielingen. Die Tiere sind mit einem Teleobjektiv aus größerer Entfernung fotografiert worden, um sie nicht zu stören. Jetzt hoffen die Dielinger, dass es in diesem Frühjahr Nachwuchs im Nest gibt.
Die Störche Flori und Helene auf ihrem Nest in Dielingen. Die Tiere sind mit einem Teleobjektiv aus größerer Entfernung fotografiert worden, um sie nicht zu stören. Jetzt hoffen die Dielinger, dass es in diesem Frühjahr Nachwuchs im Nest gibt. Foto: Anna-Lena Wehbrink

Einer der nächsten Anwohner ist die Familie Reitmeyer, die auch beim Aufstellen des Nestes tatkräftig geholfen hat. Marei, die Tochter des Hauses, hat den beiden Vögeln bereits Namen gegeben: Sie heißen jetzt heißen Flori und Helene.

Die ganze Familie ist fasziniert von den gefiederten Nachbarn: »Das Nest liegt nur 100 Meter von unseren Haus entfernt. Das Beobachten der Störche ist für uns spannender als Fernsehen«, sagte Mutter Karin am Montag dem WESTFALEN-BLATT.

Masten geschenkt

Der Energieversorger RWE hatte den Dielinger Initiatoren im vergangenen Jahr die für das Nest benötigten Masten geschenkt. Auf dem Grundstück von Wilfried Schmudde stellten die Familien von Holger Reitmeyer, Sascha Drees, Peter Kastner und Günter Portmann den Horst unter fachkundiger Beratung des Lübbecker Storchenexperten Ernst-Günter Bulk auf. Den dafür benötigten Kran stellte der Dachdeckerbetrieb Reddehase aus Dielingen zur Verfügung.

Die beiden Erstbewohner-Störche, die beide beringt sind, tragen derzeit eifrig Nistmaterial auf die Plattform. Nun hoffen die Dielinger, dass die Störchin bald Eier legt und seit langer Zeit wieder Jungstörche im Ort aufwachsen. Es kann noch nicht ausgeschlossen werden, dass sich spät aus ihren Winterquartieren zurückkehrende Störche Kämpfe mit Flori und Helene um die Brutstätte liefern.

Bestände wachsen an

Der Bezug des Dielinger Nestes ist ein weiterer Beweis dafür, dass die Storchenbestände in der Region – trotz des nicht idealen Lebens- und Nahrungsraumes – ständig anwachsen. Das Nahrungsangebot für die Dielinger Vögel dürfte aber ausreichend sein, denn die unter Naturschutz stehenden Feuchtwiesen im Ochsenmoor sind nicht weit entfernt. Rund um das Ochsenmoor brüten in Stemshorn und Hüde noch drei weitere Storchenpaare.

In Dielingen hingegen mussten die Bewohner lange auf die Rückkehr von Meister Adebar warten: Das letzte Storchenpaar in Dielingen hatte 1973 auf den Hof Meyer-Reiningen Jungtiere hochgezogen.

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