Gesetz schränkt private Aktionen ein – Bürgermeister Gerd Rybak warnt: Gemeinde führt Kontrollen durch  »Viele Osterfeuer sind illegal« 

Stemwede (WB/weh). Osterfeuer haben in der Gemeinde Stemwede eine lange Tradition. Was viele Bürger allerdings nicht wissen: Wer mit dem Gedanken spielt, ein solches Feuer anzuzünden, muss viele Vorschriften beachten. Ansonsten kann ihm viel Ärger drohen.

Die Gemeindeverwaltung empfiehlt den Fans von Osterfeuern, öffentliche Veranstaltungen, so wie hier im vergangenen Jahr bei der Löschgruppe Haldem, zu besuchen. Wer ein Osterfeuer anzünden will, muss viele Vorgaben beachten. Darauf weisen die Behörden hin.
Die Gemeindeverwaltung empfiehlt den Fans von Osterfeuern, öffentliche Veranstaltungen, so wie hier im vergangenen Jahr bei der Löschgruppe Haldem, zu besuchen. Wer ein Osterfeuer anzünden will, muss viele Vorgaben beachten. Darauf weisen die Behörden hin.

 »Da in den vergangenen Jahren etwa 250 Stemweder Feuer gemeldet wurden, appelliert die Gemeinde an die Bürger, auf das Abbrennen von privaten Osterfeuern zu verzichten« – so weit geht Bürgermeister Gerd Rybak. Er rät: »Stattdessen sollte an Veranstaltungen der Vereine, Dorfgemeinschaften oder Feuerwehren in den einzelnen Ortschaften teilgenommen werden. Dadurch kann im Interesse der Umwelt die Anzahl der Osterfeuer reduziert werden.« Klare Urteile Schon jetzt kündigt der Bürgermeister für das Osterwochenende (4. bis 6. April) stichpunktartige Kontrollen durch das Stemweder Ordnungsamt an: »Wir wollen sicherstellen, dass alle Feuer die zeitlichen Vorgaben und Abstände zum Wald und Gebüschen, Gebäuden und Straßen einhalten.«

 Gerichte hätten inzwischen klare Entscheidungen zum Abbrennen von Oster- und anderen Brauchtumsfeuern getroffen, warnt Rybak. Demnach seien sie zwar grundsätzlich erlaubt, aber nur dann, »wenn sie eindeutig der Brauchtumspflege dienen und als öffentliche Veranstaltung für jeden zugänglich sind«. Keinesfalls, so habe das Oberverwaltungsgericht Münster festgestellt, dürften private Osterfeuer als Vorwand benutzt werden, um Pflanzenabfälle illegal zu beseitigen.

 Gerd Rybak weist wegen der Gefahr von Belästigungen und Gefährdungen der Nachbarschaft auf folgende Mindestabstände hin:Der Verbrennungsort muss mindestens 100 Meter von bewohnten Gebäuden, Wäldern, Mooren und Heiden, 50 Meter von öffentlichen Verkehrsflächen und 25 Meter von Hecken, Gebüschen, ähnlichen Anpflanzungen und sonstigen Gebäuden entfernt sein. Der Abstand zu einem Wirtschaftsweg sollte zehn Meter betragen.

 »Sollten diese Mindestabstände nicht eingehalten werden, kann ein Osterfeuer untersagt werden«, betont der Bürgermeister. Für ihn ist der Fall klar: »Da die Abstände bei vielen Osterfeuern nicht eingehalten werden können und es sich in der Vergangenheit nicht um jedermann zugängliche und öffentlich beworbene Veranstaltungen handelte, dürfen nach der Rechtslage und den Gerichtsurteilen viele der privaten Osterfeuer in Stemwede nicht durchgeführt werden.

Der Veranstalter ist vor Ort für die Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften verantwortlich. Insbesondere darf der Verbrennungsort erst verlassen werden, wenn das Feuer vollständig erloschen und auch bei aufkommendem Wind ein Funkenflug ausgeschlossen ist. Gegebenenfalls ist eine Brandwache einzurichten. Außerdem sind Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, damit Menschen, insbesondere Kinder und auch der Straßenverkehr nicht gefährdet werden.»Es dürfen ausschließlich trockene pflanzliche Rückstände verbrannt werden. Das Verbrennen von Müll, Altreifen, Altöl, Benzin, Kunststoffen oder anderen Abfällen ist verboten und ordnungswidrig, gegebenenfalls sogar strafbar«, warnt Rybak. »Auch zum Anzünden dürfen nur Stroh oder Reisig verwendet werden.Laut Verordnung ist die Verwendung pflanzlicher Rückstände für Osterfeuer anzeigepflichtig. »Dies gilt auch für Privat-Osterfeuer«, erläutert Rybak.

Feuer anmelden

Die Anmeldung hat bis spätestens zum 27. März bei der Gemeinde Stemwede, Torsten Fischer, unter Telefon 05745/78899301 oder t.fischer@stemwede.de zu erfolgen.

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