Kinder können die Bescherung im Ilweder Wäldchen kaum erwarten – Alle lieben Dreyers Mandeln  Pferdekutsche holt den Nikolaus ab 

Haldem (WB). Heinrich Breidscheid, dessen größtes Hobby sein kleiner Pferdehof ist, hat in seinem Leben schon viele Kutschfahrten unternommen. Doch jedes Jahr, wenn Weihnachten naht, ist es eine Aufgabe, die den Haldemer besonders erfüllt: Er ist der Kutscher des Nikolauses.

Von Charlotte Peitsmeier
Ein echter Verkaufsschlager der Haldemer Waldweihnacht sind die selbst gemachten gebrannten Mandeln der Familie Dreyer gewesen. Hier verkauft Anette Dreyer eine der begehrten Tüten an die Frotheimerin Tanja Kahre, die gemeinsam mit ihren Kindern Mia und Jan den Weihnachtsmarkt besucht hat.
Ein echter Verkaufsschlager der Haldemer Waldweihnacht sind die selbst gemachten gebrannten Mandeln der Familie Dreyer gewesen. Hier verkauft Anette Dreyer eine der begehrten Tüten an die Frotheimerin Tanja Kahre, die gemeinsam mit ihren Kindern Mia und Jan den Weihnachtsmarkt besucht hat.

 »Gleich hole ich den Nikolaus ab« – so viel konnte Heinrich Breidscheid Clara, Tim und Robin noch verraten, die zuvor in seiner Kutsche eine Rundfahrt um das winterliche Ilweder Wäldchen unternommen hatten. In allen anderen Punkten herrschte höchste Geheimhaltung. So mussten sich die Kinder wie alle anderen noch gedulden und konnten nur mutmaßen, wann und von wo der Nikolaus eintreffen könnte. Die Wartezeit ließ sich jedoch auf der Haldemer Waldweihnacht nur allzu gut vertreiben.

 Als sich das Abendrot am Sonntag allmählich über das Ilweder Wäldchen legte, herrschte hier Hochbetrieb. Kerzenlicht und Plätzchen, Weihnachtsgeschichten, Stockbrot am lodernden Feuer, Glühwein, und heißen Apfelsaft – all dies findet man derzeit auf vielen Weihnachtsmärkten. Was also zeichnet gerade die Haldemer Waldweihnacht aus?

 Ulrich Dreyer vom Biolandbetrieb »Dreyers Hof« fand eine von vielen möglichen Antworten auf diese Frage: »Gebrannte Mandeln gehören natürlich auf jedem Weihnachtsmarkt dazu, aber frische, selbst gemachte aus der Region findet man sehr selten. Sie schmecken einfach am besten«. Gemeinsam mit seiner Frau Anette ist der Haldemer jedes Jahr mit einem Stand bei der Waldweihnacht vertreten. »Im Gegensatz zu den winterlichen Likören, die wir während der Adventszeit immer in unserem Hofladen führen, bereiten wir die gebrannten Mandeln in verschiedenen Variationen extra für die Waldweihnacht zu«, erläuterte Anette Dreyer, während sie schon wieder eine der Tüten mit den begehrten Naschereien verkaufte. Diese ging an Tanja Kahre aus Frotheim, die gemeinsam mit ihren Kindern Jan und Mia nach Haldem gekommen war. »Es herrscht eine besondere Atmosphäre hier, inmitten des Waldes. Ein gemütlicher kleiner Weihnachtsmarkt, den wir immer wieder gern besuchen«, sagte Kahre.

 Einer der Aktiven, der maßgeblich am Gelingen der Waldweihnacht beteiligt ist, ist Günter Nordhoff. Der Altgardist ist seit der erstmaligen Austragung des Weihnachtsmarktes vor elf Jahren mit dabei.

 Eine ganze Woche lang habe man in diesem Jahr für das Aufbauen der kleinen Budenstadt, in dessen Zentrum ein riesiger Adventskranz hängt, benötigt. Am Sonntag war es dann an Günter Nordhoff, die Aussteller an den Buden mit Getränken zu versorgen. »Ein besonderer Luxus, den wir nur zu gerne in Anspruch nehmen«, bedankte sich Anette Dreyer und prostete in die Runde.

 Während ihre Eltern gemütlich durch die kleine Budenstadt schlenderten, fanden viele der jüngsten Weihnachtsmarktbesucher ihren Weg durch ein Tor, eine Kulisse der Laienspielgruppe Schatulle. Dahinter konnte den schönsten Wintermärchen gelauscht werden, die einige Mitglieder der Schatulle in originellen Kostümen vortrugen. »Märchen passen ganz wunderbar in Weihnachtszeit«, begründete der als König verkleidete Uwe Brettholle die Buchauswahl. Er hatte gemeinsam mit Elke Klicker das Märchen von der Goldenen Gans vorgelesen.

 Die Kinder, die eben noch interessiert den Geschichten zugehört hatten, gerieten kurze Zeit später in Aufruhr. Der Nikolaus fuhr in seiner Kutsche direkt unter dem großen Adventskranz ein. Für die vielen Helfer war es angesichts der vielen erwartungsvollen Kinder zunächst gar nicht so einfach, den Weg für die Kutsche frei zu machen. Einer bleibt dabei ganz ruhig: Heinrich Breidscheid selbst.

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