Chöre aus dem Altkreis treffen sich zum Bezirkssängerfest in Wehdem – Lob für Veranstalter MGV Haldem »Singen macht die Sorgen erträglicher«

Wehdem (WB). Mit voller Inbrunst haben der Männergesangverein (MGV) Haldem und die Liedertafel Rahden den Refrain des allseits bekannten Volksliedes »Horch, was kommt von draußen rein« gesungen. Es ist eines der Stücke, bei denen der Vorsitzende des MGV 1950 Haldem, Gerhard Graue, nicht einmal mehr in sein Liederbuch schauen muss, sondern es frei singen kann.

Von Anna-Lena Wehbrink
Die Chorgemeinschaft aus MGV Haldem und Rahden hat das Bezirkssängerfest in der Wehdemer Begegnungsstätte eröffnet.
Die Chorgemeinschaft aus MGV Haldem und Rahden hat das Bezirkssängerfest in der Wehdemer Begegnungsstätte eröffnet. Foto: Anna-Lena Wehbrink

Beim Sängerfest in der Begegnungsstätte in Wehdem hat der Gesang Graue und seinen Vereinskollegen allerdings noch etwas mehr Freude bereitet als sonst, denn der MGV 1950 Haldem feierte an diesem Tag zugleich sein 65-jähriges Bestehen. Das Jubiläum war auch der Grund, weshalb sich der Haldemer Traditionsverein, der seit 2007 eine Chorgemeinschaft mit der Liedertafel Rahden hat, dazu entschloss, das alljährliche Sängerfest diesmal selbst auszurichten.

»Böse Menschen kennen keine Lieder«

Wie wertvoll das gemeinsam Singen sein kann, weiß auch der künftige Stemweder Bürgermeister Kai Abruszat, der einst selbst im Gesangverein aktiv war und zeitweise eine Chorgemeinschaft geleitet hat. »Singen fördert das Miteinander und hat eine wichtige soziale Funktion. Nicht ohne Grund gibt es das Sprichwort ›Wo man singt, da lass dich nieder. Böse Menschen haben keine Lieder.‹«, zitierte der Politiker den deutschen Dichter Johann Gottfried Seume. Fritz Honermeier, Vorsitzender des Chorverbandes Nordost-Westfalen, warb für die Mitwirkung in Chören: »Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, in den örtlichen Gesangsvereinen vorbeizuschauen. Mit dem Singen lassen sich Sorgen viel besser ertragen.«

Die Nachwuchsprobleme mancher Chöre griff Wolfgang Janetzki, Vorsitzender der Bezirksgruppe Lübbecke-Haldem, in seinem Grußwort auf: »Leider können die Chöre aus Kleinendorf und Lübbecke an dieser Veranstaltung nicht teilnehmen, da sie heute nicht genug Sänger haben.« Die »Diel(S)inger( s)« hatten am Sonntag bereits einen anderen Auftritt und waren ebenfalls abwesend.

Viel Freude auf dem Sängerfest hatte auch der Männergesangverein »Sangeslust«. Begeistern konnten die Tonnenheider Sänger unter anderem mit dem Ohrwurm-Garanten »Lied der Freundschaft«. »Es hat wie immer Spaß gemacht. Besonders gefreut hat uns das Lob von Fritz Honermeier für unseren Auftritt«, erzählte Sänger Dieter Echmann stolz.

Neben 190 singenden Chormitgliedern besuchten auch etwa 90 Gäste das Wehdemer Sie spendeten den Akteuren viel Lob.

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