Nach langem Zögern und Verhandlungen – Gemeinde macht Zugeständnisse bei Vermessung und Versicherung  Jetzt doch: Verein übernimmt Schützenhalle 

Wehdem (WB). Nur kurz ist im Stemweder Betriebsausschuss über »fehlende Gerechtigkeit gegenüber anderen Vereinen« diskutiert worden. Dann hat das Gremium mehrheitlich den Übergabemodalitäten für die Wehdemer Schützenhalle zugestimmt.

Von Dieter Wehbrink
Der Schützenverein Wehdem hat in den Schießhallenkomplex sehr viel Eigenleistung gesteckt. Jetzt ist er auch bereit, den Gebäudeteil von der Gemeinde Stemwede zu übernehmen.
Der Schützenverein Wehdem hat in den Schießhallenkomplex sehr viel Eigenleistung gesteckt. Jetzt ist er auch bereit, den Gebäudeteil von der Gemeinde Stemwede zu übernehmen.

 Viele Ausschussmitglieder ließen keinen Zweifel daran, dass sie froh waren, die sechsjährige Geschichte der Übergabeverhandlungen mit dem Schützenverein Wehdem endlich abschließen zu können. Immer wieder diskutierte der Verein intern darüber, ob er das Gebäude unterhalten könne, wenn er es als neuer Eigentümer von der Gemeinde übernehme.

 Die Mitgliederversammlung hatte zeitweise sogar signalisiert, dass sie eine Übernahme ablehnt. Doch jetzt konnte Vorsitzender Friedrich-Wilhelm Niermann der Gemeindeverwaltung doch noch mitteilen, dass der Verein unter bestimmten Voraussetzungen als neuer Besitzer auftreten könne. Die Mitgliederversammlung habe ihn beauftragt, noch einmal über die Höhe der durch den Verein zu übernehmenden Vermessungskosten sowie über die Gebäudeversicherung nachzuverhandeln. Nierman berief sich hierbei auf die Übertragung des Sportheims Dielingen an den dortigen TuS. Es war damals der erste Übertragungsvertrag, den die Gemeinde mit einem Verein geschlossen hatte, und tatsächlich bezahlten damals Verein und Gemeinde die Vermessungskosten je zur Hälfte. Niermann hatte zudem auf die – von der Politik unbestrittene – Eigenleistung der Vereinsmitglieder bei Umbaumaßnahmen hingewiesen.

Mit acht zu sechs Stimmen setzen sich die Befürworter des Vertrages durch

 Wolfgang Fricke (FDP) erinnerte den Ausschuss daran, dass die Leverner Schützen bei der Übernahme der Halle die Kosten selbst übernommen hätten. Paul Lahrmann (SPD) und Sebastian Allhorn (Grüne) teilten seine Bedenken und regten ein Nachverhandeln mit den Wehdemern an.

 »Es ist leider kaum möglich, bei den Übertragungen der Stätten alle Vereine gleich zu behandeln«, warnte Bürgermeister Gerd Rybak. Wenn man sich jetzt nicht einige, gebe es keinen Vertrag.

 Mit acht zu sechs Stimmen und einer Enthaltung setzen sich die Befürworter des Vertrages durch. Die Übergabemodalitäten sehen vor, dass die Vermessung der Schießhalle mit Schießstand und -bahnen (2562 Euro) auf Kosten der Gemeinde erfolgt. Auch die Notar-, Grundbuchamt- und Katastergebühren übernimmt die Gemeinde, wobei sich der Schützenverein mit einer Erstattung von 1500 Euro an diesen Kosten beteiligt. Außerdem haben die Wehdemer erreicht, dass die Gebäudeversicherung für den übernommenen Eigentumsanteil an dem Sport- und Schießhallenkomplex weiterhin durch die Gemeinde sichergestellt wird.

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