Baumaßnahmen für acht Millionen Euro – bessere und sichere Patientenunterbringung – 25 neue Arbeitsplätze  Investitionen stärken Haldemer Klinik 

Stemwede-Haldem (WB). Klinikleitung und Mitarbeiter von Schloss Haldem freuen sich über geplante Investitionen in ihre Einrichtung. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe als Klinikträger hat zwar noch keinen genauen Zeitplan genannt, kündigte aber an, dass womöglich acht Millionen Euro nach Haldem fließen werden.

Von Dieter Wehbrink
Weil in der Klinik Schloss Haldem Straftäter therapiert werden, ist der Sicherheitsstandard zum Schutz der Bevölkerung extrem hoch. Das gilt besonders für die Aufnahmestation (Foto), die mit hohen Zäunen gesichert ist. Erst im Laufe der langen Therapie gibt es für die Patienten Lockerungsmaßnahmen bis hin zum Freigang und Langzeit-Abwesenheit. Die geplanten Umbau- und Neubaumaßnahmen an Stationen und Einrichtungen der Klinik sollen die Gesamtzahl der zu betreuenden Patienten von 179 auf maximal 207 erhöhen.
Weil in der Klinik Schloss Haldem Straftäter therapiert werden, ist der Sicherheitsstandard zum Schutz der Bevölkerung extrem hoch. Das gilt besonders für die Aufnahmestation (Foto), die mit hohen Zäunen gesichert ist. Erst im Laufe der langen Therapie gibt es für die Patienten Lockerungsmaßnahmen bis hin zum Freigang und Langzeit-Abwesenheit. Die geplanten Umbau- und Neubaumaßnahmen an Stationen und Einrichtungen der Klinik sollen die Gesamtzahl der zu betreuenden Patienten von 179 auf maximal 207 erhöhen.

 Zurzeit behandelt und betreut die Einrichtung 179 Personen. Wenn die Baumaßnahmen abgeschlossen sind, könnten es 207 werden. Damit verbunden ist ein weiterer Ausbau der Sicherungseinrichtungen sowie eine Aufstockung des Personals. Wie Karl-Georg Donath, stellvertretender Leiter der Presseabteilung des Landschaftsverbandes mitteilt, wird die Beschäftigenzahl dann um weitere 25 Vollzeitstellen erhöht.

 Das Land NRW, der Landschaftsverband und die Klinik prüfen derzeit mögliche Umbau- und Neubaumaßnahmen in Höhe der genannten Summe. Der Betrag von acht Millionen Euro ist vorerst nur geschätzt. Der könnte sich noch erhöhen, wenn die Arbeiten zu einem späteren Zeitpunkt ausgeführt werden. Die Erweiterungen sind perspektivisch für die nächsten zehn Jahre geplant.

 Die Baumaßnahmen sollen zu einer deutlichen Verbesserung der Patientenunterbringung, aber auch zu mehr baulicher Sicherheit führen. In Haldem werden überwiegend Straftäter therapiert, die das Gericht aufgrund ihrer Suchterkrankung (Drogen, Alkohol) nach dem Paragraphen 64 des Strafgesetzbuches (so genannter Maßregelvollzug) verurteilt hat. Einige wenige Rechtsbrecher wurden in die Haldemer Einrichtung eingewiesen, weil sie psychisch krank sind (Paragraph 63) und in anderen Kliniken kein Platz ist.

 Die Behandlung der Patienten erstreckt sich fast immer über einen längeren Zeitraum. Sie beginnt in der Regel im völlig gesicherten Bereich, damit der Bürger vor Straftaten geschützt ist. Ver-schlossene Abteilungen, unüberwindbar hohe Spezialzäune und viele weitere Sicherheitsvorkehrungen sollen ein Entweichen der Patienten verhindern.

 Tritt der erwünschte Behandlungserfolg ein, folgen nach und nach Lockerungen – von der Verlegung in den offenen Bereich mit Freigang bis hin zur Betreuung bei der Integration in das frühere oder künftige Wohn-, Arbeits- und Lebensumfeld. Ziel ist es nicht nur, die Patienten von ihrer Sucht zu heilen, sondern sie für ihr Leben in Freiheit möglichst gut zu rüsten, damit sie keine Straftaten mehr begehen. So können die Männer in der Klinik unter anderem Schulabschlüsse nachholen.

 Karl-Georg Donath betont, dass die heimischen Firmen von den in Haldem geplanten Arbeiten profitieren werden. »Bisherige Neu- und Umbaumaßnahmen konnten bei Ausschreibungen immer an die Baufach- und Handwerksbetriebe aus der Umgebung der Klinik vergeben werden, wenn das Vergaberecht dies zuließ«, betont der Pressesprecher.

 Barbara Steinmeyer, die kaufmännische Leiterin der Klinik Schloss Haldem, wird den Stemweder Bau-, Planungs- und Umweltausschuss am kommenden Mittwoch in der Kleinen Festhalle über das Vorhaben informieren. Die Sitzung des Fachausschusses ist öffentlich und beginnt um 17 Uhr.

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