Weihnachtstruck holt Familie Rossol aus Stemwede-Dielingen zum Adventsmarkt ab »Ganz tolle Überraschung«

Stemwede (WB). Dreimal hupt es vor der Haustür. Ein riesiger Lastwagen schiebt sich durch die schmale Straße am Haus der Familie Rossol in Stemwede-Dielingen. Aus einem versteckten Lautsprecher schallt die Erkennungsmelodie »Holy Days are Coming«, der Ohrwurm aus einer Getränke-Reklame.

Von Michael Nichau
Freude über die Aktion, die Daniel Schnieder (rechts) angeregt hat (von links): Jörn Rossol, Max (Nachbarsjunge), Tanja, Sebastian und Marlene Rossol vor dem festlich beleuchteten Original US-Truck.  Der Fahrer hat der Familie den Lastwagen erklärt.
Freude über die Aktion, die Daniel Schnieder (rechts) angeregt hat (von links): Jörn Rossol, Max (Nachbarsjunge), Tanja, Sebastian und Marlene Rossol vor dem festlich beleuchteten Original US-Truck. Der Fahrer hat der Familie den Lastwagen erklärt. Foto: Michael Nichau

Und dann machen Jörn (13), Sebastian (9) und Marlene Rossol (5) Luftsprünge vor dem Coca-Cola-Weihnachtstruck, der direkt vor dem Haus anhält. Nachbarn und Freunde stehen bereits an der Straße, begrüßen den Fahrer und seinen schweren Lastwagen, der auf der Ladefläche die »Santa-Claus-Stube« mit Sessel, Weihnachtsbaum und Kamin transportiert. Diese wird aber erst später auf dem Adventsmarkt in Sulingen geöffnet.

Daniel Schnieder hat die Überraschung für seine Tante Tanja Rossol (40) und ihre Kinder organisiert. »Ich möchte ihnen das schönste Weihnachtsfest ihres Lebens ermöglichen«, sagte Schnieder. Mehrere E-Mails hatte er an die Getränkefirma geschrieben, in denen er um den Besuch des Weihnachtstrucks gebeten hatte.

»Mein  erstes Schreiben wurde abgelehnt.« Man könne diese Aktion nur gewinnen, hieß es. »Doch ich blieb hartnäckig und so fand man wohl doch noch eine Möglichkeit, um hier Freude zu bereiten«, erzählt er.

Es wurde ein Termin frei, an dem mehrere der Lastwagen bei einer PR-Tour nach Sulingen fuhren. Am Donnerstagabend – kurz nach Anbruch der Dämmerung – kam der festlich beleuchtete US-Truck  in Dielingen an, um die Familie zu einem Besuch des Adventsmarktes im eine Stunde Fahrzeit entfernten Sulingen mitzunehmen.

»Daniel hat  mich vorher über die Aktion informiert, denn ich musste die Kinder darauf vorbereiten«, sagt  Tanja Rossol. »Die Trucks kannte ich vorher nicht«, meint ihr Sohn Jörn. Und auch den beiden kleineren Kindern hat  Mutter Tanja die illuminierten roten Lastwagen vorher erstmals  in einem Internet-Clip gezeigt.

Den Nachbarn und vielen »Schaulustigen« ist  die Werbung für das Erfrischungsgetränk jedoch keineswegs fremd. Mit unzähligen Kameras und Handys  werden Fotos gemacht und gefilmt. Fahrer Pascal Rambow (31) steht  bereitwillig Rede und Antwort zu »seinem« Fahrzeug, das nur zwei Monate im Jahr im Einsatz ist. Er hat  für die Aktion in Dielingen auf seinen freien Tag verzichtet. »Das alles macht mir so viel Spaß und gibt mir so viel von den Kindern zurück. Das kann sich niemand vorstellen«, sagt er.

Etwa 15 Tonnen wiege das Fahrzeug leer. Es könne bis zu 40 Tonnen laden, was aber noch nie geschehen sei.»  Der   Truck, dessen Motor über zwölf  Liter Hubraum verfügt, ist  mit einem Rußpartikelfilter nachgerüstet worden, um den deutschen Bestimmungen zu entsprechen. Ein separater Stromgenerator versorgt die aufgeklebten Lichterketten mit Energie«, sagt Rambow.

»Ich bin über meinen Vater dazu gekommen, diesen Wagen zu fahren. Er war der Fahrer des ersten Weihnachtstrucks in Deutschland«, erzählt  der Bielefelder stolz. 19 Fahrzeuge  dieser Art fahren in der Adventszeit für die PR-Aktion, die seit 1998 auch in Deutschland immer wieder für Aufsehen sorgt.

»Das hat uns einen Riesenspaß gemacht und war wunderschön«, berichtet  Tanja Rossol über die Fahrt in der eigens ausgebauten Lounge im Lastwagen. »Wir sind noch eine Stunde auf dem Weihnachtsmarkt geblieben. Dann hat uns ein Taxi nach Hause gebracht«, berichtet  sie. Danach hätten die Kinder vor Aufregung kaum schlafen können. »Das war ein tolles Geschenk von Daniel, für das ich ihm danke.«

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