Ausstellung im Heimathaus Wehdem ruft viele Erinnerungen an den Vorgänger vom TuS Stemwede wach  So schön war es beim TuS Germania 

Stemwede-Wehdem (WB). Das Spiel gegen die Damenhandballmannschaft aus Oppenwehe ist auf einen äußerst heißen Sommertag gefallen. Sophie Kohlwes, damals erst 16 Jahre alt und Spielerin des TuS Germania Wehdem, erinnert sich noch gut an das denkwürdige Spiel vor mehreren Jahrzehnten.

Von Anna-Lena Wehbrink
Da werden Erinnerungen wach: In dieser Damen-Handballmannschaft des TuS Germania Wehdem haben Magdalene Wolff (l.) und Sophie Kohlwes gespielt. Beide Frauen sind von der Ausstellung im Heimathaus Wehdem begeistert gewesen.
Da werden Erinnerungen wach: In dieser Damen-Handballmannschaft des TuS Germania Wehdem haben Magdalene Wolff (l.) und Sophie Kohlwes gespielt. Beide Frauen sind von der Ausstellung im Heimathaus Wehdem begeistert gewesen.

 »Es war unerträglich warm draußen. Der Sand auf dem Platz in Oppenwehe, auf dem wir gespielt haben, war so erhitzt, dass wir am Ende des Spiels Blasen an den Füßen hatten.«

 Ihre ehemalige Mannschaftskollegin Magdalene Wolff, mit der sich Kohlwes bei der Ausstellung über den TuS Germania Wehdem im Heimathaus alte Bilder ansah, fügt hinzu: »Wir waren eine sehr gute Handballmannschaft, aber gegen die Oppenweherinnen konnten wir leider nie gewinnen.«

Erinnerungen werden wach

 Es sind Erinnerungen an den nicht mehr existierenden Verein wie diese, die bei vielen Wehdemern wieder wach wurden, als sie jetzt im Heimathaus die Dokumente und Sportutensilien aus den vergangenen Jahrzehnten sahen. Mehrere Besucher blieben an den Stellwänden der Ausstellung stehen, lasen die alten Zeitungsartikel oder bestaunten die schwarz-weiß Fotografien, von denen jede eine Geschichte erzählt. An einer Wand hing zum Beispiel ein Porträt von Karl-Friedrich Wessel: Der Westruper spielte einst in der Jugend-Fußballmannschaft des TuS Germania Wehdem und wurde 1973 in Preußisch Ströhen bei einem Freundschaftsspiel gegen Werder Bremen. Dort entdeckten die Bremer sein Talent. Vier Wochen später wurde er in den Kader des Bundesligisten aufgenommen. Später wechselte Wessel zum »Verein für Leibesübungen« (VfL) Osnabrück. Er spielte unter anderem in dem legendären DFB-Pokalspiel von 1978 mit, in dem der VfL Osnabrück den FC Bayern München mit 5:4 besiegte. Den DFB-Pokal holte die Mannschaft allerdings nicht.

 »Ich kenne Karl-Friedrich gut. Wir waren lange Zeit Nachbarn«, erzählt Arnold Haller, einer der Initiatoren der Ausstellung über den TuS Germania Wehdem. Der ehemalige Fußballstar Wessel lebt heute mit Familie in Westrup.

Material schnell gesammelt

 Arnold Hallers Mitstreiter Günter Tellke, Siegward Siebe und Gerdfried Rosenbaum hatten für die Zusammenstellung des Materials lediglich sechs Wochen Zeit: »Im Zuge der Diskussion um die Zukunft des Heimathauses haben wir angeboten, es aktiv mitzugestalten und dieses Thema für den ersten Öffnungstag vorgeschlagen. Einige Wehdemer haben uns dafür ihre Erinnerungsstücke und Fotos zur Verfügung gestellt.«

 Aus dem Bildmaterial konnten Klaus-Dieter Griepenstroh, Gerd Bick und Holger Brehme eine Diashow zusammenstellen. Anhand der Fotos wurde der Stellenwert des Sports für viele Wehdemer deutlich: »Die meisten Bauernhöfe waren damals ›Inseln für sich‹. Man kam selten aus dem Haus. Der Sport war für die Menschen eine gelungene Abwechslung«, erläutert Haller.

Start mit einfachen Verhältnissen

 Die Rahmenbedingungen waren jedoch ganz andere als heute, wie Fritz Möller vom Team des Heimathauses weiß: »Nach dem Zweiten Weltkrieg existierten weder Duschen noch Umkleiden. Wir mussten uns im Schuppen neben den Ackergeräten umziehen.« Etwa 1952 sei ein Vereinsheim gebaut worden.

 »Frauen sind nach dem Krieg ebenfalls verstärkt in den TuS Germania eingetreten. Wir hatten sehr gute Sportlerinnen dabei«, erinnert sich Möller. Die Mitgliedschaft für einen Jugendlichen in Wehdem kostete monatlich etwa 50 Pfennig. »Das war damals viel Geld«, erinnert sich Möller, der im Verein Fußball spielte.

 In fünf Jahren hätte der Verein, der später zum TuS Stemwede wurde, sein 100-jähriges Jubiläum feiern können, wie Arnold Haller sagt: »Vielleicht sammeln wir bis dahin weitere Dokumente und Informationen, um die Ausstellung zu erweitern.«

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