Acht-Millionen-Investition in Schloss Haldem: Barbara Steinmeyer stellt Stemweder Ausschuss Pläne vor Aus offenen Plätzen werden geschlossene 

Stemwede-Haldem (WB). Barbara Steinmeyer, die kaufmännische Leiterin der Klinik Schloss Haldem, hat gegenüber dem Stemweder Bau-, Planungs- und Umweltausschuss die Umbau- und Erweiterungspläne der Einrichtung konkretisiert.

Von Dieter Wehbrink
Vertreter der Haldemer Klinik und des Landes bei der Sitzung des Stemweder Bau-, Planungs- und Umweltausschusses in Levern (von links): der Ärztliche Direktor Dr. Ingbert Rinklake, Pflegedirektor Stefan Schuchardt, die kaufmännische Leiterin Barbara Steinmeyer und Uwe Dönisch-Seidel, Landesbeauftragter für den Maßregelvollzug in Nordrhein-Westfalen.
Vertreter der Haldemer Klinik und des Landes bei der Sitzung des Stemweder Bau-, Planungs- und Umweltausschusses in Levern (von links): der Ärztliche Direktor Dr. Ingbert Rinklake, Pflegedirektor Stefan Schuchardt, die kaufmännische Leiterin Barbara Steinmeyer und Uwe Dönisch-Seidel, Landesbeauftragter für den Maßregelvollzug in Nordrhein-Westfalen.

 Ihre ausführliche Vorstellung, ergänzt durch Baupläne und Fotos, fand beim Ausschuss spürbar Anerkennung. Innerhalb der nächsten Jahre wollen der Landschaftsverband Westfalen-Lippe und das Land NRW auf dem Klinik-Gelände mindestens acht Millionen Euro investieren. Ein genauer Zeitplan steht noch nicht fest. Die Zahl der Betten für drogen- oder alkoholkranke Straftäter soll von 179 auf 207 gesteigert werden. Mit dieser Erweiterung sind 25 zusätzliche Vollzeit-Stellen beim Personal verbunden (wir berichteten).

 In einem der ersten Schritte ist geplant, die Sicherheitszaunanlage zu modernisieren und zu erweitern. Grundlage dafür sind die baulichen und technischen Sicherheitsstandards des Landes für forensische Kliniken. Dazu gehört auch, dass die bisherige überwachte Sicherheitspforte von der Haldemer Straße in den hinteren Bereich des Schlossgeländes, nahe der geschlossenen Abteilungen, verlegt wird.

Gebäude in Klinik integrieren

 Es ist weiter vorgesehen, ein dreigeschossiges Gebäude aus den 1980er Jahren, in dem derzeit so genannte offene Wohngruppen (für Patienten mit Ausgangserlaubnis) untergebracht sind, in den geschlossenen Bereich der Klinik zu integrieren und umfassend zu sanieren. »Es ist ein Problem, dass dieses Haus mit seinen offenen Plätzen fast immer unterbelegt ist, während wir – nicht nur in Haldem, sondern landesweit – einen stark steigenden Bedarf an geschlossenen Plätzen haben«, sagte Barbara Steinmeyer.

 Der Ärztliche Leiter Dr. Ingbert Rinklake ergänzte, dass die Fallzahlen der suchtkranken Straftäter in NRW stark gestiegen seien. Früher habe man die Patienten zu zwei Dritteln im offenen Bereich führen können – heute sei es genau umgekehrt.

 Auch ein Sozialzentrum für die Patienten des geschlossenen Bereichs soll dabei entstehen und Platz für eine Cafeteria, eine Bücherei sowie Kreativ- und Seelsorgeräume bieten. In einem weiteren Schritt will die Klinik den arbeitstherapeutischen Bereich erweitern. Als Ersatz für den bisherigen offenen Bereich ist auf dem Klinikgelände eine kleinere, offene Station geplant.

 Bürgermeister Gerd Rybak lobte die Einrichtung und deren Leitung dafür, dass sie den Klinikbeirat umfassend durch Vorträge und Vorführungen über alle Entwicklungen unterrichte. »Dies trägt dazu bei, dass ein gutes Verständnis von der Einrichtung nach außen getragen wird. Der ehrenamtliche Beirat (Personen aus dem öffentlichen und gesellschaftlichen Umfeld der Klinik) fühle sich jedenfalls umfassend informiert.

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