Weher Sozialverband feiert 70-jähriges Bestehen – fröhliches Frühstücksfest Ein Klobürstenwalzer zum Geburtstag

Wehe (WB). »Scheese-Burger«, »Schicken Gnubbels« und »Schmusis« – und das alles muss man selbst holen – welch Graus. Nur mit Mühe kamen »Frieda und Anneliese« über die Spezialitäten der bekannten Fastfoodkette »Em Ce Donald« hinweg, die sie vor ihrem Auftritt im Zuge des 70. Geburtstags des Weher Sozialverbands erstmalig konsultiert hatten.

Von Anja Schubert
Das Varler Duo »Frieda und Anneliese« brachte die Stimmung beim Geburtstagsfest des SoVD-Ortsverbandes Wehe so richtig in Schwung.
Das Varler Duo »Frieda und Anneliese« brachte die Stimmung beim Geburtstagsfest des SoVD-Ortsverbandes Wehe so richtig in Schwung. Foto: Anja Schubert

Selbst holen mussten sich die etwa 50 Gäste ihr Frühstück im Gasthaus Schwettmann-Rüter zwar auch, doch das taten sie gern. »Was et hier allet gibt, wären wir besser gleich hierher«, sagten die beiden bekannten Varler Sketch-Damen beim Anblick des vielfältigen Frühstücksbüfetts.

Mit ihrem ganz besonderen Charme gratulierten sie dem Weher Sozialverband zu seinem 70-jährigen Bestehen. Mit Kittelschürze und Handtäschen bewaffnet luden »Frieda und Anneliese« die Besucher zum Klobürstenwalzer ein. Im »Herzlein«-Takt wurde kräftig mitgeschunkelt. »Wir wollen gemütlich feiern und die Zeit nicht mit langen Reden vertun«, erklärte Karin Meiners, die im vierten Jahr die Geschicke des Ortsverbandes leitet.

Um das ging es damals

Die Vorsitzende erinnerte an die Anfänge des Weher Ortsverbandes, der im Mai 1917 bereits als Reichsbund gegründet worden war und nach 1947 wiederauflebte. »Früher kümmerte sich der Reichsbund um die vielen Kriegsversehrten, Witwen und Waisen, heute sind wir als Sozialverband für alle Menschen da.« Die Geselligkeit werde beim Ortsverband groß geschrieben. »Für Rentenfragen oder Ähnliches haben wir beim Kreisverband in Lübbecke Fachleute sitzen, die weiterhelfen. Wir stellen gern die Kontakte her«, betonte Karin Meiners.

Dafür, dass sie diesen Posten eigentlich gar nicht gewollt habe, mache dieser ihr mittlerweile großen Spaß. »Denn gleich, ob Vorstandsmitglied oder nicht – wenn Hilfe gebraucht wird, ist immer jemand zur Stelle«, lobte Meiners Team und Mitglieder.

So hilft man heute

»Es ist toll, dass es auch nach so langer Zeit immer noch Menschen gibt, die sich so für das Gemeinwohl engagieren«, sagte Gisela Gräber vom Kreisverband. Sie nahm zusammen mit Susanne Sassenberg an dem Festfrühstück teil. Ortsvorsteher Heinz Grundmann stellte die gute Verwurzelung des Ortsverbands in der Dorfgemeinschaft heraus. Trotz Zeitdrucks gratulierte auch Gemeindepfarrer Rainer Rohrbeck zum 70. Geburtstag.

Geselligkeit und jede Menge gute Laune prägten das Jubiläumsfrühstück in Wehe. So war es nicht verwunderlich, dass neben den beiden Varler Humoristinnen auch Gudrun Sander heiter an die »gute alte Zeit« erinnerte. An die Zeit der »grünen Telefone« mit Kabel, Wählscheibe und einem Hörer, den man auf die Gabel legte. »Mit zusätzlich gemietetem 1,20 Meter Kabel konnte das Telefon damals endlich die Wohnung erkunden – das waren die Anfänge des Mobilfunks«, sagte die gebürtige Weherin, die heute in Westrup wohnt.

Musikalisch wurde die Zusammenkunft von Lea Bohnhorst untermalt. Die Weher Keyboarderin, die musikalisch in die Fußstapfen ihres Vaters tritt, ist mittlerweile auch außerhalb des Mühlendorfs gefragt.

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