Konzert mit dem Musical-Darsteller in der Dielinger Kirche ist »ein besonderer Abend«  Simon Frenzel will bewegen 

Dielingen (WB). Mit Mantel und Handschuhen bekleidet betritt Simon Frenzel die Dielinger Kirche. Zum ersten Song »Carol of the Bells«, bewegt er sich im Mittelgang der Kirche zwischen den Zuschauern in Richtung Bühne.

Von Michael Nichau
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Elegant, im schlichten Anzug mit Krawatte steht der ausgebildete Musicaldarsteller aus Osnabrück auf der Bühne und zeigt sein Können – bevorzugt als Sänger. Als »Bari-Tenor«, also als Mischung aus Bariton und Tenor bezeichnet er selbst seine Stimmlage. Der gebürtige Dielinger, der oft in der Schweiz auf großen Musical-Bühnen steht, ist selbstbewusst. dennoch sagt er vor dem Konzert: »Mal sehen was passiert...«

»Honestly Christmas« nennt er das Programm, bei dem er gemeinsam mit den Gastsängern Jürgen Harder und Bernice Kübler sowie dem Pianisten und Tontechniker Michael Bonehs auf der Bühne in der St. Marienkirche steht. »Ehrliche Weihnachten«, übersetzt er noch einmal im Gespräch mit der STEMWEDER ZEITUNG. Ehrlich will er zum Publikum »rüberkommen«, das ist sein Ziel. »Ich möchte die Leute berühren, herausfordern und vielleicht ein bisschen verwundern, wie ich Dinge rund um Weihnachten empfinde«, erläutert der Künstler, der sich auch als Entertainer und Moderator betrachtet.

»Ich möchte andere Facetten von Weihnachten aufzeigen«, erklärt er. Und das könne bedeuten, dass er auch Jazz-angehauchte Weihnachtsstücke singe. Immer aber gehe es um Werte, für die der Dielinger, den es in die »weite Welt« verschlagen hat, einstehen will. »Ich meine das ursprüngliche Weihnachten. Es ist mir wichtig, nicht nur irgendwelche Lieder zu singen, nicht abzuspulen, sondern auch diese Werte zu transportieren«, erläutert der 31-Jährige.

Er steht normalerweise in bekannten Theatern in der Schweiz, etwa im »Stadtcasino« Basel, dem zweitgrößten Theater in der Schweiz, oder auch in der Expo-Halle am Thuner See – sie fasst 3000 Besucher – auf der Bühne. »Prayers – die Nacht des Glaubens« lautet der Titel eines der Stücke, bei denen er mitwirkt.

Jetzt im kleinen Dielingen in der kleinen Kirche? »Ja! sagt er ganz entschieden, denn hier hat er seine Wurzeln. Hier lebe seine Familie, die er von seinem Wohnort Osnabrück gut erreichen könne.

Doch einst hatte er Dielingen doch den Rücken kehren müssen. Eigentlich absolvierte Simon Frenzel eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der heimischen Volksbank. Es folgte eine »Musterkarriere«, wie er es selbst ausdrückt, beim selben Geldinstitut in Osnabrück. Mit 28 Jahren musste er sich entscheiden: Sicheres Leben als Banker oder Künstlerdasein.

Der Auslöser: Frenzel erhielt eine Einladung zur Aufnahmeprüfung an der »German-Musical-Academy« in Osnabrück. Hatte drei Tage Zeit, um sich darauf vorzubereiten. Und: Er wurde angenommen. »Damit stand ich vor der schwersten Entscheidung meines Lebens«, erzählt er. »Innerhalb einer Woche entschied ich mich dazu, 100 Prozent Risiko einzugehen, die Bank-Karriere sausen zu lassen.«

»Es hat geklappt«, sagt Frenzel, der in der Grundschule Musikunterricht bei Kantor Ernst-Friedrich Berning genoss, heute. Doch die Zuversicht bei seiner Entscheidung begründet er mit einem »intensiven Gottvertrauen«, wie er es ausdrückt. Der Glaube gebe ihm Halt und Bestätigung. Und diese Lebenseinstellung wolle er mit Liedern wie »Oh Holy Night«, »I heard the Bells on Christmas Day« oder »Dreaming of a White Christmas« ausdrücken. »Dies wird kein normaler Liederabend«, sagte Simon Frenzel vor dem Konzert.

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